17. September 2017

Heimat: “Ein Abend mit Markus und Kian von ,interKArt'”

Das sind Markus (links) und Kian

Festival in der Fettschmelze!

Am Ende stehen alle Konzertbesucher im Tollhaus auf. Gerührte und beeindruckte Gesichter überall. Der Applaus dauert minutenlang. Er ist der verdiente Lohn für einen überwältigenden Abend, bei dem Musiker aus der ganzen Welt auf der Bühne vereint sind – aus dem Iran, der Mongolei, Italien und auch Deutschland.

„Wir waren selbst überrascht, wie toll alles lief“, erzählen mir Markus Widmaier und Kian Jazdi nun knapp vier Monate später, in ihren Augen blitzt es dabei, das Grinsen ist riesig. Die beiden Studenten der Hochschule für Musik organisierten mit ihrem interkulturellen Verein „interKArt“ diesen bunten Weltmusikabend – es war die erste Veranstaltung des Vereins, der Beginn seines sozialen Engagements, das nun mit dem dreitägigen Festival „ZwischenRäume“ in der Fettschmelze am letzten Septemberwochenende seine Fortsetzung findet. Weiterlesen »

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15. August 2016

Heimat: “Ein Abend mit COLA TAXI OKAY”

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Neunanfang für Msallam

Msallam floh mit dem Schiff nach Deutschland. 16 Monate ist das nun her. Bomben und Granaten hatten sein Leben in Damaskus unmöglich gemacht, der Tod war allgegenwärtig. Der Syrer unterbrach sein Wirtschaftsingenieurs-Studium, packte seine wichtigsten Habseligkeiten und begab sich mit seinem Bruder auf eine ungewisse Reise. Sie endete in Karlsruhe. „Als wir hier ankamen, sprach ich kein Wort Deutsch und musste mich erstmal zurechtfinden – außer meinem Bruder kannte ich niemanden“, erinnert sich Msallam. Ganz einfach war das nicht.

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Das ist Msallam.

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5. Mai 2016

Heimat: “Ein Nachmittag mit Zaahra”

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Zaahra!

Manche Kinder sind bei den Workshops der Freedom Skaters nur an wenigen Wochenenden dabei, andere kommen über Monate hinweg mit. Ein Mädchen sah ich nur zweimal, aber den Platz, den sie in meinem Herzen einnimmt, ist riesig: Zaahra.

Die Sechsjährige scannte schon immer am Tor der Kriegsstraße 200 genau ab, mit welchem Helfer sie den Tag verbringen möchte. An diesem einen verregneten Samstag wandert ihr Blick zu mir. Als sie ihr Namensschild hat, rennt sie sofort schnurstracks auf mich zu, wirft sich in meine Arme – und bleibt. Weiterlesen »

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19. Januar 2016

Heimat: “Das Ehrenamt”

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Langweilige Sonntage!

Es war im Herbst 2014, als ich ins Ehrenamt hineinrutschte. Ich war gerade Single und überlegte mir, was ich mit diesen verdammten Sonntagen nun eigentlich anfangen soll. Denn, ganz ehrlich, als Single können Sonntage ganz schön ätzend sein. Schön reden? Nur begrenzt möglich. Pärchen-Freunde sind meist miteinander beschäftigt, machen Spaziergänge, schauen den ganzen Tag Serien oder kochen mehrgängige Menüs. Zu zweit ist man eben weniger allein.

 

20 Schritte in zwölf Stunden

Die ersten Wochen machte es mir noch Spaß, den ganzen Sonntag nur zwischen Bett, Sofa, Laptop und Fernseher hin und her zu wandern. Der Schlafanzug blieb natürlich an. Ich schaffte maximal 20 Schritte in zwölf Stunden und sprach kein Wort mit jemanden. Eine Premium-Tiefkühlpizza gabs zum Abendessen. Manchmal blickte ich noch aus dem Fenster und goss die Blumen. Doch nach ein paar Wochen bekam ich einen Knall. Ich wollte etwas tun, was Freude macht, sinnvoll ist, und für das es sich lohnt, den Schlafanzug auch mal auszuziehen.

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13. Dezember 2015

Heimat: “Ein Tag mit den Freedom Skaters”

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Das sind Laura, Angela und Gesarda (von links)

Erste Versuche auf dem Skateboard

Vorsichtig stupst Hajar das Skateboard an. Skeptisch schaut sie mich dabei mit ihren großen braunen Augen an. Noch nie ist das kleine Mädchen aus Syrien mit rollenden Brettern in Berührung gekommen. Damit nun beim ersten Versuch nichts schief geht, trägt sie Knie-, Ellenbogen- sowie Handschützer. Ein grüner Helm sitzt außerdem sicher auf ihrem Kopf. Während sie dann einen Fuß auf das Skateboard setzt, holt sie mit dem anderen ein wenig Schwung. Ich halte sie dabei fest an der Hand. Dann kann es los gehen: Hajars erste Fahrt durch die Halle des Rollbrett-Vereins in Karlsruhe. Die Angst in ihren Augen weicht einem Funkeln.

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Das ist Hajar.

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21. Juli 2015

Ein denkwürdiges Abendessen

Quelle: Radio Bremen

Quelle: Radio Bremen

Es passierte neulich beim Abendessen. Ich saß mit einer größeren Gruppe zusammen, als eine Bekannte plötzlich im Gespräch mit mir meinte, dass sie es ja in Deutschland eigentlich nicht laut sagen dürfe, aber es nun doch mal raus muss: Sie könne es schon nachvollziehen, dass Flüchtlingsheime angezündet werden. Also natürlich nicht, dass sie es gut findet, dass Menschen dann sterben. Aber sie könne die Beweggründe der Anwohner verstehen.  Wumm. Ich saß wie versteinert da – und kann es bis heute nicht fassen. Ständig kreisen meine Gedanken um diese Aussage.

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18. März 2015

Flimmerkasten: “Willkommen auf Deutsch”

Nicht einmal einen Bäcker gibt es in dem 450-Seelenkaff Appel (Niedersachsen). Doch nun sollen 53 Flüchtlinge im ehemaligen Alten- und Pflegeheim untergebracht werden. Eine mittlere Katastrophe – zumindest für die Bürgerinitiative Appel, die ernsthaft um den Dorffrieden besorgt ist. Etwas muss geschehen. Der Anführer der Bürgerinitiative, Horst Prahm, gibt alles. Der Dokumentarfilm „Willkommen auf Deutsch“ zeigt, wie die deutsche Mittelschicht mit dem Flüchtlingsproblem umgeht. Am Montag war der Film in der „Kurbel“ zu sehen, ein interessantes Publikumsgespräch folgte.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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