28. Mai 2017

Heimat: “Ein Nachmittag im Lebowski”

Trauer über das Carambo-Aus

Als ich hörte, dass das Carambo schließt, stand meine Welt kurz still. Erinnerungsfetzen blitzten wild in meinem Kopf auf – von all den durchtanzten Nächten zwischen Vintagesofas, abstrakten Kunstwerken und Billardtischen. Von den Knutschereien mit mehr oder weniger bekannten Gesichtern und den Nacht-Flohmärkten. Das Carambo war meine erste Anlaufstelle, als ich vor neun Jahren nach Karlsruhe zog – nur fünf Minuten von meiner ersten WG entfernt, war es schnell wie ein Wohnzimmer, in dem das Wochenende schon mittwochs begann.

Die Nachricht, dass es nun für immer seine Türen schließen wird, machte mich traurig, melancholisch, wehmütig. Auch wenn ich bereits seit drei Jahren kaum mehr dort gewesen war, hatte diese endgültige Nachricht doch etwas Schweres, Endgültiges, zack, aus, vorbei.

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29. Dezember 2016

Kurioses: “Silvester”

Ach, Silvester!

Raclette, Raketen, Radau: Zu Silvester habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis. Wenn mich Menschen schon im November fragen: „Was machst du am 31. Dezember?“, beginne ich innerlich zu schreien. Äußerlich wahre ich meist noch die Fassung, lächele freundlich und äußere mich unentschlossen. „Mal schauen“, „entscheide ich spontan“ oder „keine Ahnung“ – das sind meine drei Standard-Antworten.

Ich finde, Silvester wird einfach maßlos überschätzt und überbewertet. Und es passiert überproportional viel Mist an diesem Tag. Also ich will damit sagen: Dass mich Silvester nervt, kommt nicht von ungefähr. Beispiele? Hier. Weiterlesen »

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27. September 2016

Kurioses: “Nackt”

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Nackt im WG-Zimmer

Nothing good happens after 2 A.M.: Wäre mein Leben eine Seifenoper, würde diese nächtliche Episode in das Sitcom-Genre fallen. Überdreht, mit ein wenig Sex und doch auch ein bisschen witzig. Es bestünde gar Plagiats-Verdacht. Denn der obskure Vorfall, der sich an einem grauen Winterabend mitten in meinem WG-Zimmer ereignete, ist ähnlich in „How I met your Mother“ zu sehen. In der vierten Staffel mit dem vielversprechenden Titel: „Der nackte Mann“.

Barney als Vorbild

Aber von vorne, der Reihe nach: Ich begegnete dem Herrn an einem Freitagabend. Es war kurz vor Weihnachten. Schneeflocken purzelten vom Himmel, der Duft von Glühwein und Waffeln erfüllte die Innenstadt. Überall leuchteten Lichter in grünen und roten Farben. Okay, stopp, genug Kitsch. Zum Wesentlichen: Also wir kannten uns bereits vom Sehen. Seit längerer Zeit schon verweilten wir in den ähnlichen Clubs, sahen uns vor der Bar, hinter der Bar, auf der Tanzfläche. Er adrett, Architekt, ja ein wenig wie Ted. Weiterlesen »

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28. August 2016

Kurioses: “Knutschen”

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Ein Hoch aufs Knutschen!

Ich knutsche gerne. Besonders an meinem Geburtstag. Wenn ich nicht gerade in einer festen Beziehung bin, gehe ich deshalb schon Wochen vorher meinen näheren und weiteren Bekanntenkreis durch und überlege: Wer könnte dafür in Frage kommen? Das Angebot variiert von Jahr zu Jahr, ist mal stärker, mal schwächer. Neue Bekannte kommen dazu, alte fallen weg. Manchmal löst dieser Wunsch ganz schön viel Trubel aus – wie bei diesem einen Herrn, der über Umwege aus London in meine Küche fand.

Trübe Aussichten!

Dieser Geburtstag ereignete sich zu einer Pre-Tinder-Zeit. Damals konnte man sich nicht durch Handy-Herzen-drücken einen Mann direkt nach Hause bestellen. Damals musste man noch aktiv sein, raus gehen, flirten. An diesem Geburtstag war es ein wenig verhext, niemand aus meinem Bekanntenkreis kam in Frage und ohne Tinder gab es auch keinen Plan B. „Gut“, sagte ich mir. „Dann eben nur Geschenke – und Sekt.“ Weiterlesen »

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31. Oktober 2015

Heimat: “Auf einen Wein mit Sebastian Bingel in der ,Venus'”

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Hereinspaziert!

“Sorry, sorry, sorry.” Sebastian Bingel sprintet die letzten Meter, bevor er vor mir steht. Er ist ein wenig außer Atem und muss dann lachen. “Jetzt habe ich dich auch noch warten lassen – verdammt.” Oft haben wir dieses Treffen verschoben, es war ein ständiges Koordinieren via Facebook. Einen Termin mit dem “Venus”-Geschäftsführer zu finden: eine Herausforderung. Nun haben wir es aber endlich geschafft. Sebastian zieht aus seiner Hosentasche einen Schlüsselbund und öffnet die Tür der “Venus”: “Hereinspaziert”.

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29. August 2013

Heimat: “Ganja Riddim Soundsystem”

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Das Herz des „Ganja Riddim Soundsystems“ liegt unter der Erde. Konkret: In einem Bunker im Haselweg in Karlsruhe. Dort werkeln fünf Jungs auf 50 Quadratmetern an ihrer eigenen Soundanlage. Alles entsteht in Handarbeit. Ein Industrieteppich ziert den Boden, Sägespäne liegen verteilt darauf, Hammer hängen an der Wand, daneben sind Zangen, Feilen und eine Säge zu entdecken.

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Werkraum.

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Der Bunker.

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Max bei der Arbeit.

Was hinter dem „Ganja Riddim Soundsystem“ genau steckt? Jan, einer der Jungs, holt aus: „Die Ursprünge gehen auf eine Verzweiflungstat im Jahr 1998 zurück”, sagt er schmunzelnd. Damals lebte er noch in Pforzheim, hatte kurz vor dem Abitur mit seinen Freunden Langeweile. „Es war dort so gut wie nichts los“, erinnert er sich. Die Jungs suchten ihre Platten zusammen, besorgten sich eine Anlage und begannen in einem Jugendhaus in Friolzheim eine Party zu organisieren. Mit Erfolg: Ihr Mix aus Reggae- und Dancehallmusik kam an. „Ganja Riddim“ nannte sich die Veranstaltungsreihe. Es blieb nicht bei dem einen Mal. Immer mehr Leute kamen zu den Partys, die Locations wurden größer.

Der Wunsch nach einer neuen Herausforderung wuchs. Die Jungs sahen ein niederländisches Soundsystem – und waren von dem Konzept begeistert. „Partys mit einer eigenen Anlage und selbstgebauten Boxen feiern, darauf hatten wir große Lust.“ Das war Anfang 2002.

Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Umsetzung gar nicht so einfach ist. Geld wurde gebraucht, eine Crew, ein passender Raum. „Der Zufall wollte es, dass Sebastian, Max‘ älterer Bruder, bereits ein kleines Soundsystem hatte”, sagt Jan.  „Roots Ark“ nannte sich das. Es kam zur Fusion mit „Ganja Riddim“, das „Ganja Riddim Soundsystem“ war geboren.

„Zuerst hatten wir unseren Raum in Nußbaum“, erzählt Jan. Da sie zu der Zeit aber bereits alle in Karlsruhe wohnten, sei das umständlich gewesen. Die Jungs suchten im Internet nach einer Location, wo sie in Ruhe an ihren Boxen basteln und diese unterstellen können. Sie stießen auf den Bunker in der Nähe der Günter-Klotz-Anlage und bekamen die Zusage. „Perfekt“, sagt Jan.

1147796_10151841367849859_796883502_nZu den Partys schleppen die Jungs außer ihren 16 großen Lautsprechern auch Plattenspieler, Kabel und Effektgeräte. „Wir müssen uns einen Sprinter von Stadtmobil leihen, um alles transportieren zu können“, erläutert Max. Die Arbeiten sind dabei untereinander klar aufgeteilt: „Es gibt bei uns Bastler, Graphiker und ich kümmere mich um die Promotion und Organisation“, sagt Jan.

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Jan mit Lichtspielen für das Soundsystem.

Vor allem im vergangenen Jahr waren sie viel unterwegs – in St. Gallen, Wien, Köln, Heidelberg. „Die Musik wird durch unser Soundsystem erlebbar“, erklären die Karlsruher. Viel Druck sei dahinter, es komme vor, dass Biergläser in den Regalen zu wackeln anfingen. Ihr Boxenturm sei drei Meter hoch, werde auch beleuchtet. Der Musik-Schwerpunkt liege derzeit auf Reggae und Dub, sagen sie.

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„Es ist teilweise anstrengend, die Anlage zur Party zu transportieren und wieder abzubauen“, sagt Max. Aber wenn dann die Veranstaltung gut liefe, sei das den Aufwand mehr als wert. „Das ,Ganja Riddim Soundsystem‘ ist unsere Leidenschaft“, sagen Max und Jan. „Wenn wir unsere Musik spüren und die Leute tanzen sehen, sind wir einfach nur glücklich.“

https://www.facebook.com/GanjaRiddimSoundsystem?fref=ts

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Max.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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