26. Juni 2015

Schmöker: “Was ich liebte” von Siri Hustvedt

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Vom netten Roman zum spannenden Thriller

Es beginnt so harmlos. Als ich die ersten Seiten von „Was ich liebte“ zu lesen begann, dachte ich: „Ach, das liest sich aber schön.“ Bei den ersten rund 200 Seiten handelt es sich um einen netten Roman um zwei Künstler-Ehepaare, die in Brooklyn leben. Es geht um Leo und Erica sowie Bill und Violet. Um die gewöhnlichen Irrungen und Wirrungen der Liebe – mit interessanten Exkursen zur Literatur, Kunst und Psychologie. Doch Seite für Seite steigert sich in „Was ich liebte“ die Spannung – auf so subtile Weise, dass ich zunächst kaum bemerkte, wie sehr mich dieser Roman verschlang und Platz in meinem Denken einnahm. Schließlich konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Erzählte Freunden ständig davon. Schönheit, Spannung, Schwieriges: „Was ich liebte“ vereint alles. Siri Hustvedt hat mit diesem Roman ein kleines literarisches Meisterwerk geschaffen. Weiterlesen »

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18. Mai 2015

Schmöker: “Die Analphabetin, die rechnen konnte” von Jonas Jonasson

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Böden schrubben im Kernkraftwerk

Das Schicksal meint es nicht gut mit Nombeko: Im elendigsten Slum in Südafrika wächst sie auf. Bereits als junges Mädchen arbeitet sie als Latrinenträgerin und muss Fäkalien durch die Gegend tragen. Damit nicht genug: Ein betrunkener Ingenieur fährt sie dann mit dem Auto halbtot. Und statt Schmerzensgeld zu bekommen, landet das blitzgescheite Mädchen in einem Kernkraftwerk. Ihre ehrenvolle Aufgabe: Böden schrubben.

Ein Ende mit Wehmut

Puuuh. In Jonas Jonassons jüngstem Werk „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ ist bereits im ersten Viertel ganz schön viel los. Was in seinem Vorgänger „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ noch Charme und Witz hatte, zieht sich hier trotz des Trubels zäh in die Länge. Konsequenz nach fünf Monaten: Ich brach bei der Hälfte ab. Mit Wehmut. Hatte ich mich doch sehr auf den Roman gefreut. Weiterlesen »

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17. November 2013

Schmöker: “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert”

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Eine Buchhändlerin hat mir vor wenigen Wochen den Roman „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ ans Herz gelegt. Von einer Mischung aus Gesellschaftsroman, spannendem Krimi und Liebesgeschichte sprach sie – voller Begeisterung. Mein Interesse war geweckt. Als ich sah, dass es derzeit noch knapp 23 Euro kostet, zögerte ich kurz, war dann aber doch so neugierig und kaufte es. Zum Glück.

Von der Buchhandlung zu Hause angekommen, fing ich direkt an zu lesen und konnte gleich am ersten Abend drei Stunden lang nicht mehr damit aufhören. In kürzester Zeit war ich gedanklich nach Aurora, einer Stadt in New Hampshire, gereist. Dort spielt sich die Geschichte von Joel Dicker zum größten Teil ab.

Im Mittelpunkt stehen Marcus, ein aufstrebender Schriftsteller, und sein alter Professor sowie Freund Harry. Es ist das Jahr 2008, kurz vor der US-Präsidentschaftswahl: Marcus lebt in New York, leidet an einer Schreibblockade, kommt mit seinem zweiten Roman nicht voran. Sein Verlag sitzt ihm im Nacken, er ist verzweifelt.

Alles ändert sich schlagartig, als Harry in Aurora plötzlich verhaftet wird. Der Vorwurf: Er soll im August 1973 die damals 15-jährige Nola ermordet haben. Marcus glaubt fest an Harrys Unschuld, reist in die Kleinstadt, um seinem alten Freund zur Seite zu stehen und die Wahrheit herauszufinden.

Das Besondere an dem Buch ist, dass die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird. Vielmehr bringt Joel Dicker dem Leser über verschiedene Zeitsprünge die tragische Liebesgeschichte von Harry und Nola näher. Sehr viel Freude und Vergnügen hatte ich dabei auf jeder einzelnen der mehr als 700 Seiten. Ich konnte und wollte das Buch nicht mehr weglegen, schleppte es in meiner Tasche überall mithin, las in jeder freien Sekunde. Das Werk des schweizerischen Schriftstellers ist einfach, aber nicht trivial geschrieben und lässt einen nicht mehr los. Unbedingt wollte ich wissen, ob Harry schuldig ist oder nicht.

Außerdem ist Joel Dicker durch seine facettenreichen Protagonisten und der genauen Beschreibung ihrer Lebensgeschichten ein sehr mitreißender Gesellschaftsroman gelungen, der mich oft an die Werke von Jonathan Franzen erinnerte.

Im letzten Drittel des Buches überschlagen sich zwar ein wenig die Ereignisse und ein bisschen weniger Geschehen und verzwickte Zusammenhänge wären von Vorteil gewesen, gleichwohl: „Die Wahrheit über den Fall Quebert“ liest sich wunderbar, ein fabelhaftes Buch für triste Herbsttage.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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