27. Oktober 2014

Schmöker: “Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee” von Erich Kästner

Ein rollschuhlaufendes Pferd, ein verrückter Apotheker und ein aufgeweckter Junge: „Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“ von Erich Kästner ist eine wunderbare Unsinnsgeschichte. Eigentlich für Kinder, doch wer Freude an Quatsch und Unfug hat, wird sie jeden Alters lieben.

Aufführung in der “Insel”
Aufmerksam wurde ich auf den Kinderroman, weil er seit Oktober vom Jungen Staatstheater in der „Insel“ aufgeführt wird. Auszüge davon wurden bei der „Karlsruher Theaternacht“ und dem „Spielzeitencocktail des Badischen Staatstheaters“ gezeigt. Ich hatte so viel Spaß dabei. Danach stand für mich fest: Zuerst muss ich dieses Buch lesen, danach in eine komplette Vorstellung gehen. http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/info/1951/

Konrad mangelt es an Fantasie
Der Roman ist eine wunderbare Aneinanderreihung von sehr komischen und kuriosen Einfällen. Der neunjährige Konrad kommt jeden Donnerstag seinen Onkel Ringelhuth besuchen. Dieser ist Apotheker, alleinstehend und hat immer ein offenes Ohr für seinen Neffen. An diesem 35. Mai geht es Konrad aber gar nicht gut, er muss einen Aufsatz über die Südsee schreiben. Der Grund: Er könne gut rechnen, aber an der Fantasie mangle es ihm, so die Meinung des Lehrers.

Im Wandschrank beginnt die Reise
Durch den Wandschrank in Onkel Ringelhuths Wohnung beginnen sie deshalb eine Reise in die Südsee. Mit dabei: das rollschuhlaufende Pferd Negro Kaballo.

Im Schlaraffenland legen Hühner Spiegeleier
Bis in die Südsee ist es aber weit, zahlreiche Abenteuer liegen dazwischen. Zuerst landen die drei Reisenden im Schlaraffenland. Der Eintritt ist frei, Kinder bezahlen die Hälfte. Ganz schön faul sind die Menschen dort und dick. Hühner legen Spiegeleier mit Schinken und auf den Wiesen wachsen Regenschirme. Das Schlaraffenland ist aber nur eine Zwischenstation. Weiter geht es für Konrad, Onkel Ringelhuth und Negro Kaballo zu einer Burg, zur verkehrten und zur automatisierten Welt sowie zum Äquator.

Strickende Kängurus und außergewöhnliche Putzfrauen
Staunend las ich Seite um Seite, freute mich über die tollen Einfällen (strickende Kängurus, die Nadeln und Wolle immer im Beutel haben, eine Scheuerfrau, die den Äquator putzt), über die sehr schöne Sprache und die lustigen Ausdrücke („du Strolch“, „Sie vierbeiniger Dickschädel, „du Lausejunge“). Nun bin ich sehr gespannt auf die Vorstellung in der „Insel“.

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One thought on “Schmöker: “Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee” von Erich Kästner

  1. Andrea sagt:

    Ich habe dieses Buch von meinen Eltern geschenkt bekommen, als ich in die Schule kam. Das war 1970. Ich konnte zwar noch nicht lesen,aber mein Vater hat mir daraus vorgelesen. Es war mein erstes Buch, steht immer noch in meinem Bücherregal und wird hin und wieder auch noch gelesen. Es ist jedes Mal ein großer Spaß, obwohl ich es in- und auswendig kenne.
    Mit diesem Buch wurde bei mir die Liebe zu Büchern und die Leidenschaft zum Lesen geweckt.
    Ich kann dieses Buch ohne wenn und aber allen ans Herz legen, für die ein Leben ohne Bücher unvorstellbar ist.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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