9. Februar 2020

Schmöker: “Der Distelfink” von Donna Tartt

Distelfink

“Der Distelfink” von Donna Tartt: Wohltat für Herz und Verstand

Eine Wohltat für Herz und Verstand: Donna Tartt hat mich mit ihrem Roman “Der Distelfink” zutiefst begeistert. Entwicklungsroman, Kunst-Krimi, Milieu-Studie: Sie verbindet in ihrer berührenden Geschichte verschiedene Genres. Durch diese Vielseitigkeit sind selbst die mehr als 1.000 Seiten keine Herausforderung für mich gewesen. Einzig das Ende fällt ein wenig ab. Im Gesamten ist das Buch aber großartig! 

Ein Terroranschlag verändert Theos Leben

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Theodore. Als er als kleiner Junge mit seiner Mutter in einem Museum ist, ereignet sich dort ein Terroranschlag. Seine Mutter stirbt. Damit nicht genug: Der Junge nimmt verbotenerweise ein bedeutendes Gemälde mit aus dem Museum und versteckt es. Es ist ein Wendepunkt in seinem Leben. Mit jedem Jahr, das folgt, kommt er mehr vom geraden Weg ab.

Eine Entwicklungsgeschichte!

13 Jahre alt ist Theo zu Beginn der Handlung, gegen Ende wird er ein junger Erwachsener sein. Diese Entwicklung beschreibt Donna Tartt genau. Als Leserin konnte ich Theo beim Erwachsenwerden zusehen – ein oft schmerzlicher Prozess.  Da die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt ist, entwickelte ich schon von der ersten Seite an ein unglaublich enges Verhältnis zu ihm. Aber nicht nur zu ihm: Donna Tartt beschreibt auch die Menschen, denen er begegnet, bis ins kleinste Detail. Sowie die Landschaften, Häuser und Räume in New York und Las Vegas, wo die erste Hälfte des Romans spielt. Ein Kopfkino entwickelt sich von ganze alleine – in den buntesten Farben.

Pulitzer-Preis für den “Distelfink”!

“Der Distelfink” ist außerdem ein Kunstkrimi. Durch den Diebstahl des Bildes rutscht Theo im Laufe der Zeit in schräge Geschäfte und verlässt das seriöse Leben. Das Besondere an diesem Buch ist aber kein überladener Plot. Vielmehr schafft Donna Tartt allein mit ihren ganz alltäglichen Beschreibungen eine unglaubliche Dynamik. Dadurch entsteht eine interessante Milieustudie der modernen amerikanischen Gesellschaft.

Es ist die Kombination all dieser Elemente, die den Roman so interessant und facettenreich machen. Donna Tartt schreibt außerdem so wunderbar einfach, dass ich den “Distelfink” ohne Mühe und Anstrengung lesen konnte – trotzdem aber soviel Interessantes und Kluges erfuhr. 

Die Amerikanerin hat für diesen Roman den Pulitzer-Preis erhalten. Völlig zurecht.

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3. September 2016

Schmöker: “,Die geheime Geschichte’ von Donna Tartt”

Die geheime Geschichte von Donna Tartt

“Die geheime Geschichte”: Gute Dinge brauchen Weile

Donna Tartt hat mich mit „Die geheime Geschichte“ vor eine meiner größten Leseherausforderungen überhaupt gestellt. Entweder ich schaffe es bei Büchern zügig über die ersten 100 Seiten hinaus, dann bleibe ich dabei. Wenn sich der Anfang aber schon als schwierig erweist, verschwende ich keine weitere Zeit mit einem Buch. Next. Donna Tartt hat dieses Vorgehen nun komplett durcheinander gewirbelt. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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