19. Februar 2013

Schmöker: “Die Wand” von Marlen Haushofer

Die Wand

Fern ab der Zivilisation

Über Nacht ist sie plötzlich da: die Wand. Sie ist glatt, kalt, undurchsichtig und trennt eine Frau, die in den Bergen alleine in einer Jagdhütte schläft, von der restlichen Welt. Warum die Wand da ist, was mit den anderen Menschen geschah? Es bleibt ein Rätsel. Nur mit einem Hund, einer Kuh, einem Stier und Katzen bestreitet die Frau von nun an ihr Leben. Fern ab der Zivilisation, mitten in der Natur.

Über Einsamkeit und Ausweglosigkeit

Ich bekam “Die Wand” bereits vor Jahren empfohlen, aber erst als ich im Herbst des vergangenen Jahres im Kino den Trailer für die Verfilmung mit Martina Gedeck sah, beschloss ich, es nun sofort zu kaufen. Es war nicht immer einfach, längere Zeit am Stück daran zu lesen. Nicht wegen der Sprache. Im Gegenteil: Diese ist klar und präzise und die detaillierten Naturbeschschreibungen sind wunderbar. Nein, ich legte das Buch des Öfteren auf die Seite, weil es mich deprimierte. Den Kampf der Frau zu beobachten, gefangen mit sich, ihren Gedanken, der Einsamkeit, der Ausweglosigkeit. Was tun bei schlimmen Zahnschmerzen, was tun wenn die Sehnsucht nach geliebten Menschen schmerzt oder einfach der Drang nach Zucker groß wird?

Es ist kein leichtes Buch, aber trotzdem empfehlenswert. Es regt an zu reflektieren, sich selbst mit seinem Leben auseinanderzusetzten. Und nicht immer an allem vorbeizueilen, sondern innezuhalten, die kleinen Dinge zu sehen und den Moment zu genießen.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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