7. November 2016

Heimat: “Ein Nachmittag in der ,Kurbel'”

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Das sind Fabian und Sophie.

Preis-Regen für „ Die Kurbel“

Popcorn ploppt vor sich hin, vom Regen durchnässte Gäste huschen durch die Glastüren ins Foyer und Kinder bestaunen aufgeregt bunte Filmplakate. Samstagnachmittags herrscht in der „Kurbel“ in der Kaiserpassage munteres Treiben. Auch die beiden Geschäftsführer Sophie Burger und Fabian Eck sind von ihrem Kurztrip zu einer Preisverleihung nach Freiburg gerade zurück und schauen, dass im Kino alles nach Plan läuft.

„Unser Ausflug hat sich gelohnt“, sagt Sophie und strahlt. Der Grund für ihre Freude: Die Medien- und Filmgesellschaft (MFG) Baden-Württemberg hat den beiden jungen Geschäftsführern für ihr innovatives Kinoprogramm einen Sonderpreis verliehen. Es ist bereits der zweite Preis innerhalb weniger Wochen. Mitte Oktober bekamen sie von Monika Grütters, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), einen Preis für ihr „herausragendes Jahresfilmprogramm 2015“.

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31. Juli 2016

Fernweh: “Crazy in love: Barcelona II”

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Ein Herz für Wermut <3

Wermut! Es verging ehrlicherweise kaum ein Abend in Barcelona, an dem ich nicht in einer Kneipe oder einer Bar landete und mich durch verschiedene Varianten probierte – manchmal gab es nur Martini Rosso für fünf Euro das Glas, in zahlreichen Läden in Raval aber auch die Haus-Sorten für weniger als drei Euro. Sehr leckeren Wermut gab es beispielsweise in den Bars “La Monroe” oder “KINO”.

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22. Januar 2016

Flimmerkasten: “Anomalisa”

 

Tiefgründig und detailverliebt

Nach etwa 15 Minuten war ich irritiert. Als Michael Stone, Hauptdarsteller in „Anomalisa“, mit seiner Frau Donna telefoniert, redet eine Männerstimme mit ihm. Ist Donna ein Mann? Nein. Es macht plötzlich klick. Fast alle Figuren in dem Stop-Motion-Film von Charly Kaufman werden von einer Person gesprochen – bis auf Michael selbst und Lisa, der Frau, die ihm in einem Hotel begegnet und sein Leben für eine Nacht gehörig durcheinander wirbelt. „Anomalisa“ ist ein Film der etwas anderen Art, tiefgründig, detailverliebt, ehrlich, aber auch ein wenig verstörend. Zu recht hat der Animationsfilm bereits zahlreiche Preise erhalten.

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2. August 2015

Flimmerkasten: “Taxi Teheran”

Goldener Bär für Taxi Teheran

Die zwölfjährige Hana quasselt ohne Unterbrechung. Sie soll für die Schule einen Film drehen. Aber ganz schön viele Regeln gibt es zu beachten: Mann und Frau dürfen sich nicht berühren. Die Guten dürfen keine Krawatten tragen und das Thema sollte weder politischer noch wirtschaftlicher Natur sein. Hana erzählt dies dem iranischen Regisseur Jafar Panahi. Er ist ihr Onkel und holt sie an diesem Tag mit einem alten Taxi von der Schule ab. „Mit so einer Schrottkarre kommst du mich abholen? Ich hab allen in der Schule erzählt, dass mein Onkel Regisseur ist, und dann kommst du mit so was hier an?“, echauffiert sie sich mit ihrer hohen Mädchenstimme. Jafar Panahi bleibt gelassen und fährt los.

Hana ist nur eine von mehreren Fahrgästen, die an diesem Tag in seinem Taxi Platz nehmen. Wie ein Dokumentarfilm kommt „Taxi Teheran“ daher – ist es aber nicht. Jafar Panahi hat ein  wunderbares Werk geschaffen, das einen Einblick in das derzeitige Leben in Irans Hauptstadt gibt – intelligent, nachdenklich und an vielen Stellen außerordentlich komisch. Verdient hat er bereits den Goldenen Bären gewonnen. Da er offiziell aber 20 Jahre Berufsverbot hat und sich kaum in der Öffentlichkeit zeigt, kam Hana in Berlin auf die Bühne und nahm den Preis entgegen.  Weiterlesen »

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15. Mai 2015

Heimat: “Ein Kaffee im Zwischenraum”

Das sind Katharina (links) und Sophie.

Haar-Utensilien raus, Kunst rein: Studentinnen der Hochschule für Gestaltung (HfG) und die „Kurbel“ haben in der Kaiserpassage in einem leer stehenden Frisörladen den „Zwischenraum“ geschaffen. Bis 7. Juni gibt es dort verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema „Kino“. „Neben Filmvorführungen sind Workshops, Konzerte, Diskussionen, Ausstellungen und Performances geplant“, sagt Sophie Burger von der „Kurbel“. Außerdem kann jeder von dienstags bis sonntags zwischen 15 und 19 Uhr zum Arbeiten vorbeikommen, fügt Katharina Küster von der HfG hinzu.

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7. April 2015

Flimmerkasten: “In meinem Kopf ein Universum”

Kinostart: 09. April
Er kann nicht richtig greifen, laufen und auch das Sprechen bleibt ihm verwehrt: Mateus leidet an einer zerebralen Bewegungsstörung – von Geburt an. Ärzte halten ihn so wenig aufnahmefähig wie „Gemüse“. Doch seine Mutter glaubt fest daran, dass Mateus’ Verstand funktioniert und er bewusst mitbekommt, was um ihn herum geschieht. Der Film „In meinem Kopf ein Universum“ beruht auf einer wahren Geschichte. Der polnische Regisseur Maciej Pieprzyca hat sie nun auf die Leinwand gebracht und 108 Minuten geschaffen, die tief bewegen, aber trotz der Tragik keineswegs schwer sind oder kitschig. Im Gegenteil: Es ist ein Film entstanden, der so wunderschön ist, dass er noch lange nachwirkt.

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9. November 2014

Flimmerkasten: “A long way down”

Es ist weder die beste Zeit, noch der beste Ort: Moderator Martin Sharp hat sich ausgerechnet die Silvesternacht und das beliebteste Selbstmord-Hochhaus in der Stadt ausgesucht, um sein Leben zu beenden. Keine gute Wahl. So dauert es nicht lange und drei weitere Verzweifelte stehen neben ihm: Jess, JJ und Maureen. Sie kommen ins Gespräch und beschließen einen Pakt. Sie möchten dem Leben noch eine Chance geben – sechs Wochen lang bis zum Valentinstag. Eine turbulente Zeit beginnt. Weiterlesen »

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28. August 2014

Flimmerkasten: “Can a song save your life”

Es gibt kaum einen Film, den ich so sehr liebe wie „Once“. Unzählige Male schaute ich die Low-Budget-Produktion von Regisseur John Carney. Die Geschichte um die beiden Musiker Glen Hansard und Marketa Irglova ist einfach herzreißend schön, der Soundtrack eine Wucht. Deshalb waren die Erwartungen groß, als ich gestern in der Vorpremiere von „Can a song save your life“, dem neuesten Werk von Carney, war.

Große Namen statt markanter Indie-Stars: Keira Knightly, Mark Ruffalo und der Sänger von Maroon 5, Adam Levine, sind in den Hauptrollen zu sehen. Und auch die Nebenrollen sind prominent besetzt (Mos Def, Hailee Steinfeld). Statt im rauen Dublin spielt das Geschehen nun im hippen New York. Die Bilder und die Kulisse sind dabei auf Hochglanz poliert, eine typische US-Produktion entstand. Das ist schade. Der ganze Charme, der in „Once“ so bezaubernd war, fehlt.

Auch dieses Mal geht es wieder um Musik und die Liebe. Der ehemals erfolgreiche Produzent Dan (Mark Ruffalo) entdeckt Sängerin Gretta (Keira Knightley) in einer Bar. Dort singt sie eigentlich nur widerwillig einen ihrer Songs. Gerade wurde sie von ihrem berühmten Freund Dave Kohl (Adam Levine) verlassen, Liebeskummer hat sie. Als der Produzent sie auf der Bühne sieht, ist er von ihrem Talent sofort überzeugt und möchte mit ihr ein Album aufnehmen. Da es aber an Geld fehlt, wird er erfinderisch. Eine ganz besondere Band trommelt er zusammen. Und statt im Tonstudio spielen sie an verschiedenen Plätzen in New York die Songs ein.

Der Film ist ohne Frage nett und kurzweilig. Auch der Aufbau der Handlung ist interessant, einige Szenen sind sehr originell. Aber insgesamt ist alles beliebig. Die Dialoge bleiben an der Oberfläche und die Geschichte berührt nicht wirklich. Im Vergleich zu Glen Hansard und Marketa Irglova sind Keira Knightley und Adam Levine ein schrecklich langweiliges Paar. Auch Keira Knightleys Singversuche sind völlig belanglos. Wer „Once“ nicht gesehen hat oder es schafft, die beiden Filme nicht zu vergleichen, wird sicherlich seine Freude an „Can a song save your life“ haben. Ich bin enttäuscht.

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24. April 2013

Flimmerkasten/Heimat: “Ein Abend mit The Broken Circle”

Puuh. Selten hat mich ein Abend in der Schauburg so sprachlos gemacht wie der heutige. Der Grund: Die Vorpremiere von “The Broken Circle”. Bewegende Bilder, überzeugende Akteure, wunderbare Musik. Es war ein schrecklich emotionaler und erfüllender Abend. Das Besondere: Die Schauspieler waren vor Ort, beantworteten nach der Vorstellung Fragen, die Blue Grass Band  spielte auf der Bühne die Songs vom Soundtrack.

“The Broken Circle” ist ein unendlich trauriger Film. So wie mich “My Girl” mit acht Jahren im Kino völlig aus der Bahn warf, ging es mir heute mit dem Drama von Regisseur Felix van Groeningen. Von ihm sah ich bereits “Die Beschissenheit der Dinge” und hatte eine Menge Spaß. Heute das Kontrastprogramm.

Der Blue Grass-Musiker Didier (Johan Heldenbergh) und Tattoo-Künstlerin Elise (Veerle Baetens) lernen sich in ihrem Studio kennen, verlieben sich sofort. Sie sind unendlich glücklich, genießen das Leben. Elise wird schwanger, Maybelle kommt auf die Welt.  Alles scheint perfekt. Bis Maybelle mit sieben Jahren an Krebs erkrankt. Es ist eine harte Belastungsprobe, vom größten Glück zum schlimmsten Schmerz.

“The Broken Circle” ist eigentlich ein Theaterstück, das Hauptdarsteller Johan Heldenbergh schrieb und das in Belgien aufgeführt wurde. Mehrere Monate verbrachte Felix van Groeningen damit, ein Drehbuch aus der Vorlage zu basteln.  Die Struktur wurde ausgelöst, die Handlung ist nicht linear. Zeitlich gibt es zahlreiche Sprünge. Verwirrung entsteht dabei keine. Im Gegenteil. Spannung wird aufgebaut. Der Zuschauer erhält Pausen  – zum Durchatmen. Diese sind dringend notwendig, denn nicht nur ein Mal hatte ich das Gefühl, das Geschehen nicht mehr aushalten, nicht mehr ertragen zu können.

Heldenbergh erklärte am heutigen Abend in Karlsruhe, dass er eine traurige Geschichte schreiben wollte. Seine kritische Haltung zur Religion spielt eine große Rolle. Die “weißen Gospels” sind ein gegenläufiger Aspekt. Didier ist Atheist, Elise religiös. Beide gehen sie mit ihrem Schmerz und ihrer Ohnmacht über das, was geschieht, unterschiedlich um. Auch die ethische Diskussion um die embryonale Stammzellenforschung nimmt Raum ein. Es ist ein facettenreicher Film, so nah dran am Leben.

“The Broken Circle” gewann bei der Berlinale den Zuschauerpreis. Es ist kein Film, der das Leben beschönigt. Vielmehr zeigt er auch die grausamen Seiten. Das ist keine leichte Unterhaltung, sondern weit weg vom Popcorn-Kino. Aber Felix van Groeningen schafft es immer wieder, mit tollen Bildern, tragi-komischen Dialogen und einfühlsamer Musik für ein wenig Erholung zu sorgen.  “Es war so schön, aber das Leben ist nicht großzügig”, meint Elise. “The Broken Circle” wird mich wohl noch lange verfolgen. Ein Film, der zu Tränen rührt und ganz nah geht.

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15. April 2013

Flimmerkasten: “Der Vorname”

Interessant und vielschichtig

Eigentlich soll es ein netter Abend werden. Elisabeth, genannt Babou, hat marokkanisch gekocht. Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre wartet sie nun auf die Gäste: Auf ihren Bruder Vincon, dessen schwangere Freundin Anna und auf ihren langjährigen Freund Claude. Als Vincon erzählt, wie sein Sohn heißen soll, gerät alles außer Kontrolle. Tief verborgene Geheimnisse kommen ans Licht, aufgestaute Dinge werden ausgesprochen. Irgendwann liegt Claude auf dem marokkanischen Büfett –  mit blutender Nase. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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