20. Juli 2020

Heimat: “Kulturbühne Karlsruhe mit Mine”

Credit: Michael Tubach

Vielfalt auf der Kulturbühne Karlsruhe

Eine imposante Bühne, riesige Leinwände und Live-Musik: Der Parkplatz P3 der Messe Karlsruhe hat sich in diesem Frühsommer innerhalb kürzester Zeit zu einem Konzertgelände verwandelt. Konkret: in die Kulturbühne Karlsruhe. Schlager, Rap, Klassik. Bis Ende August treten dort die verschiedensten Acts auf.

Ich habe mich mit Florian Vitez über die Kulturbühne Karlsruhe und das Konzept unterhalten. Er hat die Veranstaltungsreihe mit seinem Musikunternehmen Reposit Entertainment, der Messe Karlsruhe und anderen Firmen ins Leben gerufen. Was dabei die Herausforderungen waren und wie ihr 2×2 Tickets für das Mine-Konzert am 06. August gewinnen könnt, erfahrt ihr im folgenden Text.

Live-Konzerte in Karlsruhe trotz Coronavirus

Hallo Flo, ihr habt in Kooperation mit der Messe Karlsruhe und vielen weiteren Beteiligten die Kulturbühne Karlsruhe ins Leben gerufen – wie kam es dazu?

Flo: Wegen der Corona-Pandemie kam es ja Anfang März zu zahlreichen drastischen Einschränkungen für das öffentliche Leben – mit weitreichenden Folgen auch für den gesamten Kultur- und Veranstaltungsbetrieb. Austragungsorte mussten schließen, Tourneen wurden unterbrochen, Festivals abgesagt und sämtliche Messen wurden verschoben. Diese drastischen Schritte waren sicherlich notwendig, jedoch entstand daraus ein noch nie dagewesenes kulturelles Vakuum.

Für uns sind Veranstaltungen sowie öffentliche Orte, an denen Menschen auf kultureller und sozialer Ebene zusammenkommen können, wichtiger und essentieller Teil für das gesellschaftliche Zusammenleben.

Die Kulturbühne Karlsruhe ist aus dem Gedanken heraus entstanden, solch einen Ort zu schaffen und eine Perspektive aufzuzeigen, dass Veranstaltungen auch in Corona-Zeiten wieder möglich sind und wir gemeinsam die ersten Schritte gehen können. KünstlerInnen beziehungsweise die vielen Menschen, die im Hintergrund arbeiten, haben dadurch wieder die Möglichkeit, Live-Events zu veranstalten – und das Publikum kann sie erleben.

Da wir mit diesem Gedanken nicht alleine waren, haben wir schnell viele Firmen gefunden, die die gleichen Gedanken hatten. Gemeinsam haben wir die Idee in die Realität umgesetzt. Zu den Beteiligten gehören:

  • Crystal Sound
  • Eventtechnik Gleich
  • hell begeistert.
  • Megaforce
Credit: Sara Dejavadi

Ihr bespielt mit einer riesigen Bühne das Messegelände. Wie habt ihr in der Corona-Krise die Infrastruktur so schnell hinbekommen?

Flo: Die Geschwindigkeit in der Planung war sicherlich selbst für uns ungewohnt. Vom Startschuss bis zur ersten Veranstaltung hatten wir rund vier Wochen Zeit. Geholfen hat uns, dass wir im Team sehr stark sind, viele der beteiligten Firmen sind seit Jahrzenten international im Veranstaltungsgeschäft tätig und verfügen über einen ungeheuren Erfahrungsschatz – da bin ich mit gerade einmal 15 Jahren Erfahrung das Greenhorn in der Runde (lacht). Trotz allem war das definitiv eine Herausforderung, die akuten Schlafmangel mit sich gezogen hat…

War das eine der größten Herausforderungen bei der Umsetzung?

Flo: Ja, diese knappe Planungszeit gehört dazu. Statt gewöhnlich sechs bis Monaten hatten wir eben nur vier Wochen. Außerdem wollten wir uns von Anfang an eine große Flexibilität hinsichtlich der sich ständig wandelten Corona-Verordnung wahren. Das heißt: Wir passen mit jeder Änderung der Auflagen unser System kurzfristig an – beispielsweise betrifft das die Tickets. Im Juli dürfen wir nun im Bereich direkt vor der Bühne 250 Open-Air-Plätze anbieten, im August werden es sogar 500 sein.

Bei der Kulturbühne gibt es dadurch nie einen Status quo, ab dem wir sagen können: „O.K., jetzt läuft das einfach so durch bis Ende Augst.“ Vielmehr wir sind im ständigen Wandel und immer weiter am optimieren.

Credit: Sara Dejavadi

Ihr habt mit dem Titel „Drive-in-Kulturbühne“ angefangen. Nun habt ihr euch in „Kulturbühne Karlsruhe“ umbenannt. Was ist der Hintergrund?

Flo: Der Zusatz „Drive-In“ war am Anfang naheliegend, da die Besucher damals zum größten Teil mit ihrem Auto kamen und direkt auf ihren Platz fahren konnten. Nachdem wir aber bereits ab der ersten Veranstaltung 99 Sitzplätze vor der Bühne anbieten und dies nun in zwei Schritten auf bis zu 500 Personen ausweiten, haben wir das „Drive-In“ weggelassen.

Natürlich gibt es nach wie vor die Möglichkeit, mit dem Auto direkt aufs Gelände zu fahren. Durch die Open-Air-Kapazität schließen wir aber auch niemanden mehr aus, der kein Auto hat. Für uns sind die dazugekommenen Stehplätze auch viel nachhaltiger und ökologisch sinnvoller. Für die Atmosphäre und Emotionen vor Ort ist das natürlich fantastisch – das ist pures Open-Air-Festival-Feeling.

Das Line-up ist sehr bunt – nach welchen Kriterien wählt ihr Acts aus?

Flo: Beim Line-Up war uns wichtig, ein äußerst breitgefächertes Programm abzubilden, um möglichst viele Menschen zu erreichen und am Programm teilhaben zu lassen. Schließlich hat ja zur Zeit niemand die Möglichkeit, auf Konzerte oder Festvials zu gehen – unabhängig vom Musikgeschmack.  

Das Programm beinhaltet deshalb unter anderem Comedy, Schlager, Klassik, Jazz, Rock, Metall, Pop, ein Live-Hörspiel, RnB, Soul, Weltmusik, Electro und HipHop/Rap.

Am 6. August kommt nun die Musikerin Mine nach Karlsruhe und es wird ein Konzert mit ausschließlich 500 Stehplätzen geben. Was hat euch dazu veranlasst, die Autos komplett zu verbannen?

Flo: Mit einer Kapazität von 500 Plätzen haben wir nun die Möglichkeit, uns auch auf diese zu beschränken und dann ein Konzert mit einer so fantastischen Künstlerin wie Mine zu veranstalten.

Die Stehplatz-Erweiterung eröffnet neuen Freiraum, denn es gibt viele Künstler*innen, die mit der Vorstellung, vor Autos zu spielen, nichts anfangen können. Das ist absolut verständlich, denn selbst wenn das Publikum noch so sehr durchdreht, applaudiert und aus dem Auto herausschreit, strahlt dieses einfach deutlich weniger Emotionen aus als ein Mensch, der im Publikum direkt vor einem steht oder sitzt.

Credit: Sara Dejavadi

Ist die Kulturbühne Karlsruhe ein einmaliges Projekt oder könnt ihr euch vorstellen, es im nächsten Jahr zu wiederholen?

Flo: In dieser Form wird die Kulturbühne sicherlich ein einmaliges Projekt bleiben. Denn unter den aktuellen Bedingungen ist es überhaupt nicht wirtschaftlich zu betreiben und wäre ohne unsere Sponsoren nicht umzusetzen. Ob es in einer anderen Form vielleicht eine Kulturbühne 2.0 geben wird, steht auf einem anderen Blatt, mal sehen, was die Zeit so mit sich bringt.

Was steht in den kommenden Wochen noch an?

Flo: Ein wirklich sehr bunter Genre-Mix: Haftbefehl kommt am 24. Juli. Zwei elektronische Veranstaltungen haben wir unter anderem mit DJ Hell, Roman Flügel, Konstantin Sibold und Shahrokh Dini am 1. und 15. August. Deutschrock mit Artefuckt, Eizbrand und Neurotox gibt es am 31. Juli.  

Allein die zweite Augustwoche wird schon sehr vielseitig. Neben MINE (6. August) haben wir noch LINA (8. August) und den Grandseigneur des Jazz in Deutschland, Joja Wendt (9. August), bei uns zu Gast. In der Woche drauf veranstalten wir in Kooperation mit der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel eine Benefizveranstaltung mit Glasperlenspiel (14. August). Sämtliche Ticketeinnahmen kommen dank zahlreicher Sponsoren der Stiftung zugute.

Gegen Ende August spannen wir dann den Bogen vom Italo-Schlagerstar Giovanni Zarrella (21. August), über die Comedy-Metaller J.B.O. (22.August) bis hin zur Whitney-Houston-Tribute-Show „Ultimate Whitney“ (23. August) mit der Sängerin Silvia Dias. In den nächsten Tagen werden wir außerdem noch weitere spannende Künstler*innen bekanntgeben.

Karten für das Mine-Konzert gewinnen!

Für das Konzert mit Mine am 06. August darf ich 2×2 Tickets verlosen. Schreibt mir einfach auf der Schreibmaschinen-Facebookseite bis zum 2. August unter den Beitrag über die Kulturbühne, warum ihr unbedingt Mine live sehen möchtet. Die Gewinner benachrichtige ich direkt über Facebook.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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