13. April 2021

Fernweh: “Valencia”

Valencia

Sechs Tage alleine in Valencia

Valencia. Zutiefest verwirrt komme ich in der spanischen Stadt an, klar sortiert verlasse ich sie wieder. Nur wenige Wochen vor dieser Reise bin ich in einen neuen Job gestartet, voller Freude, Energie und Tatendrang. Die Ernüchterung kommt schnell. Innerhalb kürzester Zeit weiß ich: Dort kann ich nicht bleiben, auf gar keinen Fall. Nur: Was dann?

In meinem Kopf schlagen zu dieser Zeit die Gedanken Purzelbäume. Wo möchte ich mich bewerben? Wie stelle ich mir meine Zukunft überhaupt vor? Soll ich nochmals in eine andere Stadt?

Schnell wird mir klar: Ich muss für eine Woche raus, alleine sein, in Ruhe nachdenken und die ersten Bewerbungen schreiben. Aber was für eine Stadt passt gut für dieses Bedürfnisse? Wo gibt es Meer, schöne Cafés, Museen und ein buntes Angebot zur Zerstreuung?

Da fällt mir ein: Eine Freundin war kurze Zeit davor in Valencia, hatte mir Fotos geschickt, von Orangenbäumen, vom Meer, von einem strahlend blauen Himmel. Über Airbnb finde ich bei einem Herrn namens Alex ein schönes WG-Zimmer, ein Schnäppchen für 18 Euro die Nacht, von Frankfurt aus geht wenige Tage später ein Flug. Ich buche, packe meinen Koffer – und ziehe los.

Es war die perfekte Entscheidung, die sechs Tage alleine in Valencia haben mein Leben wieder in die richtige Bahn gelenkt – auch dank der Bekanntschaft eines illustren Herrn. Aber alles der Reihe nach.

Valencia
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5. April 2021

Fernweh: Heiter bis wolkig – vier Tage in Leipzig

Alte Spinnerei Leipzig

Ein grauer Empfang in Leipzig

Leipzig empfängt uns stürmisch. Als wir an einem Samstagnachmittag im Oktober am Hauptbahnhof ankommen, prasseln die Regentropfen mit voller Wucht vom Himmel. Die Pfützen auf dem grauen Betonboden bilden kleine Seen, lassen sich mit den Rollkoffern nur schwer umrunden.

Ein dichter Grauschleier liegt über der Stadt. In der S-Bahn, die uns in den Stadtteil Plagwitz bringt, sind die Scheiben so milchig beschlagen, dass uns erst mal ein Blick nach draußen verwehrt bleibt. Leipzig ziert sich, gibt sich geheimnisvoll.

Vier Tage Leipzig, fünf Tage Füssen. Erst der Osten, dann der Süden Deutschlands – so ist der Plan für unseren Urlaub. Groß war der Wunsch gewesen, von Leipzig nach Lissabon zu fliegen, doch die Inzidenz-Werte in Portugal stiegen in die Höhe, wir blieben am Boden.

Nun also ein Zug-Trip – zuerst zu einer Freundin, die in Leipzig am Theater arbeitet, danach zu den hübschen Seen und Bergen Bayerns, von denen ich seit dem Wanderurlaub rund um den Walchensee so angetan bin.

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15. November 2020

Fernweh: Illustres Island – Teil 1, der Süden

Island Rundreise durch Israel: Selfoss und The Golden Circle

Es gab bislang wenige Momente in meinem Leben, in denen ich das Gefühl hatte, dass nur noch beten hilft. Auf dem Weg nach Mjóifjörður, einem abgelegenen Fjord im Osten von Island, ist aber nur ein einziger Gedanke in meinem Kopf: Wenn es irgendwo da draußen eine übermächtige Kraft gibt, wäre es supernett, wenn sie uns ohne Katastrophen wieder zur Unterkunft bringt. Supernett, wirklich. Beamen wäre auch okay.

Schon die Beschreibung im Reiseführer hätte uns eigentlich stutzig machen sollen: „Die ungeteerte Straße verlangt einem normalen Pkw einiges ab. Aber wer sich durchkämpft, dem eröffnet sich ein Blick auf üppig grüne Berge mit faszinierenden Ruinen und auf Schwärme von Zuchtfischen im eisigen Fjordwasser.“ Wale sind dort auch zu entdecken, heißt es einige Sätze weiter.

Super, denke ich zunächst an diesem Morgen, unserem siebten Tag in Island.

Wale. Und grüne Berge.

Island

Das wird schon passen mit der ungeteerten Straße. Wir haben ja extra eine Auto-Zusatzversicherung gegen Steinschlag abgeschlossen.

Los gehts.

Dass wir uns mit dem kleinen Peugeot eine halbe Stunde später im dichtesten Nebel auf einer unbefestigten und einspurigen Serpentinenstraße einen Berg zunächst hinauf, dann hinunter kämpfen müssen, nein, damit rechnen wir nicht. Der Abgrund nun neben uns: nicht mal einen Meter entfernt. Etwa 25 Kilometer liegen vor uns – nur die gelb leuchtenden Pfosten am Rand geben uns Orientierung. Umdrehen: einfach nicht möglich. Ein Adrenalinschub jagt den nächsten.

Aber erstmal zurück zu Tag 1 – und alles in der richtigen Reihenfolge. Weiterlesen »

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1. Oktober 2020

Fernweh: “Sunny Scotland – Edinburgh”

Edinburgh

Sonniger Empfang in Edinburgh

Falsches Haus, falscher Mann. Es ist kurz vor 9 Uhr und ich stehe in Stockbridge völlig übermüdet in einer fremden Wohnung – meinen riesigen Koffer in der einen, einen Kaffee-Pappbecher in der anderen Hand und meinen vollbepackten Rucksack auf dem Rücken. Fünf Stockwerke bis hoch unter das Dach habe ich den ganzen Krempel geschleppt. Und nun das: „Nein, ich vermiete kein Airbnb-Zimmer“, sagt mir der zunächst noch unbekannte Mann und muss dann lachen. „Komm aber rein, wir schauen zusammen, wo du hinmusst.“ Es ist eine sehr nette Begegnung, die ich gleich zu Beginn in dem hübschen Stadtviertel in Edinburgh habe – und es wird nicht die letzte bleiben.Edinburgh

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25. März 2020

Kurioses: “Irrungen in Israel – Masada und Eilat”

Eilat

Isarel: Willkommen in Eilat

Meine Lieblingsformel ist “Humor = Tragik + Zeit”. Besonders die Ereignisse, die kreuz und quer laufen, sind im Nachhinein oft diejenigen, auf die ich mit einem Lachen zurückblicken kann. Die als Erinnerung hängen bleiben.

In Tel Aviv hörte es an unseren ersten Tagen der Israel-Reise nicht auf zu regnen. Es war bitterkalt und alles klamm in unserer Wohnung. Wir saßen in unserem kleinen Wohnzimmer in Florentin, auf einer Couch voller Hundehaare, hatten die kleine Elektro-Heizung auf Hochtouren laufen, sie bollerte laut vor sich hin, ließ den Stromkreislauf explodieren, plötzlich war alles dunkel, WLAN und Licht hatten uns verlassen. Was tun? Gehen, bleiben? Wir diskutierten.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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