10. November 2019

Fernweh: “Liebenswertes Ljubljana”

 Ljubljana

Ein Ausflug alleine nach Ljubljana

Wer im Alltag ein wenig Langweile hat, sollte im tiefsten Winter alleine mit dem Flixbus von Karlsruhe nach Ljubljana fahren – und sich dort in eine Schein-WG einmieten. Ich garantiere: Noch viele Monate später wirken die Erinnerungen nach.

Äußerst spontan hatte ich mich im vergangenen Jahr für einen Urlaub in Slowenien entschieden. Die Kündigung für meinen damaligen Job war gerade abgeschickt, der Vertrag beim neuen Arbeitgeber bereits unterschrieben. Am 1. Januar sollte es losgehen. Den kompletten Dezember hatte ich dadurch frei. Was tun in den vier Wochen? Zürich! Das stand zuerst mit zwei Freundinnen auf dem Plan. Danach wollte ich aber nochmals alleine weg. Nur wohin so kurz vor Weihnachten?

Weiterlesen »
keine Kommentare
13. April 2019

Fernweh: “Valencia”

Sechs Tage alleine in Valencia

Valencia. Zutiefest verwirrt komme ich in der spanischen Stadt an, klar sortiert verlasse ich sie wieder. Nur wenige Wochen vor dieser Reise bin ich in einen neuen Job gestartet, voller Freude, Energie und Tatendrang. Die Ernüchterung kommt schnell. Innerhalb kürzester Zeit weiß ich: Dort kann ich nicht bleiben, auf gar keinen Fall. Nur: Was dann?

In meinem Kopf schlagen zu dieser Zeit die Gedanken Purzelbäume. Wo möchte ich mich bewerben? Wie stelle ich mir meine Zukunft überhaupt vor? Soll ich nochmals in eine andere Stadt?

Schnell wird mir klar: Ich muss für eine Woche raus, alleine sein, in Ruhe nachdenken und die ersten Bewerbungen schreiben. Aber was für eine Stadt passt gut für dieses Bedürfnisse? Wo gibt es Meer, schöne Cafés, Museen und ein buntes Angebot zur Zerstreuung?

Da fällt mir ein: Eine Freundin war kurze Zeit davor in Valencia, hatte mir Fotos geschickt, von Orangenbäumen, vom Meer, von einem strahlend blauen Himmel. Über Airbnb finde ich bei einem Herrn namens Alex ein schönes WG-Zimmer, ein Schnäppchen für 18 Euro die Nacht, von Frankfurt aus geht wenige Tage später ein Flug. Ich buche, packe meinen Koffer – und ziehe los.

Es war die perfekte Entscheidung, die sechs Tage alleine in Valencia haben mein Leben wieder in die richtige Bahn gelenkt – auch dank der Bekanntschaft eines illustren Herrn. Aber alles der Reihe nach.

Weiterlesen »
keine Kommentare
23. Dezember 2018

Kurioses: “Markus”

Eine Airbnb-Unterkunft des Grauens

Markus. Bislang hatte ich keine bestimmte Assoziation mit diesem Namen, verband keine einzelne, ausgewählte Person damit. Es gibt mehrere Männer, die so heißen und mein Leben in den vergangenen Jahrzehnten gestreift haben, einer ist blond, der andere braunhaarig, ein weiterer ist bereits ergraut. Wenn ich den Namen also hörte, tauchte eine illustre Mischung aus allen Drei in meinem Kopf auf. Die Größe des Einen, vermischt mit dem Stil des Anderen, kombiniert mit dem Kopf des Dritten, so in etwa.

Dieser kunterbunte Mix hat sich seit meinem Zürich-Aufenthalt verabschiedet. Wenn ich nun Markus höre, schrillen bei mir alle Alarmglocken. Ein sehr spezifischer Herr blitzt in Sekundenschnelle vor meinen Augen auf, sehr deutlich sehe ich ihn vor mir: Das spitze Gesicht, die grauen, langen und dünnen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Geheimratsecken treffen auf Dreitage-Bart, ausgelatschte Fila-Schuhe auf speckiges Hemd, ein Dosenbier: sein steter Begleiter.

Dieser neue Stereotyp bietet in guter Zürich-Lage seine Wohnung bei Airbnb an. Das ist ja an sich noch nicht außergewöhnlich. Wie er das tut, aber schon.

Weiterlesen »
2 Kommentare
25. März 2018

Kurioses: “Irrungen in Israel II”

Würze für den Alltag

Meine Lieblingsformel ist “Humor = Tragik + Zeit”. Besonders die Ereignisse, die kreuz und quer laufen, sind im Nachhinein oft diejenigen, auf die ich mit einem Lachen zurückblicken kann. Die als Erinnerung hängen bleiben und dem Alltag eine Würze geben.

…Fortsetzung.

In Tel Aviv hörte es nicht auf zu regnen. Es war bitterkalt und alles klamm in unserer Wohnung. Wir saßen in unserem kleinen Wohnzimmer in Florentin, auf einer Couch voller Hundehaare, hatten die kleine Elektro-Heizung auf Hochtouren laufen, sie bollerte laut vor sich hin, ließ den Stromkreislauf explodieren, plötzlich war alles dunkel, WLAN und Licht hatten uns verlassen. Was tun? Gehen, bleiben? Wir diskutierten.

Weiterlesen »

keine Kommentare
16. Januar 2018

Kurioses: “Irrungen in Israel – Teil I”

Life is what happens to you while you’re busy making other plans

Manchmal läuft es im Leben kreuz und quer, das ist okay, daran bin ich gewöhnt. Doch nun hat das Chaos meinen Urlaub kräftig durcheinander gewirbelt – so sehr, dass ich irgendwann nur noch dachte: Man man man, was habe ich eigentlich in meinem früheren Leben für unmoralische Dinge angestellt, dass mein Karmakonto so im Minus ist.

„Life is what happens to you while you’re busy making other plans“ – diese weisen Worte von John Lennon ploppten bereits am ersten Tag in Israel auf – und sie blieben bis zum Schluss.

Weiterlesen »

keine Kommentare
30. Oktober 2017

Fernweh: “Grey Glasgow”

Wo bist du?

Kurze Aufregung. Der Start in Glasgow verläuft ein wenig turbulent. Während ich mit dem Zug am Bahnhof „Queen Street“ ankomme, landet meine Freundin, die von London anreist, am Hauptbahnhof – irrtümlicherweise gingen wir fest davon aus, dass wir am gleichen Bahnhof sein werden. So stehen wir aber in unterschiedlichen Empfangshallen und suchen einander. Vergeblich.

Nicht mal unsere Smartphones können helfen. Der Handy-Akku meiner Freundin ist leer. Meine Anrufversuche enden so im Nirvana. Und nun? Wir greifen zurück zu konservativen Kommunikationsmitteln. Das heißt: auf das direkte Gespräch mit Bahnhofsangestellten. So erfahren wir, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, um mit Fernzügen nach Glasgow zu kommen. Und während sie intuitiv am Hauptbahnhof bleibt, ziehe ich mein Gepäck einmal quer durch die Fußgängerzone und finde sie endlich.

Juhu, geschafft, nun können wir weiter zusammen nach Dennistoun fahren – in dem Stadtteil im Eastend von Glasgow werden wir die nächsten 2,5 Tage wohnen. Weiterlesen »

keine Kommentare
1. Oktober 2017

Fernweh: “Sunny Scotland – Edinburgh”

Hallo fremder Mann!

Falsches Haus, falscher Mann. Es ist kurz vor 9 Uhr und ich stehe in Stockbridge völlig übermüdet in einer fremden Wohnung – meinen riesigen Koffer in der einen, einen Kaffee-Pappbecher in der anderen Hand und meinen vollbepackten Rucksack auf dem Rücken. Fünf Stockwerke bis hoch unter das Dach habe ich den ganzen Krempel geschleppt. Und nun das: „Nein, ich vermiete kein Airbnb-Zimmer“, sagt mir der zunächst noch unbekannte Mann und muss dann lachen. „Komm aber rein, wir schauen zusammen, wo du hinmusst.“ Es ist eine sehr nette Begegnung, die ich gleich zu Beginn in dem hübschen Stadtviertel in Edinburgh habe – und es wird nicht die letzte bleiben.

 

Weiterlesen »

keine Kommentare
28. Dezember 2016

Fernweh: “Abenteuerliches Athen – 6 Tage in Exarchia”


Ein Besuch in Exarchia

Streetart, verriegelte Häuser, viele Künstler und Studenten: Es war im Zuge der Flüchtlingskrise, als ich das erste Mal von Athens Stadtteil Exarchia hörte. Dort hatten Aktivsten aus der linken Szene Häuser besetzt und sie als Unterkünfte an geflüchtete Menschen übergeben. Was verbirgt sich hinter diesem Stadtteil, aus dem sich die Polizei weitgehend zurückgezogen hat, in dem sich Menschen aber gegenseitig helfen, eine eigene Gesundheitsversorgung aufgebaut haben und sich in Cafés zum Austausch treffen? In dem die Kultur boomt, viele Akademiker wohnen, aber auch Mülltonnen brennen und der Drogenhandel auf öffentlichen Plätzen stattfindet.

Ich wollte mir selbst ein Bild davon machen, fragte eine Freundin, ob sie mitkommen möchte – und sie sagte ja. Über Airbnb suchten wir uns dann Anfang November eine Unterkunft in Exarchia. Es war das Angebot von Romanos, das uns beiden sofort zusagte. Bunte Möbel, zentral und mit tollen Bewertungen. https://www.airbnb.de/rooms/905315

Weiterlesen »

keine Kommentare
27. Oktober 2016

Fernweh: “Beautiful Brügge”

img_8523

Prunk, Pralinen und Pommes

Eine Reise ins märchenhafte Mittelalter: Brügge steht schon lange weit oben auf meiner Liste. Eine Freundin hatte mir von der belgischen Stadt erzählt – von der tollen Architektur, den Waffeln, Pommes und Pralinen. Ich hatte mich daraufhin durchs Netz geklickt, Bilder angeschaut und dachte mir: “Oh, das sieht hübsch aus. Da will ich auch hin.”

img_8308

Weiterlesen »

keine Kommentare
5. Juli 2016

Kurioses: “Ismael”

13588986_10208966986159556_1216186168_o

Wo ist Ismael? Oder: Lost in Translation

Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin in einer Soap-Opera gefangen. So wie Truman Burbank in dem Film „Die Truman Show“. Ich stelle mir vor, wie ein betrunkener Regisseur das Drehbuch schrieb. Ein bisschen Comedy mit Romantik mixte und dann noch eine Brise Drama hinzugab. Eine Freundin meinte mal zu mir, „Miriam, dein Leben ist wie die ,Fabelhafte Welt der Amelie’ – nur verfilmt von Tim Burton“. Andere sagen, ich lebe auf Crazy-Island. Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Die nun folgende Episode könnte unter dem Sitcom-Genre laufen, etwas Leichtes zum Einstieg sozusagen. Titel: Wo ist Ismael? Oder: Lost in Translation. Weiterlesen »

keine Kommentare

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Newsletter abonnieren
Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@miriam_steinbach