4. Juli 2020

Flimmerkasten: “Valeria”

Großartig: die Serie “Valeria”

Eheprobleme, kein Geld, eine Schreibblockade: Bei Valeria (Diana Gómez) läuft es alles andere als rund. Nach sechs Jahren ist in ihrer Beziehung mit Adrián (Ibrahim Al Shami) der romantische Funke erloschen, es knirscht ständig zwischen ihnen. Beide kämpfen sie mit ihren kreativen Jobs, er als Fotograf und Kameramann, sie als Schriftstellerin. Als Valeria an einem Abend ausgeht und ihre Freundinnen sie versetzen, trifft sie auf Victor (Maxi Iglesias), der sie auf ganz neue Gedanken bringt – und ihr Leben gehörig durcheinanderwirbelt.

Auf die spanische Serie „Valeria“ stieß ich zufällig bei Netflix. Basis dafür sind Romane der Autorin Elisabet Benavent. Noch nie hatte ich von „Valeria“ gelesen, noch niemand hatte mir von ihr erzählt. Doch schon nach fünf Minuten war mir klar: Diese Serie, die im pulsierenden Madrid spielt, mag ich, sie ist genau meins.

Musik, Mode, Madrid

Warum? „Valeria“ trifft genau den Zeitgeist. Die Handlung dreht sich um all die Dinge, die viele junge Erwachsene nach dem Studium oder der Ausbildung umtreiben. Liebe, Freundschaft, Beruf. Wo soll es hingehen? Wie fühle ich mich mit wem wohl? Valeria hat drei Freundinnen um sich, die diesen Prozess auf ganz unterschiedliche Weise durchmachen.

Da ist zum einen die toughe und schöne Lola (Silma López), die eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat, sich oft cool gibt, letztlich aber doch viel verletzlicher ist, als sie zugibt.

Zur Clique gehört außerdem die unsichere Carmen (Paula Malia), die in ihren Kollegen verliebt ist und sich ständig fragt: Mag er mich wirklich? Und auch Nerea (Teresa Riott) ist Teil der Ladiesrunde, sie ist lesbisch, wohnt noch bei ihren Eltern und ist auf der Suche nach Menschen, die sie verstehen und bei denen sie sich wohlfühlt.

Eine Serie wie aus dem echten Leben!

Das Besondere an „Valeria“ ist für mich der Realismus. Denn die Freundinnen erleben ständig Dinge, die nicht aus der wirren Fantasie eines Drehbuchschreibers entstanden sind, sondern die tatsächlich für das Leben der Generation Y in den Großstädten stehen. Alle Figuren haben ihre Ecken und Kanten. Die Dialoge sind authentisch. Auch die Erotikszenen sind nicht abgehoben, sondern wirken natürlich.

Eingebettet ist die Serie außerdem in wunderschöne Bilder aus Madrid. Allein beim Zuschauen bekam ich so große Lust, in diese Welt abzutauchen. Die Cafés, Bars, die belebten Straßen und die hippen Wohnungen der Protagonisten sind ein optischer Genuss. Außerdem ist der Modestil von Valeria & Co. fantastisch, nur wegen ihrer Kleider und Frisuren lohnt es sich, diese Serie zu schauen. Es ist eine wahre Inspirationsquelle.

Hoffentlich gibt es eine zweite Staffel!

Spielte „Sex and the City“ im noblen Manhattan und war weit weg von meiner Lebenswelt, ist das bei „Valeria“ genau das Gegenteil. Ich konnte in jeder Folge mitfühlen, baute eine unglaubliche Nähe zu den Figuren auf und genoss die schönen Bilder aus Madrid. Am Ende der ersten Staffel fieberte ich mit Valeria – für welchen Mann wird sie sich entscheiden? Was wird aus ihrem Roman?

„Valeria“ ist für mich die Entdeckung des Jahres. Ich hoffe so sehr auf eine zweite Staffel – und auf ein Wiedersehen mit Valeria, ihren Ladies und Victor.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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