25. November 2022

Flimmerkasten: “Weihnachten zu Hause”

Perfekt für die Adventszeit: „Weihnachten zu Hause“

Die Geschichte beginnt am 1. Dezember, dem ersten Adventssonntag. Johanne (Ida Elise Broch) 30 Jahre alt, Krankenschwester und Single, sitzt bei ihren Eltern am weihnachtlich geschmückten Esstisch – als einzige Erwachsene zwischen den Kindern. Sie habe keinen Platz bei den Älteren verdient, bis sie einen Freund hat, findet ihre Mutter.

Doch Johanne geht es eigentlich gut, nur dass sie bei den Gesprächen im Familien- und Freundeskreis häufig draußen ist. „Es dreht sich alles um Lover, Kinder, Sex“, erzählt sie den Zuschauern. Auch an diesem Abend muss sie sich am Esstisch wieder ständig rechtfertigen, keinen Mann an ihrer Seite zu haben. Nach einer Weile platzt ihr der Kragen, Johanne behauptet: „Ich habe einen Freund“. Eine Lüge, die sie nun bis zum 24. Dezember in die Wahrheit umdrehen möchte. Ein skurriler Dating-Marathon beginnt – der zumindest in der ersten Staffel von „Weihnachten zu Hause“ völlig offen endet.

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24. Oktober 2022

Serienkritik: “The Crown”

“The Crown” auf Netflix: Ein Herz für Charles und Camilla

Es hat lange gedauert, bis ich mich endlich aufraffen konnte, „The Crown“ auf Netflix zu schauen – obwohl ich bereits einige begeisternde Kritiken gelesen hatte und auch Freundinnen mir eindringlich erzählten, wie großartig die Serie sei. Aber das britische Könighaus interessierte mich überhaupt nicht.

Nun, es ist nicht so, dass ich bislang gar nichts über die Royals wusste. Als Schülerin sah ich im Fernsehen die Bilder von der Beerdigung Lady Dianas. Außerdem bekam ich immer mal wieder Fetzen um die Dreiecksbeziehung von Charles, Camilla und Diana mit. Und dass Harry und Megan inzwischen in den USA leben und sich von ihren royalen Pflichten losgesagt haben, ging auch nicht unbemerkt an mir vorüber. Aber eine Meinung dazu hatte ich nie, schaute vielmehr aus der Ferne unbeteiligt zu.

Das änderte sich aber schlagartig mit dem Tod von Queen Elizabeth. Nur wenige Stunden nach der ersten Eilmeldung begann mein Instagram-Feed zu explodieren – mit theatralischen Beileidsbekundungen auf der einen Seite und mit Kolonialismuskritik auf der anderen. Die Posts und Stories kamen von Leuten, bei denen ich mich wunderte, dass sie sich überhaupt mit dem britischen Königshaus beschäftigen. Warum löst diese Frau solch starke Reaktionen aus?, fragte ich mich neugierig.

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10. September 2022

Serienkritik: “Familiengeheimnisse”

„Familiengeheimnisse“: Netflix-Serie aus Polen mit starken und schwachen Momenten

Kurz vor dem Ja-Wort bekommt Kaska (Eliza Rycembel) Panik. Hochschwanger läuft sie von der vollbesetzten Kirche weg und lässt ihren Bräutigam Jan (Bartosz Gelner) warten. Die Hochzeitsgesellschaft ist verwirrt. Warum kommt Kaska so spät? Wird die Hochzeit trotzdem stattfinden?

Was hinter Kaskas Zweifeln steckt, wird in der polnischen Netflix-Serie „Familiengeheimnisse“ nun in acht Folgen erzählt. Keineswegs geradlinig und chronologisch, sondern in vielen verschiedenen Rückblenden, die nach und nach entwirren, wie es zu der Situation in der Kirche kommen konnte.

Wer ist überhaupt der Vater von Kaskas Kind? Und in welchem Verhältnis stehen Jans Vater (Pawel Delag) und Kaskas Mutter (Izabela Kuna) zueinander? Eine Überraschung folgt auf die nächste.

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7. August 2022

Flimmerkasten-Kritik: ZDFneo-Serie “Fett und Fett”

Großartige deutsche Serie: „Fett und Fett“ in der ZDF-Mediathek

Es gibt nur wenige deutsche Serien über das Lebensgefühl von Millennials, die nicht aufgesetzt wirken, kein Fremdscham-Gefühl in mir auslösen, sondern mich ehrlich bewegen und bei denen ich vor dem Fernseher sitze und denke: Ja, genau so ist es. Jajaja. Danke für diese tolle Unterhaltung.

Die zweite Staffel der ZDFneo-Serie „Fett und Fett“ ist solch eine Rarität. Es passt alles perfekt zusammen. Die Geschichten, die Schauspieler*innen, die Musik. Vor allem die dritte Folge der zweiten Staffel ist grandios. Da stimmt jedes Detail. Gänsehaut deluxe.

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21. Juli 2022

Kritik der Serie “Valeria”

“Valeria”: Warum die zweite Staffel schwächer ist!

Eheprobleme, kein Geld, eine Schreibblockade: Bei Valeria (Diana Gómez) läuft es alles andere als rund. Nach sechs Jahren ist in ihrer Beziehung mit Adrián (Ibrahim Al Shami) der romantische Funke erloschen, es knirscht ständig zwischen ihnen. Beide kämpfen sie mit ihren kreativen Jobs, er als Fotograf und Kameramann, sie als Schriftstellerin. Als Valeria an einem Abend ausgeht und ihre Freundinnen sie versetzen, trifft sie auf Victor (Maxi Iglesias), der sie auf ganz neue Gedanken bringt – und ihr Leben gehörig durcheinanderwirbelt.

Auf die spanische Serie „Valeria“ stieß ich zufällig bei Netflix. Basis dafür sind Romane der Autorin Elisabet Benavent. Noch nie hatte ich von „Valeria“ gelesen, noch niemand hatte mir von ihr erzählt. Doch schon nach fünf Minuten war mir klar: Diese Serie, die im pulsierenden Madrid spielt, mag ich, sie ist genau meins.

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30. Juni 2022

Flimmerkasten: “Sex Education”

Kritik von “Sex Education”: Vorfreude auf Staffel 4

Es ist ausgerechnet der unbeholfene und unerfahrene Otis (Asa Butterfield), der an der Moordale Highschool ein ganz neues Business-Feld entdeckt: Sex-Beratung für seine Mitschüler*innnen. In einer heruntergekommenen Toilette, zwischen Matsch und Staub, hilft er weiter, wenn es um Liebesprobleme, Komplexe und unerfüllte Bedürfnisse geht.

Seine Kund*innen akquiriert die unnahbare und coole Maeve (Emma Mackey). Otis ist hoffnungslos verliebt in sie, doch für Maeve ist ihre Beziehung zunächst nur freundschaftlich. Durch ihre gemeinsame Mission lernen sie sich von Folge zu Folge aber besser kennen und kommen sich näher.

Bunt, zeitgemäß und voller liebevoll gestalteter Dramen: „Sex Education“ ist definitiv eine meiner Lieblingsserien auf Netflix. Drei Staffeln mit jeweils acht Folgen sind dort bereits abrufbar – jede einzelne habe ich geliebt.

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23. Juni 2022

Flimmerkasten: Liebe und Anarchie

“Liebe und Anarchie”: Warum die zweite Staffel fantastisch ist!

Sie ist schön, ehrgeizig und erfolgreich: Sofie (Ida Engvoll) hat mit Mitte 30 alles erreicht, was in einem gutbürgerlichen Leben wichtig ist. Mit ihrem Mann und den zwei Kindern lebt sie in einer Designerwohnung mitten in Stockholm, als Beraterin verdient sie eine Menge Geld, ihre Freizeit verbringt sie auf hippen Partys. Es ist ein Leben wie im Bilderbuch.

Doch als sie wegen eines neuen Auftrags zu einem konservativen Verlag kommt, trifft sie dort auf den jungen IT-Techniker Max (Björn Mosten). Es knistert zwischen ihnen – nach und nach gerät Sofies geregeltes Leben immer mehr aus den Fugen. Ihre Welt steht Kopf.

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16. Mai 2022

Serienkritik: “Workin’ Moms”

Die Netflixserie “Workin’ Moms” zeigt, mit welchen Problemen moderne Frauen kämpfen

Es war zu Beginn meines Studiums, als Pro7 immer dienstags eine Serie zeigte, die ich damals gerne schaute: „Desperate Housewives“. Im Mittelpunkt dieser amerikanischen Produktion stehen vier weiße Frauen aus dem fiktiven Vorort Wisteria Lane, die größtenteils wohlhabende Ehemänner haben, selbst nicht arbeiten, sondern sich um den Haushalt und die Kinder kümmern. Ein bisschen Spannung wird gemixt mit Gossip und Drama. Fertig ist der Spannungsbogen. Damals funktionierte das Konzept prächtig.

18 Jahre später hat sich die Welt zum Glück weitergedreht. Statt den gelangweilten Hausfrauen läuft nun bereits in der sechsten Staffel die kanadische Serie „Workin‘ Moms“ auf Netflix. Auch hier stehen überwiegend weiße Frauen in großen Häusern im Mittelpunkt – dieses Mal beschäftigen sie sich aber nicht vorrangig mit dem Klatsch und Tratsch in der Nachbarschaft, sondern um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das ist zwar an manchen Stellen überspitzt, aber trotzdem äußerst unterhaltsam und sehenswert.

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27. Januar 2022

Flimmerkasten: “Suits”

Serie „Suits“ auf Netflix: “You just got litt up“

An einem Sonntagabend nehme ich Abschied von Harvey, Mike, Donna und Louis. Ein knappes halbes Jahr hat mich die Fernsehserie „Suits“ begleitet – 134 Folgen verteilt auf neun Staffeln. 

Es war ein Wechselbad der Gefühle. Von Staffel zu Staffel rutschte ich mehr in die Welt der New-Yorker-Anwälte, ließ mir juristische Fachbegriffe an den Kopf werfen, bangte bei den spannenden Gerichtsprozessen mit und sah Megan Markle endlich mal als Schauspielerin. Bislang war sie mir nur aus den Skandalen rund um das britische Königshaus bekannt gewesen.

Meine Freude an der Serie war so groß, dass mir mein freundlicher Mitbewohner zu Weihnachten sogar Serien-Merchandise schenkte, eine Louis-Litt-Tasse – natürlich mit seinem bekannten Satz: „You just got litt up“.

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27. Dezember 2021

Flimmerkasten: “Emily in Paris”

„Emily in Paris“ Staffel 1 + 2: eine Serie voller Kitsch, Klischees und Haute-Couture

Franzosen und Französinnen, die erst nach 10 Uhr zu arbeiten beginnen, mittags schon Weißwein trinken und die englische Sprache boykottieren: Die Netflix-Serie „Emily in Paris“ trieft regelrecht vor Klischees und Oberflächlichkeit. Auch die Bilder aus der französischen Hauptstadt wirken, als sei ein quietschbunter Instagram-Filter darüber gelegt worden. Paris leuchtet, blüht und sieht aus wie eine märchenhafte Version ihrer selbst. Die raue Realität: Fehlanzeige!

Halte ich zu viel Kitsch gewöhnlich nur sehr schwer aus, ging es mir bei der Serie um Hauptdarstellerin Lily Collins anders. Bereits die erste Folge zog mich wie ein Hurrikan in die Bubblegum-Welt.

„Emily in Paris“ ist Kitsch in Perfektion. Die Serie ist ein wahres Feuerwerk an ästhetisch geschmackvollen Szenen. Die Schauspieler*innen sind durchweg adrett, ihre Kleidung pure Fashion und die Geschichte ist so kurzweilig, dass ein Binge-Watching nur schwer zu verhindern ist. Es ist das beste Kontrastprogramm zu einer pandemiegeplagten Welt.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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