22. November 2020

Flimmerkasten: “Borgen – Gefährliche Seilschaften”

 

Eine spannende Serie aus Dänemark: “Borgen”

Premierministerin und glückliches Familienleben – geht das gut? Die dänische Serie „Borgen“ zeigt genau diesen Spagat. Und lässt darüber hinaus einen Blick zu hinter die Kulissen des Politikbetriebs. Es wird deutlich, wie nützlich Netzwerke sein können, wie Intrigen entstehen und welche Rolle die Medien dabei spielen. Das ist spannend und sehr unterhaltsam.  

Eine Frau zwischen Politik und Karriere

Brigitte Nyborg (Sidse Babett Knudsen) wird zu Beginn der ersten Staffel von “Borgen” unerwartet die neue Premierministerin in Dänemark. Sie ist aktiv in der fiktiven “Moderaten Partei”. Glücklich verheiratet ist sie mit Philipp (Mikael Birkkjær), der selbst erfolgreicher Dozent an einer Uni ist. Zwei Kinder haben sie gemeinsam. Der neue Job von Brigitte wirft nun alles durcheinander, sie ist kaum zuhause und hat weniger Zeit für ihre Familie. Da Philipp beruflich zwar zurücksteckt, aber nicht alles aufgeben will, treten ständig neue Konflikte auf. 

Es wird schnell deutlich, wie schwierig es für Brigitte als Frau ist, weniger Zeit für die Familie zu haben. Während es bei erfolgreichen Männern häufig kein Thema ist, wenn sie spät von der Arbeit nach Hause kommen und Karriere machen, reißt bei Philipp relativ schnell der Geduldsfaden. Von Folge zu Folge wird er unzufriedener. Das konservative Familienmodell 1:1 umzudrehen, scheint bei den Nyborgs nicht zu gelingen. 

Eine Politik voller Kompromisse

Auch bei der Arbeit als Premierministerin wird Brigitte schnell klar, dass sie pragmatisch sein muss – und ihre Ideale nicht länger so umsetzen kann, wie sie es sich wünscht. Kompromisse sind notwendig. Sie muss beispielsweise erfahren, wie beim Thema Frauenquote Vertreter aus der Wirtschaft intervenieren. Oder beim Thema Menschenrechte Geld und Verträge eine Rolle spielen.

Viele aktuelle Probleme aus dem derzeitigen Politikgeschehen werden in „Borgen“ sehr interessant und spannend aufgegriffen – und es wird immer wieder mit der engagierten Journalistin Katrine (Birgitte Hjort Sørensen) gezeigt, inwieweit die Medien Einfluss auf das Geschehen haben und als vierte Gewalt agieren. 

Katrine ist außerdem mit dem Politik-Berater Kasper Juul (Pilou Asbæk) verbandelt – mal romantisch, mal freundschaftlich. Wie sie sich gegenseitig vertrauliche Informationen zuspielen, bringt immer wieder Dynamik in die Handung!

Wie ein Einblick in das reale Politikgeschehen

Das Besondere an der dänischen Serie ist: Sie wirkt unglaublich echt – es gibt keine überzogenen Showelemente wie es beispielsweise in “House of Cards” immer wieder der Fall ist. Jede Folge erzählt eine in sich geschlossene Politikgeschichte. Darüber hinaus gibt es Entwicklungen, die sich über die gesamte Staffel ziehen. 

„Borgen“ ist übrigens die umgangssprachliche Bezeichnung für das Parlament in Kopenhagen. Ich bin 2012 auf Arte zufällig über die Serie gestolpert – und war sofort begeistert. Inzwischen gibt es alle drei Staffeln auf Netflix zum Streamen. Vor wenigen Tagen habe ich nochmals angefangen, sie zu schauen und bin fasziniert davon, wie aktuell die Geschichten immer noch sind. “Borgen” scheint zeitlos zu funktionieren. Und das Beste: Eine vierte Staffel ist geplant. 

(Visited 156 time, 1 visit today)

2 thoughts on “Flimmerkasten: “Borgen – Gefährliche Seilschaften”

  1. Evy sagt:

    Ich mag die Serie sehr, weil sie selbst für mich als Politikmuffel verständlich und spannend ist! Und ich mag… ihren PR-Chef *Sahneschnittchen*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Newsletter abonnieren
Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@miriam_steinbach