28. Dezember 2025

Buchkritik: „Kein Sommer ohne dich“ von Emily Henry

Buchkritik: „Kein Sommer ohne dich“ von Emily Henry

Rezension „Kein Sommer ohne dich“ von Emily Henry – vorhersehbar, aber genau richtig

Es war die Netflix-Vorschau zum Film People We Meet on Vacation, die mich vor wenigen Wochen dazu brachte, doch noch einmal ein Buch von Emily Henry in die Hand zu nehmen. Book Lovers fand ich zwar ganz nett, aber an manchen Stellen zu kitschig, sehr vorhersehbar, und die vielen Sexszenen hatten mich eher abgeschreckt als angezogen.

Der Trailer zu „People We Meet on Vacation“ sah jedoch nach einer typischen Romcom aus, die ich manchmal sehr gerne zum Abschalten schaue. Wenn es aber eine Buchvorlage dazu gibt, möchte ich diese immer zuerst lesen. Da es Kein Sommer ohne dich, wie der Roman auf Deutsch heißt, problemlos in der Stadtbibliothek gab, dachte ich: perfekt, kein Risiko. Wenn ich das Buch gar nicht mag, gebe ich es einfach zurück.

Eines vorweg: „Kein Sommer ohne dich“ hat keine großen Überraschungen parat. Der Roman ist so eingängig, wie ich es erwartet hatte. Der Spannungsbogen ist eher flach, aber manchmal tut genau so etwas auch gut. Außerdem reisen die beiden Hauptfiguren sehr viel – das fand ich tatsächlich interessant. Der Film „People We Meet on Vacation“ erscheint am 9. Januar auf Netflix. Emily Bader spielt Poppy, Tom Blyth verkörpert Alex. Ich bin gespannt.

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26. Dezember 2025

Serienkritik: “Emily in Paris”

„Emily in Paris“: Die fünfte Staffel ist eine große Enttäuschung!

Franzosen und Französinnen, die erst nach 10 Uhr zu arbeiten beginnen, mittags schon Weißwein trinken und konsequent Englisch boykottieren: „Emily in Paris“ bedient Klischees nicht nur, die Netflix-Serie zelebriert sie regelrecht. Auch die Bilder aus der französischen Hauptstadt wirken, als hätte jemand einen quietschbunten Instagram-Filter darübergelegt. Paris leuchtet, blüht und erscheint wie eine märchenhafte Version seiner selbst. Die raue Realität? Fehlanzeige.

Zu viel Kitsch halte ich normalerweise nur schwer aus. Bei „Emily in Paris“ ging es mir – überraschenderweise – anders. Bereits die erste Folge zog mich wie ein Hurrikan in diese bonbonfarbene Bubblegum-Welt hinein.

Doch wie so oft bei Serien, die vor allem von Oberfläche leben, nutzte sich auch hier der Effekt schnell ab. Was anfangs noch leicht, verspielt und charmant wirkte, verlor mit jeder weiteren Staffel an Substanz. In der dritten Staffel und der erste Hälfte der vierten ließ die Spannung bereits spürbar nach – die Geschichten wiederholten sich, die Konflikte wirkten zunehmend konstruiert.

In den letzten fünf Folgen der vierten Staffel keimte mit Marcello kurz Hoffnung auf: Neue Gesichter und neue Schauplätze brachten Bewegung in Emilys Leben. Das endlose Drama um Gabriel und Camille trat endlich etwas in den Hintergrund. Umso größer ist nun die Enttäuschung über die fünfte Staffel. Bereits ab der zweiten Folge kämpfte ich mit dem flachen Spannungsbogen und den schwachen, lieblos erzählten Geschichten. Vieles davon ist schlicht langweilig. Doch dazu später mehr.

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1. November 2025

Kritik: “Nobody wants this”

Kritik der Netflix-Serie “Nobody wants this”: Die zweite Staffel ist enttäuschend

Es ist am Ende der sechsten Folge der ersten Staffel, als ich denke: Wow, „Nobody wants this“ hat etwas Außergewöhnliches geschafft. Endlich gibt es mal einen Mann, der empathisch ist, der sein Gegenüber wirklich wahrnimmt und deshalb in einer schwierigen Situation nicht toxisch, sondern genau richtig handelt. 

Denn Noah (Adam Brody) läuft nicht weg, als Joanne (Kristen Bell) wieder einmal Beziehungsangst hat. Er erkennt, warum sie verbal um sich schlägt, spricht es konkret an, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Dadurch realisiert Joanne selbst ihr destruktives Muster, ein Knoten platzt. Sie trennen sich nicht, sondern sind in ihrer Beziehung einen Schritt weiter. 

Was so selbstverständlich klingt, wurde in vielen großen Produktionen oft anders gelöst: Die hysterische Frau verhält sich irrational, dem Mann wird es zu viel. „Nobody wants this“ bricht damit, zeigt, warum Menschen unsicher und ängstlich sind – und bietet Lösungen. Der Netflix-Produktion gelingt damit ein Kunststück: So funktioniert eine mental gesunde Beziehung.  Um es vielleicht ein wenig zu überspitzen: Hätte es diese Serie 15 Jahre früher gegeben, hätten sich vermutlich einige Menschen in meinem engeren und weiteren Freundeskreis schmerzhafte Dating-Erfahrungen erspart – mich eingeschlossen.

Nun ist endlich die zweite Staffel erschienen. Von ihr bin ich leider ein wenig enttäuscht. Die neuen Folgen sind zwar wieder sehr kurzweilig geworden ­­- aber die Geschichte um Noah und Joanne stagniert. Das Ende der zweiten Staffel ist dem Finale der ersten Staffel sehr ähnlich. Schade. Aber dazu später mehr.

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17. April 2025

Kritik der Netflix-Serie: “North of North”

“North of North”: Diese Netflix-Serie ist ein absoluter Geheimtipp!

Schneelandschaften so weit das Auge reicht, zugefrorene Seen und bunte Häuschen mittendrin – in einem davon lebt Siaja (Anna Lampe). Gleich zu Beginn der Netflix-Serie „North of North“ erzählt die 26-Jährige, wo genau dieses traumhafte Fleckchen Erde liegt: „Denk an den nördlichsten Punkt, an dem du je warst. Dann geh weiter. Noch weiter. Ja, da wohnen wir: in Ice Cove, Nunavut – im Herzen der Arktis.“

So erklärt sich der Titel der wunderbaren Serie schon innerhalb der ersten Minute. Der fiktive Ort Ice Cove liegt am nördlichsten Zipfel Kanadas, am Polarkreis, und ist das Zuhause für eine Inuit-Gemeinschaft. Wie der Alltag dort ist und wie sich Siaja nach der Trennung von ihrem Mann ein eigenständiges Leben aufbaut, ist der Kern der acht Folgen von „North of North“.

Dass die Serie genau meins ist, weiß ich bereits nach kürzester Zeit. Ich schaue die erste Staffel in nur drei Tagen (eine Folge geht nur knapp 25 Minuten). Die Handlung ist einfach, aber nicht trivial, und die Charaktere sind absolut liebevoll gestaltet. Außerdem ist es spannend, mehr über das Leben der Inuit zu erfahren. Und vor allem die Bilder, hach, sie sind einfach traumhaft.

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5. April 2025

Serien-Kritik: „Späti”

„Späti” mit Wilson Gonzales Ochsenknecht auf ZDFneo: leider enttäuschend

„Ach, wie schade.“ Dieser Gedanke schießt mir schon nach zehn Minuten „Späti“ schauen durch den Kopf. So sehr hatte ich mich auf die ZDFneo-Serie von und mit Wilson Gonzales Ochsenknecht gefreut. Denn seit die Reality-Serie „Diese Ochsenknechts“ definitiv zu meinen Guilty Pleasures gehört, mag ich den ältesten Sohn von Uwe und Natascha Ochsenknecht richtig gern. Er ist tiefenentspannt, ohne Groll, hangelt sich irgendwie durchs Leben und kommt so sympathisch rüber, dass ich ihn mir problemlos als Kumpel im Freundeskreis vorstellen könnte.

Umso trauriger bin ich, als ich in der ersten Folge von „Späti“ sehe, wie hölzern er als Fred in der Serie agiert. Mit Cap, Shirt und Turnschuhen ist er optisch kaum von seinen Auftritten in der Reality-Serie zu unterscheiden. Doch die Mimik und Gestik seiner Serienfigur wirken so unglaubwürdig und steif, dass ich mich frage, was da eigentlich los ist, schließlich steht er seit seiner Kindheit regelmäßig vor der Kamera.

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12. September 2024

Kritik der Serie: “Ein neuer Sommer”

https://www.youtube.com/watch?v=VD60bKd90zo

Rezension der Netflix-Serie: “Ein neuer Sommer”: moderate Spannung, schöne Bilder

Ein Mord am Strand, eine illustre Gesellschaft und Nicole Kidman in der Hauptrolle: Als ich die Beschreibung der Netflix-Serie „Ein neuer Sommer“ las, musste ich sofort denken: Das ist ja eine Mischung aus „The White Lotus“ und „Big Little Lies“.

Tatsächlich hat sich dieser erste Gedanke bestätigt, nachdem ich nun alle sechs Folgen gesehen habe. „The perfect couple“, wie die Miniserie im Original (und viel treffender) heißt, greift so viele Elemente der beiden anderen Erfolgsserien auf, dass es fast schon ein bisschen unverschämt ist. Als hätte jemand die beiden Drehbücher in einen Mixer geworfen und alles kräftig durchgeschüttelt. Fertig war „Ein neuer Sommer”.

So hat mich „Ein neuer Sommer“ zwar wenig überrascht, aber dennoch gut unterhalten, nicht zuletzt wegen der tollen Besetzung und der wunderbaren Wahl des Drehorts: die amerikanische Insel Nantucket in Massachusetts.

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18. August 2024

Serienkritik: “Big Little Lies”

“Big Little Lies” Staffel 1 + 2: tolle Besetzung, beeindruckende Bilder

Ein dunkles Geheimnis liegt über der kleinen Stadt Monterey. Bei einem Schulfest kam ein Mensch ums Leben. Das FBI ermittelt. War es ein Unfall oder Mord? Und wer ist überhaupt gestorben? Diese Fragen bleiben offen bis zum Ende der ersten Staffel von „Big Little Lies“.

Nur eines ist schnell klar: Fünf Mütter von Erstklässler*innen haben etwas damit zu tun. Vor allem Madeline Mackenzie (Reese Witherspoon), Celeste Wright (Nicole Kidman) und Jane Chapman (Shailene Woodley) stehen im Fokus der Ermittler*innen.

Die ersten sieben Episoden der ersten Staffel von „Big Little Lies“ zeigen in Rück- und Vorblenden, wie die verschiedenen Charaktere miteinander verbunden sind und warum es zu dem Tumult bei der Schulfeier kam. Das ist so spannend, dass ich die HBO-Serie von David E. Kelley in kürzester Zeit gesehen habe.

Die zweite Staffel knüpft an den Todesfall an und zeigt, wie die Frauen und ihre Familien danach weiterleben. Das ist immer noch interessant – aber im Vergleich zu den ersten sieben Folgen deutlich schwächer. Mir fehlten die Dynamik und eine Handlung, die mich wirklich mitreißt. Trotzdem habe ich auch die zweite Staffel noch gerne gesehen.

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26. April 2024

Serienkritik: “Mittsommernacht”

Kritik der Netflix-Serie “Mittsommernacht”: die idyllische Stimmung trügt

Die norwegische Kulisse ist traumhaft: Das zitronengelbe Haus steht direkt am glitzernden Wasser, der Himmel ist strahlend blau und eine bunte Wimpelkette flattert im sanften Wind. Carina (Pernilla August) und Johannes (Dennis Storhøi) haben Familie und Freunde zur Mittsommernacht zu sich nach Hause eingeladen. Dieses Jahr feiern sie das traditionelle Fest auf schwedische Art. Das heißt: mit Trinkliedern, lustigen Spielen und einem Mittsommerbaum.

Doch die zunächst fröhliche Stimmung trügt. Carina möchte den Anwesenden eine folgenschwere Entscheidung verkünden. Dabei ist sie nicht die Einzige an der langen Festtafel, die etwas Unausgesprochenes auf dem Herzen hat. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die scheinbar gute Stimmung in der Netflix-Serie „Mittsommernacht“ kippt.

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9. August 2023

Serienkritik: “Everyone but us”

Serienkritik: "Everyone but us"

Tolle Serie aus Schweden: “Everyone but us”

Ein inspirierendes Interieur, tolle Mode und schöne Menschen: Es war definitiv der Schweden-Faktor, der mich neugierig machte, als ich die Serie „Everyone but us“ in der ARD-Mediathek entdeckte. Spätestens seit „Liebe und Anarchie“ und „Die Patchworkfamilie“ habe ich ein Faible für Produktionen aus Skandinavien. 

Das Thema von „Everyone but us“ interessierte mich zunächst gar nicht so sehr: Ein Paar, das verzweifelt versucht, schwanger zu werden. So oft habe ich das bereits in meinem engeren und weiteren Freundeskreis erlebt, dass ich mich damit nicht auch noch beim Entspannen vor dem Bildschirm beschäftigen wollte, eigentlich. 

Aber der Schweden-Faktor war stärker – vor allem als ich realisierte, dass die Hauptdarstellerin, Hilma, von Alba August gespielt wird. Sie verkörperte bereits die junge Astrid Lindgren im Film „Astrid“, den ich im Kino sah und der mir unglaublich ans Herz ging. Also begann ich, die erste von zehn Folgen von  „Everyone but us“ gespannt anzuschauen.

Hier geht es auch zum Trailer.

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18. April 2023

Serienkritik: “Wellmania” auf Netflix

“Wellmania”: Celeste Barber auf dem Weg zur Selbstoptimierung

Celeste Barber folge ich bereits seit einigen Jahren auf Instagram. Ihre Parodien auf die durchästhetisierte Welt der Influencerinnen bringen mich oft zum Lachen. Fettpölsterchen am Bauch, Cellulite an den Oberschenkeln, zerzauste Haare: All das kombiniert die Australierin mit witzigen Performances und erinnert daran, wie absurd die Beiträge der scheinbar makellosen Frauen sind. 

Als ich auf Netflix entdeckte, dass Celeste Barber im Mittelpunkt der neuen Serie „Wellmania“ steht, war ich gespannt. Wie viel von ihrer Instagram-Persönlichkeit wird in den acht Episoden eine Rolle spielen? Und überzeugt sie als Schauspielerin?

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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