4. Dezember 2017

Heimat: “Ein Nachmittag bei ,Open Codes’ im ZKM”

Eine Falle aus Salz

Mitten in einem weißen Salzkreis steht das selbstfahrende Auto. Hinter ihm befinden sich die wuchtigen Berge des Parnass, die Straße liegt vor ihm. Das Problem: Das Auto startet nicht. Denn der Salzkreis blockiert das Computersystem des selbstfahrenden Fahrzeugs.

“Autonomous Trap” heißt diese Fotografie von James Bridle. Sie ist Teil der Ausstellung “Open Codes” im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe. Das Besondere daran: Das ZKM hat nach eigenen Aussagen mit “Open Codes” ein einzigartiges bildungspolitisches Experiment geschaffen.

Konkret heißt das: “Open Codes” soll Bürgern das Thema “Digitalisierung” näher bringen. Schließlich sind Codes in unserem Alltag inzwischen omnipräsent: Sie bestimmen beispielsweise was wir auf unserem Facebook-Feed sehen, mit ihnen lassen sich Haustüren ver- und entsperren, und sie nehmen eben auch bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos eine Schlüsselrolle ein.

Als ich von der Ausstellung las, war meine Neugierde geweckt. Sowohl bei der Arbeit als auch privat begegnet mir das Thema Digitalisierung immer wieder. Ich wollte mehr wissen und verstehen, was es mit analogen Codes (Morsezeichen oder Gebärdensprache) und eben diesen digitalen Codes auf sich hat. Besonders der Zusatz, dass “Open Codes” zur Bürgerbildung beitragen möchte, machte mir Hoffnung, dass nicht alles völlig abstrakt ist, sondern ich auch tatsächlich einen Zugang bekomme und die Digitalisierung danach noch besser verstehen werde – leider ist das nun nicht geschehen.

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18. November 2016

Heimat: “Ein Abend mit Paul Gärtner und dem Karlsruhe Kalender”

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Ein Kalender aus und für Karlsruhe!

Pink mischt sich mit Gold, erleuchtet die Nacht, dreht sich. Es war bereits zu später Stunde, als Fotograf Paul Gärtner das Riesenrad auf dem Messplatz in Karlsruhe entdeckte, seine Kamera zückte, abdrückte. “Dieses Foto ist nun eines von zwölf Motiven, die ich für meinen Karlsruhe Kalender ausgewählt habe”, erzählt mir der 26-Jährige. Ein Jahr ist es nun her, dass er seinen Job in einer Agentur kündigte, alles auf eine Karte setzte und sich mit seiner Fotografie selbstständig machte. “Der Kalender ist nun mein bislang größtes und wichtigtes Projekt”, sagt Paul. Gespannt ist er, wie es angenommen wird.

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Das ist Paul. Von ihm sind auch alle Bilder.

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17. November 2015

Heimat: “Tweet-up zur Ausstellung ,Ich bin hier. Von Rembrandt zum Selfie’”

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“Die Ricotta-Esser” von Vincenzo Campi © Lyon MBA – Foto Alain Basset

 

Selbstporträt mit Freunden

Ein strahlendes Lächeln ist das nicht. Die Zähne der “Ricotta-Esser” sind gelblich verfärbt, ungepflegt, verwahrlost. Aus dem 16. Jahrhundert stammt das Werk von Vincenzo Campi. Er selbst hat sich darauf mit Freunden festgehalten, er ist der Herr neben der einzigen Frau. In vollen Zügen genießen sie den saftigen, weißen Käse. Doch der fröhliche und ausgelassene Schein trügt, der Ricotta-Käse gleicht mit den runden hineingelöffelten Löchern einem Totenschädel, eine Fliege krabbelt außerdem darüber. Carpe Diem paart sich mit Vergänglichkeit. (Quelle: Antenna International)

Rembrandt, Dumas, Ai Weiwei

Das Werk von Vincenzo Campi ist eines von 140 Selbstporträts, die anlässlich der Ausstellung “Ich bin hier. Von Rembrandt zum Selfie” derzeit in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu sehen sind. Sie stammen von 100 Künstlern aus sechs Jahrhunderten. Darunter: Selbst-Darstellungen in alten und neuen Medien – von intimen Zeichnungen bis zum Selfie im Internet. Die Ausstellung ist Teil des trinationalen Kulturereignises “Ich bin hier. Europäische Gesichter”, das die Staatliche Kunsthalle mit Einrichtungen in Lyon und Edinburgh konzipiert hat. Beim “Tweet-up” führte Kurator Alexander Eiling durch die Räume in Karlsruhe. Der komplette Tweet-up ist bei Twitter unter #iamhere nachzulesen. Weiterlesen »

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5. Juli 2015

Heimat: “Die Meister-Sammlerin Karoline Luise von Baden”

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Große Landesausstellung anlässlich des Stadtgeburtstags

Ein großes Herz hatte Karoline Luise von Baden für ihre kleine Nervensäge: für das Schosshündchen Bellamina. Jeden Morgen musste sie wegen ihm um 6 Uhr aufstehen und einen Spaziergang machen. „Aber ein süßes Schosshündchen gehört für eine adlige Dame zum eleganten Lebensstil einfach dazu“, schreibt sie in einem ihrer zahlreichen Briefe. Ihren Hofmaler Joseph Melling bat sie um etwa 1770, das „King-Charles-Hündchen“ zu porträtieren. Er kam der Aufforderung nach und verwendete dazu Pastellkreiden. Wie eine Prinzessin thront Bellamina auf ihrem goldbesetzten Kissen, kontrastierend dazu: der leuchtend blaue, samtige Hintergrund (Quelle: Antenna international).

Das Werk “Karoline Luises Schoßhündchen Bellamina” ist anlässlich der Ausstellung „Die Meister-Sammlerin. Karoline Luise von Baden“ in der Staatlichen Kunsthalle noch bis 6. September zu sehen. Bei der Bloggerreise Karlsruhe – Basel bekam ich einen Einblick in das Kooperationsprojekt der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, des Landesarchiv Baden-Württemberg, dem Generallandesarchiv, und der Università della Svizzera italiana, das im Rahmen des 300. Stadtgeburtstags ins Leben gerufen wurde.

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14. Juni 2015

Heimat: “Ein Abend bei Reinhard Voss”

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Das sind Luisa, Maren und Reinhard.

Ausstellung “Gestern und Häuten” in der Villa Kolb

Der Körper steht im Mittelpunkt – in all seiner Vielfalt und Metamorphose. Welche Rolle spielte er in der Vergangenheit, welche heute? Und wie verhalten sich Individuen im Wechselspiel mit ihrer Umwelt? Zeichnungen, Malerei, Objekt, Fotografie und Performance beschäftigen sich in der Ausstellung „Gestern und Häuten“ mit diesen Aspekten. Auch der künstlerische Prozess wird näher beleuchtet – schließlich kann ein Werk immer wieder aufs Neue bearbeitet werden, um letztlich zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Vernissage von „Gestern und Häuten“ ist am Donnerstag, 18. Juni, 20 Uhr, in der Villa Kolb (Gellerstraße 14). Kurator ist Reinhard Voss. Weiterlesen »

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6. Oktober 2014

Heimat: “Ein Abend mit Paul Gärtner von Typ x Tatse”

Das ist Paul.

Das ist Paul.

KSC und Sneakers

Es war auf der Haupttribüne des KSC-Stadions, wo sich die Wege von Paul und Marco von „Typ x Tatse“ zum ersten Mal trafen. 2004 war das. Beide hatten bei den Spielen immer ihren Fotoapparaten in der Tasche, hielten die spannenden Situationen auf dem Rasen fest. Die Euphorie der Fans, die Freude, den Frust. Sie kamen ins Gespräch, knipsten gemeinsam. „Es gab nur keine Plattform, wo wir unsere Fotos nach den Spielen hochladen konnten“, erzählt Paul an einem spätsommerlichen Abend im „Bento“. „Marco und ich beschlossen deshalb, eine eigene Plattform zu gründen.“ Das Projekt „Typ x Tatse“ entstand. Auf ihrer Internetseite zeigen die beiden Karlsruher seit rund zwei Jahren unter anderem Bilder aus dem Stadion sowie von ihrer zweiten Leidenschaft: Sneakers.

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Foto: Typ x Tatse

Rund 60 ihrer Fotografien sind nun anlässlich der Ausstellung „Raum einnehmen“ von Mittwoch, 8. Oktober, bis Freitag, 10. Oktober, im Kulturraum Vanguarde zu sehen. Der Künstler Ralf Nikolai Gudat präsentiert dort außerdem eine Auswahl seiner Werke. Am Freitag ist zum Abschluss der Ausstellung ab 23 Uhr „Die tighteste Party der Stadt“, bei der vier DJs Indie Hip-Hop, Drum ‚n‘ Bass und Heavy Bass Music auflegen.

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22. Juli 2014

Heimat: “Werders Wohnzimmer mit ,die Anstoß e.V.'”

20140722-194725.jpgKunst inmitten von fünf Privatwohnungen, Kneipen und sogar einer Kirche – der  Ausstellungsrundgang „Werders Wohnzimmer“ findet am Samstag, 2. August, von 16 bis 21 Uhr zum vierten Mal statt. Seit 2011 gibt es die Veranstaltung in der Karlsruher Südstadt. Zum ersten Mal hat ihn nun der Verein „die Anstoß e.V.“ organisiert – und das Konzept ein wenig verändert. Lisa und Norina sind zwei von insgesamt zehn „die Anstoß“-Vereinsmitgliedern. Mit ihnen traf ich mich im „Gold“ auf einen Kaffee.

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Das sind Lisa (links) und Norina.

Ein neues Konzept

„Wir wollen mit ,Werders Wohnzimmer’ einen Überblick über die zeitgenössische Kunstszene in Karlsruhe schaffen“, sagen die beiden Studenten von der Hochschule für Gestaltung (HfG). Was neu ist? Mitten auf dem Werderplatz wird es einen Pavillon als zentrale Anlaufstelle geben, Flyer werden dort verteilt. Weitere Ausstellungsräume sind außerdem dazugekommen: unter anderem Planet Vélo, die Johanniskirche und Kopf & Kragen. Das Rahmenprogramm ist entsprechend breitgefächert: Es gibt Lesungen, Medienkunst und performative Installationen. „Mit ,Werders Wohnzimmer’ soll ein Anreiz geschaffen werden, Kunst nicht nur als elitäres Konsumgut wahrzunehmen“, erläutern Norina und Lisa. Es gehe darum, die durch Institutionen und Galerien entstehende Schwelle zwischen Betrachter und Werk zu verringern.

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Das Interesse von den Künstlern, beim Ausstellungsrundgang mitzumachen, war groß: „Wir konnten aus 70 Bewerbungen aussuchen“, erzählt Norina. „Unter anderem Jovana Reisinger wird um 20.45 Uhr eine Lesung veranstalten.“ Und auch die Künstler Erik Sturm und Ingrid Raab sind dabei.

„Glücklicherweise fanden wir mit dem Kulturbüro und der LBBW-Bank zwei Sponsoren.“ Sie ermöglichen es, dass die Künstler eine Aufwandsentschädigung bekommen und Installationen davon bezahlt werden können. „Wir wollen fair sein“, erläutert Norina. Die Ausbeutung der Künstler sei ihnen zuwider.

Unabhängig von der Kamuna

Die Veranstaltung zu organisieren, war gar nicht so einfach, betont Norina. „Am gleichen Tag ist auch die Kamuna – wir wollten eigentlich kooperieren.“ Dieser Vorschlag wurde aber nicht angenommen. „Deshalb läuft unsere Veranstaltung nun unabhängig davon“, erzählen Lisa und Norina.

Das Karlsruher Stadtleben bereichern

Seit Oktober 2013 gibt es „die Anstoß e.V.“ – ein Zusammenschluss von Studenten des KIT, der Kunstakademie, der Hochschule für Musik und der HfG. „Anregt wurde unsere interdisziplinäre Planungsgruppe von Benedikt Stoll“, berichtet Lisa. Er ist Architekturstudent am KIT und wollte Studenten der einzelnen Hochschulen vernetzen. „Es ist uns allen wichtig, das Stadtleben zu bereichern“, sagen Norina und Lisa. „Viele beklagen sich, dass hier nichts passiert und wollen nach dem Studium schnell wieder weg.“ Daran soll sich etwas verändern.

Erfolgreicher Start

„Wir arbeiten alle ehrenamtlich“, sagt Lisa. Die erste “die Anstoß”-Veranstaltung vor wenigen Wochen in der Günther-Klotz-Anlage war ein voller Erfolg. „Anlässlich des internationalen Restaurantdays haben wir Burger dort gemacht – rund 200 Leute kamen.“ Darunter auch Senioren, Jogger und Spaziergänger. „Das hat uns bestärkt.“ Für den Stadtgeburtstag im nächsten Jahr arbeiten sie außerdem an einem Kulturprogramm, das in einem Pavillon auf dem Karstadt-Hochhaus drei Monate lang stattfinden soll. „Wir sind gerne in Karlsruhe und wollen den kreativen Bereich stärken, damit die Stadt noch lebenswerter wird.“

Weitere Informationen unter
www.dieanstoss.de
www.facebook.com/events/837950869550302/

 

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17. Januar 2014

Heimat: “Ein Abend bei Florian Weingrüll”

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Das ist Florian.

Sechs Träume hat Thomas Geiger niedergeschrieben, auf graues Papier. Ihre Gemeinsamkeit: Sie alle handeln von der Kunst – auf unterschiedliche Art und Weise. „Die Träume bewegten mich; als ich morgens aufwachte, waren sie noch so präsent, dass ich sie festhalten wollte“, erläutert der Künstler, der derzeit in Wien lebt. Seine Maxime: Manchmal haben die einfachsten Gegenstände und Handlungen das Potenzial zur größten Wirkung. Zu sehen sind die Aufschriebe seiner nächtlichen Erinnerungen im Rahmen der Ausstellung „Cognitve Dissonance“ in der Galerie Weingrüll (Nowackstraße 7). Vernissage ist anlässlich des Galerientags am morgigen Samstag, 18. Januar, von 15 bis 21 Uhr.

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Zeichnungen, Videos, Skulpturen – mehr als 20 unterschiedliche Werke präsentiert Galerist Florian Weingrüll in dieser neuesten Ausstellung. Es ist ein Querschnitt der Arbeiten seiner derzeit insgesamt 13 Künstler. Darunter vertreten sind Benjamin Appel, Maeghan Reid, Enrico Bach sowie Stephanie Kiwitt.

Seine ersten Schritte als Galerist wagte Florian Weingrüll mit einem Projektraum in der Viktoriastraße. Das war 2009 und der Karlsruher studierte damals noch in Tübingen – Kunstgeschichte, Philosophie und Religionswissenschaften auf Magister. „Durch den Projektraum wurde mir klar, dass die Zusammenarbeit mit den Künstlern und das Vermitteln an Käufer genau das ist, was ich machen möchte“, erinnert er sich. „Ein Jahr später, im September 2010, eröffnete er seine Galerie in der Nowackanlage. „Mehr als 20 Ausstellungen fanden seither statt“, sagt er an diesem verregneten Donnerstagabend, zwei Tage vor der Vernissage.

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Einiges zu tun gibt es noch. Die Werke müssen platziert, Bildschirme für Videos angebracht werden. “Das Meiste ist aber geschafft”, sagt der Galerist. Einen festen Platz hat bereits die aktuellste Arbeit von Otto D. Handschuh gefunden. „Verwaister Bauhausstuhl auf entleerter Palette“ lautet der Titel der Skulptur.

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Der Künstler, der aus Dresden stammt und in Karlsruhe lebt, arbeitet primär mit Sandstein, Granit und Metall, gelegentlich mit Holz. Abschleifen, Aushöhlen, Zerschneiden – “das Verändern der Funktionalität sowie der Bestimmung steht bei mir meist im Vordergrund.” Eine Auswahl seiner Werke ist ab April auch im Stuttgarter Kunstmuseum zu sehen.

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Identität und Heimat spielen bei den Werken von Jakup Ferri eine elementare Rolle. Der aus dem Kosovo stammende Künstler beschäftigt sich viel mit seinem sozialen Umfeld. „Wo komme ich her, wer bin ich?“ Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen prägen Ferris Arbeiten, erläutert Florian Weingrüll.

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Original und Fälschung. Individualität und Authentizität. Damit beschäftigt sich Sascha Pohle. Auf der Zeichnung, die ab Samstag in der Galerie Weingrüll ausgestellt ist, ist ein Ronald Reagan-Doppelgänger zu sehen, in der Hand hält dieser eine Fotografie des ehemaligen Präsidenten. Eine Kopie mit Abbild.

Wenn Florian Weingrüll bis Samstag diesem und den anderen etwa 20 Werken in seiner Galerie einen festen Plazu zugeordnet hat, wird Thomas Geiger durch die Räume schreiten, die Anordnung auf sich wirken lassen und dann seine sechs Traum-Papiere platzieren. „Intuitiv.“

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Zu sehen ist die Ausstellung bis 22. Februar. Geöffnet ist die Galerie Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr. Samstags von 11 bis 14 Uhr.
Nähere Informationen zu der Ausstellung und den einzelnen Künstlern sind abrufbar unter www.weingruell.com
Zu Thomas Geiger unter www.twgeiger.de

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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