6. Mai 2018

Karl Ove Knausgård: “Lieben”

Der Zauber des Gewöhnlichen

40 Seiten über einen Kindergeburtstag – ohne dass irgendetwas Außergewöhnliches passiert. Kinder spielen miteinander, Erwachsene unterhalten sich am Tisch: über Immobilienpreise, Rentensysteme, die Arbeit. Es gibt Kichererbsen zu essen, Cola Light zu trinken und am Ende eine Süßigkeitentüte für die kleinen Gäste.

Karl Ove Knausgård treibt gleich zu Beginn von „Lieben“ seine Detailversessenheit ins Unendliche. Eine Dramaturgie? Gibt es nicht, vielmehr erzählt Knausgård vom gewöhnlichen Alltag, von seinen Beobachtungen, die er dabei macht und von seinen Gefühlen. Das macht er aber so gut, dass ich wieder komplett in seine Welt eintauchte – dieses Mal in eine leichtere als bei „Sterben“, dem ersten Band seiner sechsteiligen „Min Kamp“-Serie.

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31. März 2018

Schmöker: “Die Geschichte der Bienen” von Maja Lunde

Nix für mich

„Die Geschichte der Bienen“ kam zur Weihnachtszeit in meinen Briefkasten geflattert – ein sehr nett gemeintes Geschenk. Selbst hätte ich mir den norwegischen Bestseller von Maja Lunde wohl aber nicht gekauft, weder das Cover noch die Inhaltsangabe hatten mich beim Stöbern in Buchhandlungen überzeugt. „Drei Familien, getrennt durch Jahrhunderte, unauflöslich verbunden mit der Geschichte der Bienen“. Klang nach typischer Unterhaltungsliteratur, die nicht zu sehr am Fundament kratzt. Die beste Drehbuch-Grundlage für einen Blockbuster im Popcorn-Kino.

Doch als ich meinen Koffer für Israel packte, zu dem Bündel meiner bislang ungelesenen „Zeit“-Dossiers noch ein unkompliziertes Buch suchte, fiel mir „Die Geschichte der Bienen“ wieder ins Blickfeld. Ach, warum, nicht?! Vielleicht tue ich dem Roman auch Unrecht. Schließlich fielen die Kritiken fast durchgehend äußerst positiv aus. Eingepackt.

302 der 508 Seiten habe ich mir nun angetan, dann habe ich das Buch weggelegt. 

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25. November 2014

Flimmerkasten: “Einer nach dem anderen”

Blutbad im weißen Schnee
Er packt die Leichen in Hühnerdraht und schmeißt sie den Wasserfall hinunter – eine nach der anderen. Nils schwört Rache, nachdem Ganoven von der Mafia seinen Sohn töteten. Er beginnt die Verantwortlichen zu eliminieren, arbeitet sich dabei vom Handlanger zum Boss hoch. Mal erwürgt er sie, mal erschießt er sie. Rot vs. Weiß: Blut fließt reichlich in der schneebedeckten Landschaft Norwegens. „Einer nach dem anderen“ ist eine bitterböse skandinavische Komödie, die voll subtilem und groteskem Humor ist. Ganz im Stil von „Adams Äpfel“.

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6. Oktober 2013

Melodien: “Kakkmaddafakka”

Oohh, Karten für das Kakkmaddafakka-Konzert in Karlsruhe. Ich freute mich sehr, als zwei meiner liebsten Schulzeit-Freundinnen mir die Tickets zum Geburtstag überreichten. In Köln und Mainz wohnen sie inzwischen, Dinge zu dritt unternehmen, das ist nicht mehr so selbstverständlich – leider.

Umso größer war die Freude auf diesen Abend. Eigentlich hätten Miriam und ich Kakkmaddafakka schon beim Dockville gesehen, dort wurde das Konzert aber kurzfristig abgesagt. Keyboarder Jonas litt an Herzproblemen. Nun hatten wir aber Glück, kurz vor 22 Uhr stand die norwegische Band zu acht auf der Bühne.

Beschwingte Musik, nackte Oberkörper und kreative Tanzeinlagen: Die rund 90 Minuten waren eine große Party. Allein die beiden Herren mit weißen Hemden und schwarzen Fliegen im hinteren Teil der Bühne waren das Eintrittsgeld wert. Ihre Funktion: eine Mischung aus Backgroundtänzern- und sängern. Ihre Moves: völlig drüber, aber herrlich anzuschauen.

„Six Months Is a Long Time“, so lautet der Titel des neuesten Albums. “It’s brilliant”, verkündete Sänger Axel gleich mehrmals. An ironischem Selbstbewusstsein mangelt es den Norwegern nicht. Sie dürfen es sich erlauben. Die Songs sind wieder eine bunte Mischung aus Sixties-Pop, Ska und ein bisschen Reggae.

In „Gangsta No More“ nehmen sie Bezug auf ihren früheren Song „Gangsta“, einen meiner Lieblingssongs. Erwachsener sind sie geworden, verkünden sie nun. Ähm ja, im Substage ist davon an diesem Abend nicht allzuviel zu merken. Denn als sie etwa in der Mitte des Konzerts dann den Klassiker „Gangsta“ anstimmen, tobt nicht nur das Publikum. Auch auf der Bühne herrscht Anarchie, die Jungs hüpfen von links nach rechts, von vorne nach hinten, eine Struktur ist nur noch schwerlich zu erkennen. T-Shirts werden ausgezogen, wirbeln durch die Luft. Die einzige Konstante des Abends: der Standort des Schlagzeugs. Die Musik leidet unter dieser Dynamik keineswegs, die Qualität ist top.

Wir drei kannten nicht jedes Lied, das Kakkmaddafakka an diesem Abend anstimmten, im Gegenteil: Melle kannte keins. Das machte gar nichts, die Show der Norweger ist so kunterbunt und abwechslungsreich, dass es einfach nur eine Freude ist, dabei zu sein, zuzuschauen und zuzuhören.

Zugabe um Zugabe forderte das Publikum. Zum Abschluss ertönte dann Tina Turners „Simply The Best“, Kakkmaddafakka verneigten sich vor völlig verschwitzten und überglücklichen Fans. Es war ein Fest, danke Miriam und Melle für diesen wunderbaren Abend.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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