22. November 2013

Flimmerkasten: “Glaube”

Liebe – Glaube – Hoffnung: die Trilogie von Ulrich Seidl

Der österreichische Regisseur Ulrich Seidl hat mit seiner Paradies-Trilogie drei Filme geschaffen, die provokanter kaum sein könnten und das Maß des Erträglichen mehrmals überschreiten. Trotzdem sind sie sehr empfehlenswert. Weiterlesen »

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17. November 2013

Schmöker: “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert”

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Eine Buchhändlerin hat mir vor wenigen Wochen den Roman „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ ans Herz gelegt. Von einer Mischung aus Gesellschaftsroman, spannendem Krimi und Liebesgeschichte sprach sie – voller Begeisterung. Mein Interesse war geweckt. Als ich sah, dass es derzeit noch knapp 23 Euro kostet, zögerte ich kurz, war dann aber doch so neugierig und kaufte es. Zum Glück.

Von der Buchhandlung zu Hause angekommen, fing ich direkt an zu lesen und konnte gleich am ersten Abend drei Stunden lang nicht mehr damit aufhören. In kürzester Zeit war ich gedanklich nach Aurora, einer Stadt in New Hampshire, gereist. Dort spielt sich die Geschichte von Joel Dicker zum größten Teil ab.

Im Mittelpunkt stehen Marcus, ein aufstrebender Schriftsteller, und sein alter Professor sowie Freund Harry. Es ist das Jahr 2008, kurz vor der US-Präsidentschaftswahl: Marcus lebt in New York, leidet an einer Schreibblockade, kommt mit seinem zweiten Roman nicht voran. Sein Verlag sitzt ihm im Nacken, er ist verzweifelt.

Alles ändert sich schlagartig, als Harry in Aurora plötzlich verhaftet wird. Der Vorwurf: Er soll im August 1973 die damals 15-jährige Nola ermordet haben. Marcus glaubt fest an Harrys Unschuld, reist in die Kleinstadt, um seinem alten Freund zur Seite zu stehen und die Wahrheit herauszufinden.

Das Besondere an dem Buch ist, dass die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird. Vielmehr bringt Joel Dicker dem Leser über verschiedene Zeitsprünge die tragische Liebesgeschichte von Harry und Nola näher. Sehr viel Freude und Vergnügen hatte ich dabei auf jeder einzelnen der mehr als 700 Seiten. Ich konnte und wollte das Buch nicht mehr weglegen, schleppte es in meiner Tasche überall mithin, las in jeder freien Sekunde. Das Werk des schweizerischen Schriftstellers ist einfach, aber nicht trivial geschrieben und lässt einen nicht mehr los. Unbedingt wollte ich wissen, ob Harry schuldig ist oder nicht.

Außerdem ist Joel Dicker durch seine facettenreichen Protagonisten und der genauen Beschreibung ihrer Lebensgeschichten ein sehr mitreißender Gesellschaftsroman gelungen, der mich oft an die Werke von Jonathan Franzen erinnerte.

Im letzten Drittel des Buches überschlagen sich zwar ein wenig die Ereignisse und ein bisschen weniger Geschehen und verzwickte Zusammenhänge wären von Vorteil gewesen, gleichwohl: „Die Wahrheit über den Fall Quebert“ liest sich wunderbar, ein fabelhaftes Buch für triste Herbsttage.

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14. November 2013

Flimmerkasten: “Blue Jasmine”

Einfach nur toll: Blue Jasmine!

Als ich den Trailer von „Blue Jasmine“ vor Monaten im Open-Air-Kino zum ersten Mal sah, stand für mich fest: Diesen Film von Woody Allen muss ich nicht sehen. Cate Blanchett als eine Frau, die alles verliert, deshalb bei ihrer Schwester in der unteren Mittelschicht landet und mehr trinkt, als ihr gut tut. Nein. Das kam alles sehr schwer und theatralisch rüber.

Doch dann las ich in den vergangenen Tagen mehrere sehr positive Kritiken über den Film, wurde neugierig und schaute ihn mir doch an. Froh bin ich darüber. Nach dem zwar kurzweiligen, aber wenig beeindruckenden „To Rome with Love“ hat Woody Allen wieder ein sehr ansprechendes Werk auf die Leinwand gezaubert.  „Blue Jasmine“ ist böse, lustig, aber auch ernst, dabei keine Minute anstrengend, sondern einfach nur sehr unterhaltsam und zeigt einen Einblick in die groteske Welt der Superreichen. Weiterlesen »

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9. November 2013

Heimat: “Ein Abend mit Sven Eric Maier”

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Das ist Sven Eric.

Traum vom Film!

Ganz am Anfang von Sven Eric Maiers Geschichte steht „Psycho“, der Klassiker von Alfred Hitchcock. „Als ich diesen Thriller zum ersten Mal sah, stand für mich fest: Ich möchte Filme drehen“, erzählt der 27-Jährige. Das war zu Beginn seines Studiums in Offenburg. Für Medien- und Informationswesen hatte er sich dort eingeschrieben, ein Filmanalyse-Seminar weckte seine Leidenschaft – sie hält bis heute. Weiterlesen »

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5. November 2013

Melodien: “Ein Abend mit Nicolas Sturm und Yasmine Tourist”

Zwei Acts – ein Konzertabend

Ein Singer/Songwriter mit deutschen Texten voller Poesie und eine Band, die sich auf ihrer Debütplatte beschwingtem amerikanischem Folkrock widmet – eigentlich eine schöne Kombination für ein Doppelkonzert in der Scenario Halle im Kulturzentrum Tempel. Leider waren die rund zweieinhalb Stunden mit Nicolas Sturm und der Band „Yasmine Tourist“ gespickt von technischen Pannen und einigen schrägen Tönen. Weiterlesen »

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23. Oktober 2013

Fernweh: “Susanne Trumpf”

Susi

Das ist Susi

One-Way-Ticket nach Hongkong

Es ist ein grauer, kalter Januarmorgen, als Susanne Trumpf am Karlsruher Hauptbahnhof in einen ICE Richtung Frankfurt steigt. Einen großen Rucksack trägt sie auf ihren Schultern, eine Tasche hängt schwer um ihren zierlichen Oberkörper, darin liegt sicher verstaut: ein One-Way-Ticket nach Hongkong. Weiterlesen »

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17. Oktober 2013

Flimmerkasten: “Take This Waltz”

Take This Waltz: Michelle Williams im moralischen Dilemma

Gleich zwei Filme sah ich in den vergangenen Wochen mit Michelle Williams. „Blue Valentine“ und „Take This Waltz”. Beides Mal verkörpert sie eine Frau, die mit dem Leben und der Liebe kämpft. Es ist nicht einfach, ihr dabei zu zusehen. Vor allem „Blue Valentine“ ist oft verstörend und deprimierend. Gleichwohl: ein sehr sehenswerter Film.

In „Take This Waltz“ spielt sie Margot, eine junge Frau Ende 20, die davon träumt, ein Buch zu schreiben. Auf einer Reise lernt sie im Flugzeug Daniel (Luke Kirby) kennen. Die Beiden verstehen sich gut, eine große Anziehungskraft ist da. Wie es der Zufall will, ist Daniel nun Margots neuer Nachbar – was jedoch auch fatal ist. Margot ist verheiratet. Die Ehe schien glücklich, doch nun gerät alles ins Wanken. Weiterlesen »

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13. Oktober 2013

Schmöker: “Die Deutschlehrerin” von Judith W. Taschler

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Für eine Zugfahrt suchte ich mir aus meinem riesigen Stapel an ungelesenen Büchern etwas Kurzweiliges aus. Meine Wahl fiel auf „Die Deutschlehrerin“ von Judith W. Taschler. Zum Geburtstag hatte ich dieses Buch von Freundinnen geschenkt bekommen. Ein wenig wie „Tannöd“ sollte es sein, verriet mir Jenny. Ok, ich war gespannt.

„Die Deutschlehrerin“ ist besser, gar eines der spannendsten Bücher, das ich seit langem in der Hand hatte. Von der ersten Seite an entwickelte der Thriller so einen starken Sog auf mich, dass ich ihn nicht mehr weglegen konnte und in den vergangenen Tagen in jeder freien Minute las – regelrecht mitfieberte.

Das Besondere an dem Werk von Judith W. Taschler ist der verschachtelte Aufbau. Die Geschichte beginnt mit einem E-Mail-Dialog. Daran beteiligt ist Xaver, ein erfolgreicher Jugendbuchautor. Er soll an einer Schule eine Schreibwerkstatt veranstalten und nimmt dazu Kontakt mit der zuständigen Deutschlehrerin auf, Mathilda. Ist es Zufall oder Schicksal? Xaver und Mathilda kennen sich bereits. Sie waren 16 Jahre lang ein Paar. Eines Tages zog Xaver aber still und heimlich aus, ließ Mathilda verzweifelt und mit gebrochenem Herzen zurück.

Es gibt nun Rückblenden, wie sich Mathilda und Xaver bei ihrem Germanistik-Studium kennen lernten, ein Paar wurden und was dann schief lief. Es gibt Vorausblenden, wie ihr Wiedersehen läuft, was danach passiert und sie erzählen sich beide Geschichten. Die unterschiedlichen Schreibstile, Einschübe und zeitlichen Sprünge sorgen für eine große Dynamik.

Judith W. Taschler wirft einem als Leser immer wieder neue Puzzle-Stücke hin. Ständig tauchen neue Fragen auf, die Antworten sind kaum zu erwarten, ich las und las und las, gierte nach dem Gesamtbild. Zuviel der Handlung möchte ich gar nicht verraten, nur das: Xavers Sohn wurde entführt. Hat Mathilda etwas damit zu tun? Oder Xaver selbst? Diese Fragen sind die treibende Kraft.

Ich bin so begeistert von diesem Buch, dass ich es bedingungslos jedem ans Herzen lege – ein ungewöhnlicher Thriller, der einen alles um sich herum vergessen lässt.

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11. Oktober 2013

Fernweh: “Roadtrip Teil VI – Kopenhagen”

3. Stopp: Kopenhagen

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Kopenhagen. Endlich war es soweit. Wir packten am Morgen in Tiendegaarden wieder unsere Koffer, verstauten sie im Auto und fuhren los. Auf dem Weg in die dänische Hauptstadt wollten wir noch einen Zwischenstopp an den Kreidefelsen von Møn einlegen. Dass dieser Ausflug eine sportliche Herausforderung werden sollte, das war uns allen vorher nicht ganz klar. Weiterlesen »

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8. Oktober 2013

Melodien: “Fatones”

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Eine WG-Party führte zu den Fatones

Eine außer Rand und Band geratene WG-Party in Karlsruhe steht ganz am Anfang der Fatones. „Wir waren alle dort zum Feiern und griffen gegen 1 Uhr betrunken zu den Instrumenten“, erinnert sich Bassist Adrian. Das Ergebnis: leicht experimentell. Verzerrte Bass-Klänge, dazu Keyboardtöne und ein Schlagzeug. „Es war durchgeknallt, aber die Leute tanzten stundenlang dazu“, erzählt Gitarrist Markus. „Lasst uns eine ernsthafte Band gründen“, das beschlossen die vier Jungs danach. Die Fatones waren geboren. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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