12. April 2013

Melodien: “Ein Abend mit Bosse”

Verschwitzt im Jazzhaus

Bereits nach dem dritten Lied ist Bosse klatschnass. Voller Energie hüpft er auf der Bühne im Jazzhaus Freiburg umher und animiert das Publikum zum Tanzen, Singen und Spaß haben. Seine gute Laune schwappt über. Das rund zweistündige Konzert ist eine große Party.

Das Konzert beginnt noch relativ ruhig mit “Kraniche”, dem Titelsong seines neuen Albums. Bosse singt auf dieser Platte von der Angst vor dem Älterwerden (Alter Affe Angst), “Familienfesten”, aber auch seiner Zuneigung zu “Istanbul”. Mehrere Monate lebte er dort, um an seinem Album zu arbeiten, erzählt er dem Publikum in Freiburg. Seine Eindrücke setzte er musikalisch um. Vor allem “So oder so” sowie “Vive la Danse” machen live großen Spaß. Weiterlesen »

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10. April 2013

Flimmerkasten: “Girls”

Mitten aus dem Leben

Prosecco, Manolo Blahniks und ganz viel Glamour und Glitzer? Fehlanzeige. All das gibt es nicht. Die Serie „Girls“ spielt im wahren Leben. Im Mittelpunkt stehen Hannah, Marnie, Jessa und Shoshanna. Vier junge Frauen Mitte 20, grundverschieden, aber alle vier kämpfen sich durch das Leben. Es ist ein Blick hinter die Kulissen der jungen, modernen Frau in der Großstadt – ein Blick auf die Schattenseiten der Individualisierung. Alles ist möglich, aber einfacher dadurch nicht. „Sex and the City“ entzaubert. Weiterlesen »

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8. April 2013

Heimat: “Poetry Slam Lesebühne”

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Poetry Slam Lesebühne “An WOrt und Stelle”

Lyrik, Kurzgeschichten und verdichteter Quatsch: In Karlsruhe gibt es mit der Poetry Slam Lesebühne  „An WOrt und Stelle“ eine neue Veranstaltungsreihe. Die Idee dahinter: „Wir möchten der Poetry Slam-Szene einen Spielraum geben und mit diesem Literatur- und Veranstaltungsformat außerdem ein szenefremdes Publikum gewinnen“, erläutert Veranstalter Stefan Unser. Er steht mit Aaron Schmitt hinter dem Konzept. Beide sind selbst Poetry Slammer. Stefan Unser organisiert unter anderem die Poetry Slam-Veranstaltungen im Kohi mit. Kooperationspartner der Lesebühne ist die Badische Bibliotheksgesellschaft. Die nächste Veranstaltung ist so auch in der Badischen Landesbibliothek am Dienstag, 16. April, Beginn 19 Uhr. Insgesamt sechs Veranstaltungen im Jahr sind geplant. Weiterlesen »

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7. April 2013

Schmöker/Flimmerkasten: La Délicatesse (Nathalie küsst)

Und dann ist alles anders!

Nathalie und Francois begegnen sich auf einer Straße in Paris. Stammelnd spricht er sie an, schafft es, sie innerhalb einer Minute zum Lachen zu bringen. Es macht klick. Die beiden verlieben sich ineinander, heiraten, sind glücklich mit ihrem Leben. Bis ein Autounfall alles zerstört. Nathalie muss ihr Leben neu sortieren. Zum Glück gibt es da Marcus, ihren wenig attraktiven, aber liebenswerten Arbeitskollegen…

Das Buch “Nathalie küsst” legte mir eine Freundin ans Herzen. Allein wegen des sehr banalen deutschen Titels hätte ich es mir sonst wohl nicht gekauft. Auch die Thematik (Mann stirbt, Frau bleibt traurig zurück) hätte mich ansonsten abgeschreckt. Aber aufgrund der Empfehlung kaufte ich es trotzdem. Und hatte sehr viel Freude damit. Gelesen habe ich es nun während meines Urlaubs innerhalb weniger Tage. Weiterlesen »

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5. April 2013

Melodien: “Liedermachernacht III im Vanguarde”

Ein Abend mit Alex Mayr und Bischler

Er singt von schlaflosen Nächten und der Angst zu versagen. Sie von ihren Sehnsüchten, der Liebe und davon, aus dem Alltag auszubrechen. Patrick Bischler und Alex Mayr waren zu Gast bei der dritten Liedermachernacht im Vanguarde in Karlsruhe – und verzauberten mit ihren Songs. Weiterlesen »

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3. April 2013

Heimat: “Sarah Hähnle”

Das ist Sarah. Sie hat netterweise alle Bilder zur Verfügung gestellt.

Das ist Sarah. Sie hat auch alle Bilder zur Verfügung gestellt.

Mit der Kamera durch die Welt

Etwa 13 Jahre war Sarah Hähnle alt, als sie von ihrem Vater ihre erste Spiegelreflex-Kamera geschenkt bekam. Aus Interesse wurde schnell Leidenschaft. Urlaube, Spaziergänge, Partys und Ausflüge mit Freunden: „Überall hatte ich die Kamera dabei“, erzählt die 30-Jährige. Klick. Unzählige Male drückte sie auf den Auslöser, ließ die Fotos entwickeln, klebte sie in Alben. Zahlreiche Erinnerungen hielt sie dadurch aufrecht.

Der Zeitvertreib wurde zum Beruf. Seit Anfang Februar hat Sarah Hähnle in der Uhlandstraße 7 in Mannheim ihr eigenes Atelier. „Hinterhaus“ heißt es. Dort bietet sie in regelmäßigen Abständen Workshops an. Die nächsten Kurse zu „Grundlagen und Geschichte der Fotografie“ sind am Samstag, 13., und Sonntag, 21. April. Weiterlesen »

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3. April 2013

Schmöker: “Léon und Louise” von Alex Capus

Verliebt vor Beginn des Krieges

Es ist eine Begegnung, die zwei Leben prägt: Louise trägt eine rot-weiß gepunktete Bluse und fährt auf einem alten, rostigen Herrenfahrrad umher, als Léon sie zum ersten Mal sieht.  Der junge Soldat  verliebt sich sofort in sie. Es ist jedoch gerade der Erste Weltkrieg ausgebrochen. Keine gute Ausgangsbedingung für die Liebe. Ein Bombenhagel trennt sie auf tragische Weise. Aber Léons und Louises Zuneigung ist tief und überdauert viele Jahrzehnte – trotz zahlreicher Widrigkeiten.

“Léon und Louise” bekam ich zu Weihnachten geschenkt. Zuerst hatte ich den Roman  auf meinen riesigen Stapel an ungelesener Bücher abgelegt, dann griff ich aber doch bereits nach wenigen Wochen danach – und las es letztlich rasend schnell. Weiterlesen »

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2. April 2013

Flimmerkasten: “Mademoiselle Populaire”

Kinostart: 11. April

Wenn es einen Film gäbe, der nur für mich gemacht wurde, dann ist das wohl  “Mademoiselle Populaire”.

Frankreich 1958: Die etwas tolpatschige Rose möchte raus aus dem Dorf, hinein in die Stadt. Ihre Talente sind begrenzt, aber eins kann sie ungeheim gut: auf der Schreibmaschine tippen. Das macht sie zwar etwas unkonventionell, das Zehn-Finger-System beherrscht sie nicht, das macht aber nix. Denn sie ist wahnsinnig schnell.  Der smarte Versicherungsagent Louis stellt sie deshalb als Sekretärin ein. Eine Woche auf Probe.
Rose kann mit ihren beruflichen Kompetenzen letztlich nicht überzeugen. Zu schusselig ist sie. Louis erkennt aber ihr Potenzial im Maschinen-Schnellschreiben und meldet sie bei einem Wettbewerb an. Sein sportlicher Ehrgeiz ist geweckt und er animiert sie zum üben, üben und üben….Liebesverwicklungen inklusive.

“Mademoiselle Populaire” ist angelehnt an die typische Hollywood-Komödie der 1950er-Jahre. Da ist der große, charmante Herr (Roman Duris) und das junge, blonde Mädchen (Déborah Francois). Wie es ausgeht, ist schnell voraussehbar. Das ist aber völlig egal. Der Retro-Film überzeugt mit seiner wunderbaren Nostalgie-Ausstattung. Allein die vielen schönen Outfits der Damen und die tollen Schreibmaschinen ließen mein Herz schneller schlagen.

Regissieur Régis Roinsard schafft es in seinem Debüt eine gelungene Mischung aus viel Humor, Ironie, aber auch Gefühlen herzustellen. Ein wenig Kitsch gehört wohl dazu. Aber das macht den Film letztlich auch aus. Wunderbares französisches Popcorn-Kino, das ein rundum Wohlfühlgefühl erzeugt.

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1. April 2013

Heimat: “Larissa Mantel”

Larissa Mantel

Larissa Mantel

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Es waren bunte Kopffüßler, mit denen Larissa Mantel ihre Zeichenkarriere begann. “Als ich klein war, tobte ich mich hauptsächlich mit Stiften auf Papier aus.”  Stundenlang malte sie mit ihrer Schwester Kreise sowie Kringel.

Kopffüßler malt sie heute keine mehr. Die Leidenschaft für das Zeichnen blieb. Inzwischen studiert Larissa Mantel Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und ist freiberuflich als Illustratorin tätig. Mehr als 60 verschiedene Postkartenmotive hat sie bereits entworfen, außerdem macht sie Kalender, Etikette, kleine Büchlein und verschiedene Auftragsarbeiten.

Bereits in der Oberstufe fing sie an, ihre ersten Postkarten in einem Secondhand-Laden in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) auszustellen. Etwa 16 Jahre war sie damals alt. Kleine Lebensweisheiten und Zitate standen darauf. “Die Nachfrage war von Anfang an da”, sagt Larissa Mantel mit Blick zurück. Weitere Geschäfte im Stuttgarter Raum kamen dazu. Als sie zum Studieren vor knapp fünf Jahren nach Karlsruhe zog, fand sie außerdem in Karlsruhe im ZKM-Museumsshop und in der Libelle in der Kaiserstraße neue Verkaufsstellen für ihre Postkarten.

Seit rund 18 Monaten besitzt die 24-Jährige außerdem  einen Shop bei Dawanda, bietet dort etwa 50 verschiedene Postkartenmotive an. “Das Sortiment variiert”, erzählt sie.  Neue kommen hinzu, alte fallen weg. Gekauft werden viele. Viel Zeit verbringe sie damit, kleine Päckchen für die Kunden zu packen, diese zur Post zu bringen.

Sehr gefragt sind vor allem die Karten mit Lebensweisheiten. Zum Beispiel die Karte mit “Tipps zum Leben verbessern”: “Hosen flicken” oder “Vögel am Gesang erkennen” steht darauf.  Auch Karten mit Fabelwesen gehörten zu ihrem Sortiment. “Die Idee entstand bei meinem Auslandssemester in Wien, als ich dort für die Oper ein Jahrbuch mitentwarf.”

Eine Schwäche für Schreibwaren: “Mehrere Hundert verschiedene Stifte liegen in meiner Schublade”, erzählt Larissa Mantel mit einem Schmunzeln. Darunter: Bunt- und Kalligraphienstifte, Eddings und ihr Lieblingsstift: ein Fineliner der Marke Muji.

Wie sie ihre Zukunft sieht? “Ich weiß es noch nicht genau”, sagt sie. Ein konkretes Ziel habe sie nicht. Sie könne sich aber vorstellen, in Karlsruhe zu bleiben. “Ich mag die Südstadt und den Werderplatz gerne”, meint Larissa Mantel. “Aber erstmal wolle sie fertig studieren und dann schauen, was kommt.”

Infos unter
www.shop.larissamantel.com
www.larissamantel.com

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30. März 2013

Flimmerkasten: “Amour/Liebe”

Sie altern gemeinsam in Würde: Anna und George, beides sehr kultivierte Musikprofessoren im höheren Alter, besuchen Konzerte, lauschen Radio, lesen. Einen sehr liebe- und respektvollen Umgang haben sie miteinander. Eines Tages sitzt Anna jedoch völlig apathisch am Essenstisch, die Halsschlagader ist verstopft, eine Operation unumgänglich. Sie missglückt. Die Klavierlehrerin ist halbseitig gelähmt und ein Pflegefall. George kümmert sich zwar rührend um sie, doch Annas Zustand verschlechtert sich rapide.

“Amour” hat mich umgehauen. Bereits seit einem Jahr wollte ich den Film unbedingt sehen,  die vielen überragenden Kritiken und Preise (unter anderem der Oscar für den besten fremdsprachigen Film 2013) hatten mich neugierig gemacht. Ins Kino hatte ich es nicht geschafft, nun ist er aber endlich auf DVD erhältlich. Sofort habe ich ihn gekauft.
Bereits in den ersten fünf Minuten des Films von Michael Haneke wird deutlich, dass Anna am Ende tot in ihrem Bett liegt. Dann beginnt die Rückblende. Die 127 Minuten sind so berührend, dass ich ständig mit Gänsehaut vor dem Fernseher saß.

Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trinitignat spielen so authentisch das Ehepaar um die 80 Jahre, dass ich stellenweise völlig vergaß, dass der Film nur Fiktion und keine Realität ist. Es ist erschütternd zu sehen, wie  Anna immer weniger Kontrolle über ihren Körper hat und  wie sehr die stolze und gebildete Frau darunter leidet. Aber es tut auch weh,  die Verwandlung von George mitanzuschauen.  Er  sorgt sich, versucht alles, um seiner Ehefrau den Zustand ein wenig erträglicher zu machen. George ist ein wundervoller Ehemann. Er realisiert aber irgendwann, dass der Lebenswille seiner Frau immer mehr schwindet und er ihr nicht helfen kann.

Michael Hanekes Werk berührt, weil es so sehr aus dem Leben gegriffen ist. Der Österreicher führt dem Zuschauer schonungslos den Prozess des Sterbens vor Augen. Es ist ein schwerer Film, der aber nicht erdrückt. Vielmehr ist “Amour” ein sehr leiser und zärtlicher Film. In den letzten 20 Minuten fallen nur noch wenige Sätze. Vieler Worte bedarf es auch nicht. Die unglaublich gefühlvollen Bilder genügen.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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