1. Mai 2013

Heimat: “Vereinsheim Baldu”

Der Vereinsheim-Vorstand

Pohlmann und Paucker waren bereits da, Laith al Deen ebenso und der Newcomer Jonathan Kluth erhielt beim letzten Mal minutenlang Applaus. Nun öffnet das Vereinsheim Baldu am nächsten Freitag, 10. Mai, im Kulturzentrum “Tempel” wieder seine Türen. Mit dabei sind bei der vierten Auflage Francesco Wilking, Kat Frankie, Gastone, Arthur Braitsch und Dominik Krämer. Sie musizieren gemeinsam mit dem Vereinsheim-Vorstand: mit Tommy Baldu (Schlagzeug), David Maier (Gesang), Nico Schnepf (Tasten), Rouven Eller (Sound) und Haegar (Visuals).

Es ist ein Konzert der besonderen Art: Die Bühne ist mitten im Raums, umringt von den Zuschauern. An den Wänden flimmern die Lichtspiele des Medienkünstlers Haegar. „Wir wollten keine klassische Konzertsituation schaffen”, sagt der Vorsitzende Tommy Baldu. „Eher eine Art Wohnzimmer.” Musiker und Publikum sollen sich dort wohlfühlen; einen besonderen Abend erleben. Das Konzept geht auf: Die drei bisherigen Veranstaltungen von „Vereinsheim Baldu“ waren komplett ausverkauft. Die Stimmung prächtig.

Songs mit Seele: „Wir wollten etwas fernab des Mainstreams und der Cover-Musik machen“, sagt Baldu, der aus Jockgrim stammt und in der Fächerstadt seine ersten Schritte als Künstler machte. Verschiedene Musiker bekommen bei „Vereinsheim Baldu“ eine Plattform – bekannte aber auch unbekanntere. „Wir wollen uns gegenseitig helfen“, betont der Produzent. Außer Jonathan Kluth, Laith Al-Deen und Paucker war auch die Sängerin Cäthe zu Besuch.

Nun steht die vierte Auflage an. Am 10. Mai in Karlsruhe, am 11. Mai in Worms. „Wir möchten jedes Mal von Neuem eine künstlerische Insel schaffen“, betont Baldu. Die Resonanz zeigt: Die Seelen in Karlsruhe sind hungrig darauf.

„Vereinsheim Baldu“ ist am Freitag, 10. Mai, 20.30 Uhr, im Kulturzentrum Tempel, Scenario Halle. Tickets online unter www.kulturzentrum-tempel.de oder per Telefon unter (0721) 554174.

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29. April 2013

Heimat: “Support the Underground”

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Poster und Postkarten, kreative Turnbeutel und nähen mit der S.E.W. C.R.E.W: Beim Kulturmarkt „Support the Underground“ am Samstag, 18. Mai, im Kulturraum Vanguarde (Hardtstraße 37a) ist das Angebot kunterbunt. Von 13 bis 20 Uhr dürfen Besucher an zahlreichen Ständen stöbern, sich mit Stoffen an ratternden Maschinen austoben oder einfach der Musik von DJane Lola Murphy lauschen. Das Underground Dinner sorgt für kulinarische Leckereien. Zu den Ausstellern gehören unter anderem der Schauraum, wertstoff, Juli Foos, fennek, adorable, Zur Anprobe und die Turnbeutelfraktion Germany.

Turnbeutel

Turnbeutelfraktion Germany (Foto: Friederike Franze Freiseindesign)

Hinter „Support the Underground“ steht Nadine Bers. Sie ist der Kopf der Turnbeutelfraktion Germany und selbst viel auf Kulturmärkten unterwegs. Sie hat festgestellt: „Selbst gemachte Dinge werden oft belächelt und mit basteln am Küchentisch verglichen.“ Dabei sei es für die Künstler so viel mehr, betont Nadine Bers. Eher eine Leidenschaft und Berufung. „Die Veranstaltung im Vanguarde soll zeigen, dass Handgemachtes weit mehr sein kann.” Außerdem dient „Support the Underground“ als Plattform für junge Künstler, um sich austauschen und Kontakte knüpfen zu können. „Es soll keine einmalige Veranstaltung bleiben“, sagt die Organisatorin. Vielmehr soll sie ausgebaut und weiter entwickelt werden. Unterstützt werde sie bei ihrer  Arbeit unter anderem von Stephanie Schweigert, Mona Wingerter und Alexander Küpper.

Stöbern für den guten Zweck: „Es wird kein Eintritt verlangt“, berichtet die Organisatorin. Es steht aber eine Spendenbox bereit: „Der Erlös geht an ein Hilfsprojekt in Zimbabwe.“ Willkommen sind Interessierte, die das Handwerk schätzen und keine Stangenware verlangen, sagt Nadine Bers.

  • Schauraum:

Schauraum

Liebe zum Detail: Der Schauraum zeigt und verkauft bei dem Kulturmarkt im Vanguarde Fotografien. Bunte, schwarzweiße, große, kleine. Gerahmt, auf Alu-Dibond oder Hartschaum. Es gibt sie als Poster und Postkarten sowie auf Vesperbrettchen.

  • wertstoff:

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„wertstoff“ arbeitet mit Abfallmaterialien.  Aus Fahrradschläuchen, Einkaufstüten und Messeteppichen entstehen so Geldbeutel, Hausschuhe oder Handyhüllen.

  • Juli Foos:

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Juli Foos arbeitet mit Müll und Street Art.  Ihre Objekte haben alle eins gemeinsam: eine Geschichte. So wird es bei “Support the Underground” einige in liebevoller Handarbeit entstandene Recyclingstücke sowie ihre Street Animals und den Karlsruher Street Art Comic geben.

  • Turnbeutelfraktion Germany:
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Foto: Friederike Franze Freiseindesign

Bei der Turnbeutelfraktion Germany steht im Vordergrund: „Zurück zum Ursprung, etwas Praktisches, Minimalistisches entwerfen.” Kein Firlefanz. Kein Schnickschnack.

  • S.E.W. C.R.E.W. + Zur Anprobe:
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S.E.W. C.R.E.W.

Modedesignerin Melle Munz ist bei “Support the Underground” gleich zweimal vertreten: Einmal mit der S.E.W. C.R.E.W.  Mit ihr kann vor Ort genäht werden. Anfänger bekommen die Grundlagen gezeigt, Fortgeschrittene lernen Tricks, wie es noch besser geht. Außerdem verkauft Melle Munz ihre selbst entworfenen Mützen, Taschen und T-Shirts, die in ihrem Atelier „Zur Anprobe“ entstanden sind.

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Zur Anprobe

  • Weitere Künstler gesucht:

Derzeit sind noch zwei Meter Plätze für Aussteller frei. „Diese kosten 40 Euro“, sagt Nadine Bers. Auch können Künstler für 35 Euro  Fläche an der Wand erhalten, um dort Bilder aufzuhängen. (Anmeldung per E-Mail an nadine.bers@me.com)

Weitere Infos: https://www.facebook.com/events/469017786480315/

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27. April 2013

Melodien: “Ein Kaffee mit Astra van Nelle”

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Bei Kaffee und Kippen

Das Haar ist leicht zerzaust, der Blick ein wenig müde, ein Lächeln huscht ihm aber übers Gesicht. Astra van Nelle ist glücklich. Am Vorabend ging in Mannheim seine erste Tour zu Ende. „Es ist super gelaufen“, erzählt er an diesem verregneten Samstagnachmittag in einem Café in Heidelberg. Zehn Auftritte in ganz Deutschland standen auf seinem Plan. Von Lübeck bis nach Stuttgart ging die Reise. Über Hamburg und Berlin. „Der Titel der Tour ,Konzerte und Kater‘ war sehr passend“, sagt der 21-Jährige und lacht. In Hamburg stand er bei einer Veranstaltung vor knapp 700 Leuten auf der Bühne. „Das war bislang mein größter Auftritt.“ Eine großartige Erfahrung, meint er und dreht sich eine Kippe. Weiterlesen »

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24. April 2013

Flimmerkasten/Heimat: “Ein Abend mit The Broken Circle”

Puuh. Selten hat mich ein Abend in der Schauburg so sprachlos gemacht wie der heutige. Der Grund: Die Vorpremiere von “The Broken Circle”. Bewegende Bilder, überzeugende Akteure, wunderbare Musik. Es war ein schrecklich emotionaler und erfüllender Abend. Das Besondere: Die Schauspieler waren vor Ort, beantworteten nach der Vorstellung Fragen, die Blue Grass Band  spielte auf der Bühne die Songs vom Soundtrack.

“The Broken Circle” ist ein unendlich trauriger Film. So wie mich “My Girl” mit acht Jahren im Kino völlig aus der Bahn warf, ging es mir heute mit dem Drama von Regisseur Felix van Groeningen. Von ihm sah ich bereits “Die Beschissenheit der Dinge” und hatte eine Menge Spaß. Heute das Kontrastprogramm.

Der Blue Grass-Musiker Didier (Johan Heldenbergh) und Tattoo-Künstlerin Elise (Veerle Baetens) lernen sich in ihrem Studio kennen, verlieben sich sofort. Sie sind unendlich glücklich, genießen das Leben. Elise wird schwanger, Maybelle kommt auf die Welt.  Alles scheint perfekt. Bis Maybelle mit sieben Jahren an Krebs erkrankt. Es ist eine harte Belastungsprobe, vom größten Glück zum schlimmsten Schmerz.

“The Broken Circle” ist eigentlich ein Theaterstück, das Hauptdarsteller Johan Heldenbergh schrieb und das in Belgien aufgeführt wurde. Mehrere Monate verbrachte Felix van Groeningen damit, ein Drehbuch aus der Vorlage zu basteln.  Die Struktur wurde ausgelöst, die Handlung ist nicht linear. Zeitlich gibt es zahlreiche Sprünge. Verwirrung entsteht dabei keine. Im Gegenteil. Spannung wird aufgebaut. Der Zuschauer erhält Pausen  – zum Durchatmen. Diese sind dringend notwendig, denn nicht nur ein Mal hatte ich das Gefühl, das Geschehen nicht mehr aushalten, nicht mehr ertragen zu können.

Heldenbergh erklärte am heutigen Abend in Karlsruhe, dass er eine traurige Geschichte schreiben wollte. Seine kritische Haltung zur Religion spielt eine große Rolle. Die “weißen Gospels” sind ein gegenläufiger Aspekt. Didier ist Atheist, Elise religiös. Beide gehen sie mit ihrem Schmerz und ihrer Ohnmacht über das, was geschieht, unterschiedlich um. Auch die ethische Diskussion um die embryonale Stammzellenforschung nimmt Raum ein. Es ist ein facettenreicher Film, so nah dran am Leben.

“The Broken Circle” gewann bei der Berlinale den Zuschauerpreis. Es ist kein Film, der das Leben beschönigt. Vielmehr zeigt er auch die grausamen Seiten. Das ist keine leichte Unterhaltung, sondern weit weg vom Popcorn-Kino. Aber Felix van Groeningen schafft es immer wieder, mit tollen Bildern, tragi-komischen Dialogen und einfühlsamer Musik für ein wenig Erholung zu sorgen.  “Es war so schön, aber das Leben ist nicht großzügig”, meint Elise. “The Broken Circle” wird mich wohl noch lange verfolgen. Ein Film, der zu Tränen rührt und ganz nah geht.

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17. April 2013

Schmöker: “Zwei an einem Tag” von David Nicholls

 

Ach, wie schön!

Es ist wohl eine der schönsten Liebesgeschichten überhaupt: Emma und Dexter stürzen nach ihrer Abschlussfeier gemeinsam ab. Beide sind sie Anfang 20. Er ist der smarte, verwöhnte, coole Typ. Sie ist eher bieder, gelegentlich kratzbürstig und hat eine vier Jahre überdauernde romantische Durststrecke hinter sich. Am nächsten Morgen trennen sich ihre Wege. Es ist der 15. Juli 1988. Über einen Zeitraum von 20 Jahren wird nun erzählt, was jeweils am 15. Juli in ihrem Leben passiert. Manchmal kreuzen sich ihre Wege, manchmal nicht….

“Zwei an einem Tag” gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Es ist zum einen die Konzeption, die ich sehr gelungen finde. Einmal ist es Emmas, dann wieder Dexters Perspektive auf den 15. Juli. Die Geschichte ist außerdem total abwechslungsreich und nicht vorhersehbar. David Nicholls Buch lässt sich sehr einfach lesen, ist dadurch aber nicht kitschig oder banal.

 

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15. April 2013

Flimmerkasten: “Der Vorname”

Interessant und vielschichtig

Eigentlich soll es ein netter Abend werden. Elisabeth, genannt Babou, hat marokkanisch gekocht. Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre wartet sie nun auf die Gäste: Auf ihren Bruder Vincon, dessen schwangere Freundin Anna und auf ihren langjährigen Freund Claude. Als Vincon erzählt, wie sein Sohn heißen soll, gerät alles außer Kontrolle. Tief verborgene Geheimnisse kommen ans Licht, aufgestaute Dinge werden ausgesprochen. Irgendwann liegt Claude auf dem marokkanischen Büfett –  mit blutender Nase. Weiterlesen »

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12. April 2013

Melodien: “Ein Abend mit Bosse”

Verschwitzt im Jazzhaus

Bereits nach dem dritten Lied ist Bosse klatschnass. Voller Energie hüpft er auf der Bühne im Jazzhaus Freiburg umher und animiert das Publikum zum Tanzen, Singen und Spaß haben. Seine gute Laune schwappt über. Das rund zweistündige Konzert ist eine große Party.

Das Konzert beginnt noch relativ ruhig mit “Kraniche”, dem Titelsong seines neuen Albums. Bosse singt auf dieser Platte von der Angst vor dem Älterwerden (Alter Affe Angst), “Familienfesten”, aber auch seiner Zuneigung zu “Istanbul”. Mehrere Monate lebte er dort, um an seinem Album zu arbeiten, erzählt er dem Publikum in Freiburg. Seine Eindrücke setzte er musikalisch um. Vor allem “So oder so” sowie “Vive la Danse” machen live großen Spaß. Weiterlesen »

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10. April 2013

Flimmerkasten: “Girls”

Mitten aus dem Leben

Prosecco, Manolo Blahniks und ganz viel Glamour und Glitzer? Fehlanzeige. All das gibt es nicht. Die Serie „Girls“ spielt im wahren Leben. Im Mittelpunkt stehen Hannah, Marnie, Jessa und Shoshanna. Vier junge Frauen Mitte 20, grundverschieden, aber alle vier kämpfen sich durch das Leben. Es ist ein Blick hinter die Kulissen der jungen, modernen Frau in der Großstadt – ein Blick auf die Schattenseiten der Individualisierung. Alles ist möglich, aber einfacher dadurch nicht. „Sex and the City“ entzaubert. Weiterlesen »

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8. April 2013

Heimat: “Poetry Slam Lesebühne”

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Poetry Slam Lesebühne “An WOrt und Stelle”

Lyrik, Kurzgeschichten und verdichteter Quatsch: In Karlsruhe gibt es mit der Poetry Slam Lesebühne  „An WOrt und Stelle“ eine neue Veranstaltungsreihe. Die Idee dahinter: „Wir möchten der Poetry Slam-Szene einen Spielraum geben und mit diesem Literatur- und Veranstaltungsformat außerdem ein szenefremdes Publikum gewinnen“, erläutert Veranstalter Stefan Unser. Er steht mit Aaron Schmitt hinter dem Konzept. Beide sind selbst Poetry Slammer. Stefan Unser organisiert unter anderem die Poetry Slam-Veranstaltungen im Kohi mit. Kooperationspartner der Lesebühne ist die Badische Bibliotheksgesellschaft. Die nächste Veranstaltung ist so auch in der Badischen Landesbibliothek am Dienstag, 16. April, Beginn 19 Uhr. Insgesamt sechs Veranstaltungen im Jahr sind geplant. Weiterlesen »

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7. April 2013

Schmöker/Flimmerkasten: La Délicatesse (Nathalie küsst)

Und dann ist alles anders!

Nathalie und Francois begegnen sich auf einer Straße in Paris. Stammelnd spricht er sie an, schafft es, sie innerhalb einer Minute zum Lachen zu bringen. Es macht klick. Die beiden verlieben sich ineinander, heiraten, sind glücklich mit ihrem Leben. Bis ein Autounfall alles zerstört. Nathalie muss ihr Leben neu sortieren. Zum Glück gibt es da Marcus, ihren wenig attraktiven, aber liebenswerten Arbeitskollegen…

Das Buch “Nathalie küsst” legte mir eine Freundin ans Herzen. Allein wegen des sehr banalen deutschen Titels hätte ich es mir sonst wohl nicht gekauft. Auch die Thematik (Mann stirbt, Frau bleibt traurig zurück) hätte mich ansonsten abgeschreckt. Aber aufgrund der Empfehlung kaufte ich es trotzdem. Und hatte sehr viel Freude damit. Gelesen habe ich es nun während meines Urlaubs innerhalb weniger Tage. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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