12. November 2015

Melodien: “Ein Abend mit Friska Viljor”

12241566_10207206888278209_1742092146074324617_n
Tanz dich glücklich

Das Konzert beginnt mit einem Hit. Kaum stehen sie auf der Bühne, stimmen die schwedischen Herren von Friska Viljor „Shotgun Sister“ in Akustik-Version an. Das Publikum in der Alten Feuerwache in Mannheim klingt sich sofort textsicher ein. Die Stimmung ist prächtig – vom ersten bis zum letzten Ton. Die knapp zwei Stunden mit der Indie-Rock-Band verfliegen wie im Nu. Zurück bleiben Schweißperlen auf Stirnen und glückliche Gesichter.

Weiterlesen »

keine Kommentare
9. November 2015

Heimat: “Der Prophet” im Badischen Staatstheater

Bildschirmfoto 2015-11-05 um 22.55.59

PR über die sozialen Netzwerke

Sogar eine eigene Facebook-Seite hat er: Um die Popularität des Propheten beim Volk zu steigern, scheuen die drei Wiedertäufer Zacharias, Jonas und Mathisen keine Mühen. Der Prophet lächelt von Postern, twittert fleißig und verkündet in Videos seine Botschaft. Diese Vermarktungsstrategie geht auf. Die Menschen lieben den scheinbar von Gott Gesandten und feiern ihn. Doch die Tragödie ist nicht aufzuhalten.

Großartige Zeitreise

Trendige Turnschuhe statt wuchtiger Kostüme: Der Oper „Der Prophet“, die derzeit am Badischen Staatstheater zu sehen ist, gelingt auf großartige Weise der Spagat zwischen Klassik und Moderne. Regisseur Tobias Kratzer hat das Werk von Giacomo Meyerbeer aus dem 19. Jahrhundert in die heutige Zeit katapultiert – eine Zeitreise ohne Logikfehler. Brennende Autos, wütende Jugendliche, überforderte Polizisten – Erinnerungen an die Unruhen in den Pariser Banlieus werden wach.

Weiterlesen »

keine Kommentare
5. November 2015

Kurioses: “Das Missverständnis”

978-3-8436-0380-5

Jenseits von Smartphone, Fernsehen und Internet: Seit geraumer Zeit bin ich Kulturlotsin am Badischen Staatstheater. Einmal im Monat unternehme ich etwas mit einem Mädchen, das 13 Jahre alt ist. Ein Alter, das nicht ganz so einfach ist. Ein Theaterbesuch steht da nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Ich versuche aber stets mein Bestes. Wir haben uns schon “Tschick” angeschaut und “Fucking Amal”, ein Stück über zwei schwedische Mädchen, die ineinander verliebt sind. Erst wird schräg gesungen, dann geknutscht. Der ganze Saal war voll mit Pubertierenden. Meiner 13-jährigen Begleitung hat es gefallen. Ich freute mich danach über frische Luft. Wir standen auch mal zusammen bei einer Kochshow in der “Insel” auf der Bühne und zauberten ein Überraschungsmenü für eine Jury. Das war ein wenig experimentell. Es lief nicht alles ganz nach Plan. Der Couscous war schuld. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun soll es am Sonntag eine Oper sein. Ich muss gestehen: In diesem Gebiet bin ich keine Expertin. Lotsen wird da schwierig. Aber es ist ein Tipp der Projektleiterin. Ich schaute im Internet nach und nahm wahr: Dauer 4,2 Stunden. Das ist lange. Ich schrieb dem Mädchen und seiner Mutter – mit dezentem Verweis auf Beginn und Ende. Das schreckte sie nicht ab. Okay. Dann eben 4,2 Stunden Oper. Wahrscheinlich steckt das Mädchen das besser weg als ich.

Weiterlesen »

keine Kommentare
3. November 2015

Fernweh: “7 Tage Portugal – Lissabon I”

IMG_3176

Lissabon Tag 1

Fünf Stockwerke. Kein Aufzug. Dafür ein vollgestopfter Koffer und eine Tasche, die gefühlt fünf Kilo wiegt. Den Marsch durch das edle Treppenhaus von Antonios Airbnb-Unterkunft überstehe ich nur fluchend. Da Antonio nicht persönlich kommen kann, legen wir im ersten Stock einen kurzen Zwischenstopp ein, um bei seiner Mutter die Schlüssel für die Loft zu holen. Dann geht es weiter. Eine knarzende Treppenstufe jagt die nächste.
IMG_3047

Als wir endlich ganz oben vor der großen Holztür unter dem Dach stehen, lasse ich vor Erleichterung alles fallen. Da! ABER: nicht drin. Denn leider lässt sich die Tür nicht öffnen. Fabi probiert die unterschiedlichsten Varianten aus, rütteln, ziehen, drücken. Nichts hilft. Die Tür bleibt zu. Da Antonios Mutter die 80 Jahre weit überschritten hat, scheint es uns aussichtslos, dass sie es die vier Stockwerke zu uns hoch schafft. Also rufen wir Antonio an. Doch alle Instruktionen über Handy bringen nichts – die Tür bleibt zu. Verdammt.

Weiterlesen »

keine Kommentare
31. Oktober 2015

Heimat: “Auf einen Wein mit Sebastian Bingel in der ,Venus'”

12202492_10207630339854602_217323146_n

Hereinspaziert!

“Sorry, sorry, sorry.” Sebastian Bingel sprintet die letzten Meter, bevor er vor mir steht. Er ist ein wenig außer Atem und muss dann lachen. “Jetzt habe ich dich auch noch warten lassen – verdammt.” Oft haben wir dieses Treffen verschoben, es war ein ständiges Koordinieren via Facebook. Einen Termin mit dem “Venus”-Geschäftsführer zu finden: eine Herausforderung. Nun haben wir es aber endlich geschafft. Sebastian zieht aus seiner Hosentasche einen Schlüsselbund und öffnet die Tür der “Venus”: “Hereinspaziert”.

12182178_10207628049997357_1835418691_n

Weiterlesen »

keine Kommentare
30. Oktober 2015

Kurioses: “Das Geräusch”

geraeusch

Unruhe im Schlafzimmer

Plötzlich war es da. In einer lauen Sommernacht erwachte ich und hörte dieses diffuse Geräusch. Es hörte sich an wie ein Schrei. Eindringlich und laut. Es war ein wenig wie in diesen schlechten Filmen. Erst ist es stockdunkel, dann erfolgt ein Schrei. Dann ist jemand tot. Als in meinen Schlafzimmerfenster dazu noch das Knattern einer Vespa ertönte, wusste ich: Es ist 4 Uhr.

Immer um diese Uhrzeit kommt nämlich mein Zeitungsausträger. Er fährt jede Nacht (bis auf Sonntag) durch die Straßen und wirft Zeitungen vor die Haustüren. Er stoppt dazu ganz kurz und fährt dann mit einigem Wumms weiter. Ich stelle ihn mir mit Kippe im Mundwinkel vor, leicht strähnigen Haaren und so Mitte 50. Die eine Hand immer an der Bremse, in der anderen ein Zeitungsbündel. Kaum ist er weg, kommt gegen 5 Uhr der große, weiße Lastwagen mit den Lebensmitteln für den türkischen Supermarkt – er lädt ziemlich lange direkt unter meinem Fenster aus. Wenn ich schlaflose Nächte habe, kann ich zusehen, wie Tomaten und Zitronen ins Lager rollen. Wer nachts Langeweile hat, kann sich gerne in meine Straße stellen, dort wird immer etwas geboten.

Weiterlesen »

keine Kommentare
24. Oktober 2015

Fernweh: “7 Tage Portugal – Porto II”

DSC_1746

Porto Tag 3

Es ist eine fast unlösbare Aufgabe, in Porto an einem Sonntagmorgen ein schönes Café zum Frühstücken zu finden. Nachdem wir schon am vorherigen Tag zwar billig, aber in eher steriler Atmosphäre aßen, wollen wir nun etwas Hübsches. Zweite Bedingung: Es soll nicht so weit weg sein. Kaffee schnell nach dem Aufstehen ist indiskutabel. Also blättern wir gezielt unseren Reiseführer durch – und stellen erstaunt fest: Alle Cafés, die in 20-Minuten-Fußweg-Umgebung liegen, haben sonntags nicht geöffnet. Schade. So landen wir in der Santa Catarina wieder in einem Laden, der zwar unfassbar billig ist, aber in dem wir ewig warten müssen – und dann auch noch andere Dinge als bestellt bekommen. Aber Hauptsache: endlich Kaffee, Toast und Sandwiches.

Weiterlesen »

keine Kommentare
22. Oktober 2015

Flimmerkasten: “The Walk”

Ein spannender Drahtseilakt

Die letzte halbe Stunde konnte ich mir das Treiben auf der Leinwand vor Spannung kaum mehr anschauen. Der französische Akrobat Philippe Petit balanciert seelenruhig auf einem Seil, das in über 400 Metern Höhe zwischen die Twin Towers in New York gespannt ist. Der junge Mann ist ohne jede Absicherung. Aufgebrachte Polizisten stehen auf beiden Seiten und wollen ihn verhaften. Philippe bleibt nichts anderes übrig, als den Drahtseilakt in schwindelerregender Höhe fortzuführen. Eine riesige Menschenansammlung beobachtet das Spektakel vom Boden aus. Die Melodie von “Für Elise” erklingt dazu. Wird er es schaffen? Der beeindruckende 3D-Film “The Walk” basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1974 und ist seit heute im Kino zu sehen. Das ist bestes Popcorn-Kino, das besonders durch die Dreidimensionalität und Architektur der Stadt New York unglaubliche Dynamik und Tiefe entwickelt. Ich hatte das Gefühl, ich stehe mit Philippe auf dem Seil. Ein Thriller ohne Bösewicht. 

Weiterlesen »

keine Kommentare
17. Oktober 2015

Fernweh: “7 Tage in Portugal – Porto I”

IMG_2925

Porto, Tag 1

Regen, Regen, Regen. Es ist ein wenig ungemütlich, als wir am Freitagabend in Porto ankommen. Zum Glück liegt unsere Airbnb-Unterkunft bei Ana nur wenige hundert Meter von der großen Metro-Station “Trindade” entfernt. Ihre Wohnung ist ein großes Einzimmer-Apartment mit Bad – kein Palast, aber zentral, sauber und im typischen Ikea-Stil eingerichtet.

Weiterlesen »

keine Kommentare
5. Oktober 2015

Heimat: “Ein Nachmittag bei Jette Weber”

Das ist  Jette

Schmuckstücke aus Stoff

Jette Weber hat es sich gemütlich gemacht. Mit einer dampfenden Tasse Kaffee sitzt sie an diesem tristen Herbstnachmittag an einem großen Holztisch in ihrem Esszimmer. Um sie herum liegen verschiedene Stoffe verteilt. Mit Linien, Rauten, Punkten, in grün, blau oder beige. Das Rattern der Nähmaschine durchdringt die Stille, fügt die Stoffteile zusammen – zu einem bunten Patchwork-Schal. Ihre kleinen Stoff-Schmuckstücke präsentiert Jette auf ihrer Webseite und verkauft sie dort sowie bei Dawanda. 

Weiterlesen »

keine Kommentare

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Newsletter abonnieren

Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@miriam_steinbach