19. Januar 2016

Heimat: “Das Ehrenamt”

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Langweilige Sonntage!

Es war im Herbst 2014, als ich ins Ehrenamt hineinrutschte. Ich war gerade Single und überlegte mir, was ich mit diesen verdammten Sonntagen nun eigentlich anfangen soll. Denn, ganz ehrlich, als Single können Sonntage ganz schön ätzend sein. Schön reden? Nur begrenzt möglich. Pärchen-Freunde sind meist miteinander beschäftigt, machen Spaziergänge, schauen den ganzen Tag Serien oder kochen mehrgängige Menüs. Zu zweit ist man eben weniger allein.

 

20 Schritte in zwölf Stunden

Die ersten Wochen machte es mir noch Spaß, den ganzen Sonntag nur zwischen Bett, Sofa, Laptop und Fernseher hin und her zu wandern. Der Schlafanzug blieb natürlich an. Ich schaffte maximal 20 Schritte in zwölf Stunden und sprach kein Wort mit jemanden. Eine Premium-Tiefkühlpizza gabs zum Abendessen. Manchmal blickte ich noch aus dem Fenster und goss die Blumen. Doch nach ein paar Wochen bekam ich einen Knall. Ich wollte etwas tun, was Freude macht, sinnvoll ist, und für das es sich lohnt, den Schlafanzug auch mal auszuziehen.

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16. Januar 2016

Schmöker + Flimmerkasten: “Der große Trip” von Cheryl Strayed

1600 Kilometer durch die Wildnis

Sie kämpft mit Hitze, Schnee und mit vielen Wunden am ganzen Körper: Die 26-jährige Cheryl Strayed läuft von der mexikanischen zur kanadischen Grenze – 1600 Kilometer durch die Wildnis, alleine, nur mit “Monster”, ihrem riesigen Rucksack. An manchen Stellen heult Cheryl, an anderen lacht sie, dann singt sie Radiohits. Und hält all’ ihre Erfahrungen in dem Buch “Der große Trip” fest. Es sind 444 kurzweilige Seiten, die unterhalten, zum Nachdenken anregen und am Ende ein tolles Gefühl hinterlassen. Verfilmt wurde es im vergangenen Jahr mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle, Nick Hornby schrieb das Drehbuch.

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12. Januar 2016

Schmöker: “Das Herzenhören” von Jan-Philipp Sendker

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Viel zu viele Adjektive

Es tut mir wirklich leid, diese Buchkritik über “Das Herzenhören” von Jan-Philipp Sendker zu schreiben. Eine gute Freundin hat mir diesen Roman sehr empfohlen. Nun, nach 131 Seiten, muss ich jedoch ehrlich sagen: Ich kann das Buch nicht zu Ende lesen. Die Geschichte ist abstrus, es wimmelt nur so von Adjektiven und Beschreibungen. Das Schöne ist außerdem so sehr gewollt, dass genau das verloren geht. Weiterlesen »

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9. Januar 2016

Kurioses: “Vorlieben”

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Seriöse Gespräche

Meine Freundinnen und ich reden meist über seriöse Sachen. Also wir trinken dabei gerne auch Sekt, aber das restliche “Sex and the City”-Klischee erfüllen wir keineswegs. Manchmal ist weniger mehr. Wegen des Kopfkinos. Ich muss aber gestehen, am Freitag geriet dieser Grundsatz komplett außer Kontrolle. Warum? Darum:

Keine rosa Raketen

Eine meiner Freundinnen, sehr adrett, intelligent und keineswegs ausgeflippt, traf sich vor vier Jahren mit einem jungen Herrn, der in einer Sportmannschaft aktiv ist. Beim dritten Treffen knutschen sie, nicht mehr, nicht weniger, das Feuerwerk an Gefühlen blieb jedoch aus. Keine rosa Raketen, kein Glitzerregen, kein siebter Himmel. Eher Wolke Zero. Die Wege trennten sich. Nun erfuhr meine Freundin, Jahre später, dass dieser Herr danach den Kameraden im Sportverein erzählte, dass sie, nun ja, sagen wir mal so, spezielle sexuelle Vorlieben habe. Als meine Freundin davon erfuhr, wurde sie erst rot, dann wütend, wir sprachlos.  Weiterlesen »

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7. Januar 2016

Heimat: “Der letzte Nachtflohmarkt im Carambo”

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Das letzte Mal

Ich bin ein wenig wehmütig. Unzählige Abende stand ich in den vergangenen acht Jahren im Carambo, tanzte, trank Bier oder knutschte auch das ein oder andere Mal im schummrigen Licht. Nun schließt der Club Ende Januar, leider. Damit endet auch die Nachtflohmarkt-Ära. Am nächsten Donnerstag, 14. Januar, findet er ab 20 Uhr zum letzten Mal statt. Ich habe mir für diesen Abend noch einen Verkaufsstand sichern können und Organisator Flo vier Fragen gestellt.  Weiterlesen »

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6. Januar 2016

Fernweh: “7 Tage Portugal – Lissabon II”

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Wunderhübsches Alfama.

Alfama zu Fuß

Genug. Gegen 15 Uhr setze ich mich einfach in Alfama auf eine Bank, schaue die Gasse nach oben und möchte keinen Schritt mehr laufen. “Wir hätten es wie die Senioren machen sollen – mit der Tram hoch und dann hinunter laufen, nicht umgekehrt”, sage ich zu Fabi. Sie ist dank ihres alltäglichen Sportprogramms nach wie vor sehr fit, lächelt aber mitfühlend. Sehr warm ist es an diesem Tag, die Sonne scheint und taucht den mittelalterlichen Teil Lissabons in zauberhafte Farben. Ein perfekter Tag, um die Stadt zu erkunden. Ich hole deshalb kurz tief Luft und reiße mich nochmals zusammen. Weiter geht es.

Alfama ist ein Labyrinth aus kleinen Gassen, Treppen, Plätzen und imposanten Gebäuden. Zahlreiche Touristen treffen wir deshalb auch dort an, zugleich ist es aber auch ein Arbeiterviertel. Überall wird gehämmert und gewerkelt. Sehr dicht bebaut ist es außerdem dort. Trotzdem macht es unwahrscheinlich viel Freude, sich einfach durch die Straßen treiben zu lassen und alles zu bestaunen. Die Mauren haben in Alfama ihre Spuren hinterlassen.  Weiterlesen »

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3. Januar 2016

Flimmerkasten: “Wir sind jung. Wir sind stark.”

Schwere Ausschreitung in Rostock-Lichtenhagen

Aus Schwarzweiß wird Bunt: Bis zur 82. Minute flimmern die Bilder von “Wir sind jung. Wir sind stark.” in lediglich zwei Nuancen über die Leinwand, dann plötzlich sind sie farbig. Ein Fernsehinterview ist der Anlass für den Wechsel. Ein Reporter fragt eine Gruppe rechtsgesinnter Jugendlicher, was ihre Träume sind. Stille. Dann die Antworten, sie kommen langsam, stockend. “Eine Wohnung und eine Frau”, meint einer. Ein anderer: “Dass sich hier etwas ändert. Das kann nicht das Endziel sein.”

Was er damit meint: Die Situation um das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen. Dort ist die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber. Sie ist überfüllt und zahlreiche Sinti und Roma campieren vor dem Haus. Auch ein Wohnheim für Vietnamesen ist dort. Zwischen dem 22. und 26. August 1992 ereignen sich um das Sonnenblumenhaus die schwersten Ausschreitungen gegen Ausländer in der deutschen Nachkriegsgeschichte. “Wir sind jung. Wir sind stark.”, mit Devid Striesow und Jonas Nay in den Hauptrollen, beleuchtet den 24. August 1992 – von früh Morgens bis zu den schweren Krawallen am Abend. Das ist erschütternd, beängstigend und brutal. Aber sehr sehenswert. Der Film erhielt auch das Prädikat: “Besonders wertvoll”. Weiterlesen »

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2. Januar 2016

Kurioses: “Star Wars”

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Sprachlos beim Smalltalk

Es kam völlig überraschend, aber ich muss der Wahrheit ins Auge sehen. Ich bin in den vergangenen Wochen zum Außenseiter mutiert. Nun, ich gehöre neuerdings keineswegs einer Randgruppe an, bin keineswegs gegen Sex vor der Ehe oder verzichte grundlegend auf alle tierischen Produkte (sehr gerne esse ich gelegentlich ein Salami-Brot mit Butter). Aber trotzdem passierte es mir in den vergangenen Wochen des Öfteren, dass ich bei Gesprächen völlig ausgeschaltet war, nur noch ratlos von einem Redner zum anderen schaute – ohne ein einziges Wort sagen zu können. Das geht mir nicht oft so. Aber das Problem ist klar zu benennen: Star Wars.  Weiterlesen »

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31. Dezember 2015

Heimat: “Ein Nachmittag in Mo’s Plattenladen”

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Punk, Metal, Indie, Hardcore

Neue und alte, bekannte und Geheimtipps: Moritz Schroeder hat sie alle. In seinem Laden in der Rudolfstraße 17 stehen Platten von Nirvana und Iron Maiden, von den Ärzten und James First. Punk, Metal, Indie, Hardcore. “Ich versuche, ein breites Spektrum zu bieten”, erzählt er mir, als ich ihn besuche. Seit Ende November lädt “Mo’s Plattenladen” mitten in der Oststadt zum Stöbern und Kaufen ein – das Interesse ist groß. “Es ist schön, dass uns die Karlsruher so gut annehmen”, sagt Moritz.

Das ist Moritz.

Das ist Moritz.

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26. Dezember 2015

Heimat: “Weihnachten”

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Kein Weihnachtsfreund im klassischen Sinne

Ich muss gestehen: Ich bin nicht der Weihnachtsfreund im klassischen Sinne. Meine innerliche Skepsis beginnt schon im November. Dann tauchen unter Kollegen oder im Freundeskreis bereits die ersten Gespräche auf mit: “Oje, ich habe noch gar kein Weihnachtsgeschenk…”. Ich auch nicht, nie. Ich klinke mich dann meist aus und laufe weit weg, physisch, wenn möglich. Gedanklich, wenn nicht: Ich nicke dann meist nur noch, während ich in meinem Kopf die Urlaubsziele für nächstes Jahr durchgehe. Nach Barcelona könnte ich mal wieder fahren, beispielsweise.   Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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