6. Januar 2016

Fernweh: “7 Tage Portugal – Lissabon II”

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Wunderhübsches Alfama.

Alfama zu Fuß

Genug. Gegen 15 Uhr setze ich mich einfach in Alfama auf eine Bank, schaue die Gasse nach oben und möchte keinen Schritt mehr laufen. “Wir hätten es wie die Senioren machen sollen – mit der Tram hoch und dann hinunter laufen, nicht umgekehrt”, sage ich zu Fabi. Sie ist dank ihres alltäglichen Sportprogramms nach wie vor sehr fit, lächelt aber mitfühlend. Sehr warm ist es an diesem Tag, die Sonne scheint und taucht den mittelalterlichen Teil Lissabons in zauberhafte Farben. Ein perfekter Tag, um die Stadt zu erkunden. Ich hole deshalb kurz tief Luft und reiße mich nochmals zusammen. Weiter geht es.

Alfama ist ein Labyrinth aus kleinen Gassen, Treppen, Plätzen und imposanten Gebäuden. Zahlreiche Touristen treffen wir deshalb auch dort an, zugleich ist es aber auch ein Arbeiterviertel. Überall wird gehämmert und gewerkelt. Sehr dicht bebaut ist es außerdem dort. Trotzdem macht es unwahrscheinlich viel Freude, sich einfach durch die Straßen treiben zu lassen und alles zu bestaunen. Die Mauren haben in Alfama ihre Spuren hinterlassen.  Weiterlesen »

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3. Januar 2016

Flimmerkasten: “Wir sind jung. Wir sind stark.”

Schwere Ausschreitung in Rostock-Lichtenhagen

Aus Schwarzweiß wird Bunt: Bis zur 82. Minute flimmern die Bilder von “Wir sind jung. Wir sind stark.” in lediglich zwei Nuancen über die Leinwand, dann plötzlich sind sie farbig. Ein Fernsehinterview ist der Anlass für den Wechsel. Ein Reporter fragt eine Gruppe rechtsgesinnter Jugendlicher, was ihre Träume sind. Stille. Dann die Antworten, sie kommen langsam, stockend. “Eine Wohnung und eine Frau”, meint einer. Ein anderer: “Dass sich hier etwas ändert. Das kann nicht das Endziel sein.”

Was er damit meint: Die Situation um das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen. Dort ist die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber. Sie ist überfüllt und zahlreiche Sinti und Roma campieren vor dem Haus. Auch ein Wohnheim für Vietnamesen ist dort. Zwischen dem 22. und 26. August 1992 ereignen sich um das Sonnenblumenhaus die schwersten Ausschreitungen gegen Ausländer in der deutschen Nachkriegsgeschichte. “Wir sind jung. Wir sind stark.”, mit Devid Striesow und Jonas Nay in den Hauptrollen, beleuchtet den 24. August 1992 – von früh Morgens bis zu den schweren Krawallen am Abend. Das ist erschütternd, beängstigend und brutal. Aber sehr sehenswert. Der Film erhielt auch das Prädikat: “Besonders wertvoll”. Weiterlesen »

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2. Januar 2016

Kurioses: “Star Wars”

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Sprachlos beim Smalltalk

Es kam völlig überraschend, aber ich muss der Wahrheit ins Auge sehen. Ich bin in den vergangenen Wochen zum Außenseiter mutiert. Nun, ich gehöre neuerdings keineswegs einer Randgruppe an, bin keineswegs gegen Sex vor der Ehe oder verzichte grundlegend auf alle tierischen Produkte (sehr gerne esse ich gelegentlich ein Salami-Brot mit Butter). Aber trotzdem passierte es mir in den vergangenen Wochen des Öfteren, dass ich bei Gesprächen völlig ausgeschaltet war, nur noch ratlos von einem Redner zum anderen schaute – ohne ein einziges Wort sagen zu können. Das geht mir nicht oft so. Aber das Problem ist klar zu benennen: Star Wars.  Weiterlesen »

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31. Dezember 2015

Heimat: “Ein Nachmittag in Mo’s Plattenladen”

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Punk, Metal, Indie, Hardcore

Neue und alte, bekannte und Geheimtipps: Moritz Schroeder hat sie alle. In seinem Laden in der Rudolfstraße 17 stehen Platten von Nirvana und Iron Maiden, von den Ärzten und James First. Punk, Metal, Indie, Hardcore. “Ich versuche, ein breites Spektrum zu bieten”, erzählt er mir, als ich ihn besuche. Seit Ende November lädt “Mo’s Plattenladen” mitten in der Oststadt zum Stöbern und Kaufen ein – das Interesse ist groß. “Es ist schön, dass uns die Karlsruher so gut annehmen”, sagt Moritz.

Das ist Moritz.

Das ist Moritz.

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26. Dezember 2015

Heimat: “Weihnachten”

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Kein Weihnachtsfreund im klassischen Sinne

Ich muss gestehen: Ich bin nicht der Weihnachtsfreund im klassischen Sinne. Meine innerliche Skepsis beginnt schon im November. Dann tauchen unter Kollegen oder im Freundeskreis bereits die ersten Gespräche auf mit: “Oje, ich habe noch gar kein Weihnachtsgeschenk…”. Ich auch nicht, nie. Ich klinke mich dann meist aus und laufe weit weg, physisch, wenn möglich. Gedanklich, wenn nicht: Ich nicke dann meist nur noch, während ich in meinem Kopf die Urlaubsziele für nächstes Jahr durchgehe. Nach Barcelona könnte ich mal wieder fahren, beispielsweise.   Weiterlesen »

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19. Dezember 2015

Heimat: “Ein Abend bei ,Die Anstoß’ im ßpace”

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Das sind Malte, Andreas, Lisa und Norina (von links).

“It’s a room”: der ßpace

Skepsis. Vonseiten potentieller Vermieter und der Stadt Karlsruhe. “Unsere Suche nach einem Raum verlief alles andere als reibungslos”, erzählt mir Norina Quinte, als ich sie, Lisa Kuon, Malte Pawelczyk und Andreas Hölldorfer an diesem vorweihnachtlichen Abend in der Fritz-Erler-Straße 7 treffe. Die vier Studenten sind Mitglieder des interdisziplinären Vereins “Die Anstoß”, der es sich zum Ziel gesetzt hat, lebendige Orte des Austausches in Karlsruhe zu schaffen.
“Im vergangenen Sommer hatten wir in der Südstadt eigentlich schon etwas Passendes gefunden – doch dann sagte uns der Vermieter plötzlich ab”, erzählt Norina weiter. Die Gründe: Angst vor Lärm, Kippen auf der Straße und zu vielen Fahrrädern. Nun, nach etwa 1,5 Jahren, hat es endlich geklappt: Dort, wo bis Oktober das UND-Team sein Planungszentrum hatte, treffen sich von nun an die “Die Anstoß”-Mitglieder zu ihren Sitzungen – und laden auch zu verschiedenen Veranstaltungen. Unter anderem am Sonntag, 20. Dezember, zur Lesung mit Schauspielern des Badischen Staatstheaters. Beginn ist um 18 Uhr.    Weiterlesen »

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13. Dezember 2015

Heimat: “Ein Tag mit den Freedom Skaters”

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Das sind Laura, Angela und Gesarda (von links)

Erste Versuche auf dem Skateboard

Vorsichtig stupst Hajar das Skateboard an. Skeptisch schaut sie mich dabei mit ihren großen braunen Augen an. Noch nie ist das kleine Mädchen aus Syrien mit rollenden Brettern in Berührung gekommen. Damit nun beim ersten Versuch nichts schief geht, trägt sie Knie-, Ellenbogen- sowie Handschützer. Ein grüner Helm sitzt außerdem sicher auf ihrem Kopf. Während sie dann einen Fuß auf das Skateboard setzt, holt sie mit dem anderen ein wenig Schwung. Ich halte sie dabei fest an der Hand. Dann kann es los gehen: Hajars erste Fahrt durch die Halle des Rollbrett-Vereins in Karlsruhe. Die Angst in ihren Augen weicht einem Funkeln.

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Das ist Hajar.

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9. Dezember 2015

Schmöker: “Der Distelfink” von Donna Tartt

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Wohltat für Herz und Verstand

Ich liebe den “Distelfink” – so unfassbar sehr. Ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, dass ich so berührt und begeistert zugleich von einem Roman war. Donna Tartt befriedigt mit jedem einzelnen Satz Herz und Verstand. Seit Wochen lese ich in jeder freien Sekunde und kann von dem Protagonisten Theodore gar nicht genug bekommen. Nun bin ich bei ein bisschen mehr als der Hälfte angekommen: auf Seite 520 von 1020. Und habe schon jetzt Angst davor, dass diese wunderbare Geschichte ein Ende findet.  Weiterlesen »

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6. Dezember 2015

Heimat: “Der BCKN-Kalender”

BCKN2016_blauVier kreative Köpfe: ein Kalender

Vier kreative Köpfe vereint für einen Kalender: Kurz vor dem Jahreswechsel gibt es eine neue Auflage des BCKN-Kalenders. Hinter der Abkürzung BCKN stehen die Anfangsbuchstaben der Vornamen der vier Absolventinnen der Hochschule für Gestaltung (HfG): Bea Stach, Claudia Kappenberger, Kristina Pruß und Nadja Schoch. “Es ist bereits unsere siebte Edition”, erzählt mir Claudia Kappenberger, als ich sie am Freitagabend im “Family Tree Shop” besuche. Den Laden in der Rüppurrer Straße betreibt die Kommunikationsdesignerin seit mehr als 1,5 Jahr gemeinsam mit Marina Eggen. Dort gibt es die BCKN-Kalender auch zu kaufen – außerdem tolle kleine und große Weihnachtsgeschenke: Karten, weitere Kalender, Notizhefte, Taschen und Schaukelstühle. Weiterlesen »

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1. Dezember 2015

Heimat: “Ein Abend mit Mathias Becker und Gildas Coustier von ,Manufaktor'”

Modernes Puppen-Figuren-Theater

Eine große hellgrüne Hand liegt zwischen Styroporschnipseln auf dem Boden. Knallrote Lippen daneben und ständig ertönt der Ausdruck “Brät! Brät!”. Auf der “Insel”-Bühne des Jungen Staatstheaters ist das Chaos ausgebrochen. Wenig verwunderlich: Denn dort laufen die Proben für “Frerk, du Zwerg” auf Hochtouren. Basis des Stücks ist das mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete Buch von Finn-Ole Heinrich – ein Plädoyer für Anarchie, Mut und Selbstbewusstsein. Das Besondere: Mit Mathias Becker und Gildas Coustier inszenieren zwei Absolventen der Ernst-Busch-Hochschule zum ersten Mal an der “Insel” ein modernes Puppen-Figuren-Theater. Bekannt sind die beiden Künstler auch als “Manufaktor”. Premiere von “Frerk, du Zwerg” ist am Samstag, 5. Dezember. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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