6. April 2014

Heimat: “Lesung mit Jügen Teipel”

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Jürgen Teipel zu Gast in Karlsruhe

Plattenläden waren lange Zeit ein reines Jungs-Ding. Wenn es ums Auflegen ging, hatten es Frauen ganz schön schwer. Das erzählte der Autor und ehemalige DJ Jürgen Teipel am Donnerstagabend bei seiner Lesung im Kulturraum Vanguarde.

Lampenfieber, Drogen, Beziehungen: „Mehr als laut“ lautet der Titel von Teipels Buchs, das im Doku-Stil von den Erlebnissen verschiedener DJs erzählt und an diesem Abend im Mittelpunkt der rund zweistündigen Lesung steht. Eine Collage aus O-Tönen. Zu Wort kommen unter anderem DJ Koze, Inga Humpe und Kristian Beyer (Âme). Die Geschichten spielen in Mannheim, Ibiza, Kolumbien. Weiterlesen »

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31. März 2014

Flimmerkasten: “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand”

Verfilmung des schwedischen Bestsellers

Egal, wie ausweglos die Situation ist, im Leben geht es immer weiter. Irgendwie. Diese Erfahrung macht Allan Karlsson gleich mehrmals. Er verliert früh seine Eltern, landet in der Psychiatrie, trifft im Laufe von zehn Jahrzehnten eine Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten und hat das Glück, 100 Jahre alt zu werden. Eigentlich ein Grund zum Feiern. Aber Allan hat an seinem runden Geburtstag keine Lust auf die Marzipantorte im Seniorendomizil, er steigt mit seinen Pantoffeln aus dem Fenster und macht sich auf – zu einer Vielzahl irrwitziger Abenteuer. Weiterlesen »

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29. März 2014

Heimat: “Vivant”

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Das sind Kan, Flo, Valentin und Vincent (von links)

Ausstellung beim Kunstverein Letschebach

Es ist ein zweiminütiger Trickfilm, der ganz am Ende des Gangs über einen Monitor flimmert. Sechs Meter müssen vom Eingang bis zu diesem Bildschirm zurückgelegt werden – kriechend. Die Installation „Vivant“, die ab heute, 20 Uhr, bis 19. April in Durlach beim Kunstverein Letschebach (Blumentor 12) zu bestaunen ist, ist eine physische Herausforderung für die Besucher. Sie ohne Anstrengung zu konsumieren – nicht möglich. Der Fokus von „Vivant“ liegt auf Perspektivwechsel. „Wir wollen, dass unsere Kunst bewusst wahrgenommen wird, nicht selbstverständlich erscheint“, erläutert Valentin Hennig. Er steht mit Vincent Wikström, Florian Fischer und Tao Kan Xu hinter dem facettenreichen Erlebnis. Kuratiert wird die Ausstellung von Mareen Wrobel und Andrea Bianchin. Weiterlesen »

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25. März 2014

Flimmerkasten: “Die Bücherdiebin”

Bücher als Rettung im Zweiten Weltkrieg

Es ist der Tod, mit dem alles beginnt – und endet. Als düsterer Sprecher fungiert er in „Die Bücherdiebin“ und erzählt die Geschichte von Liesel Memminger. Einem neunjährigen Mädchen, das kurz vor und während des Zweiten Weltkriegs Romane stiehlt und mit den Schrecken der Naziherrschaft konfrontiert wird.

Unbedingt wollte ich diesen Film im Kino sehen. Die literarische Vorlage von Markus Zusak las ich vor etwa drei Jahren. Sie bewegte mich sehr. Ein wenig suspekt fand ich zwar zu Beginn, dass der Roman aus der Perspektive des Todes geschrieben ist, als ich mich aber nach wenigen Seiten daran gewöhnt hatte, konnte ich nicht mehr davon lassen. Vor allem das Ende haute mich um. Weiterlesen »

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18. März 2014

Schmöker: “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” von John Green

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„Miriam, das ist kein typisches Krebs-Buch.“ Mit diesen Worten überreichte mir Martha an meinem Geburtstag das Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Einfach nur wunderschön sei der Roman von John Green, meinte sie.

Normalerweise mache ich um Bücher und Filme rund ums Sterben von Kindern und Jugendlichen einen großen Bogen. Distanz halten ist nicht meine Stärke, viel zu sehr belastet mich das Geschehen. Seit ich den Film „Oskar und die Dame in Rosa“ im Kino sah, quasi die ganze Zeit durchheulte, habe ich genug von solch tragischer Unterhaltung.

Nun aber die Ausnahme, schließlich sollte es ja kein typisches Krebs-Buch sein. An einem Sonntag nahm ich den Roman in die Hand und begann zu lesen. Den ganzen Tag hatte ich Zeit, freute mich über ein unbeschwertes Vergnügen. Aber schon nach wenigen Seiten wurde mir klar, dass es das nicht sein wird.

Hazel ist 16 Jahre alt und hat Krebs. Unheilbar. An Freundschaften ist sie weniger interessiert, nur ihrer Mutter zuliebe geht sie in eine Selbsthilfegruppe. Dort lernt sie den lebenslustigen Augustus, kurz Gus, kennen. Schnell entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, sie verlieben sich. Gus hat seine Krankheit scheinbar gut überstanden, eines seiner Beine musste zwar amputiert werden, damit arrangiert er sich aber gut und hat die Kraft, Hazel wieder Lebensfreude zu schenken. Zusammen hören sie Musik, lesen die gleichen Bücher und unternehmen schöne Dinge.

Dabei schwingt aber auf jeder Buchseite der Krebs-Alltag von Hazel mit. Der Leser erfährt all ihre Gedanken, Sorgen und was eine unheilbare Krankheit für die Familie bedeutet. Das ist so nah an der Realität, dass ich das Buch immer wieder weglegen musste. Ständig fasste ich an diesem Sonntag den Entschluss, komplett aufzuhören, konnte es aber dann doch nicht lassen. Las weiter, weiter und weiter. Es war wie eine Sucht.

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist tatsächlich wunderbar geschrieben. Voller Herz, keineswegs kitschig. Viele kluge Weisheiten stecken darin. Und es ist eine Handlung, die nicht vorsehbar ist. Vielmehr nimmt die Geschichte irgendwann eine drastische Wendung, die mich aber noch mehr erschütterte. Ich musste frühzeitig den Schluss lesen, um mich darauf vorzubereiten, was im letzten Drittel noch alles auf mich zukommt.

Letztlich las ich den Roman von John Green innerhalb von zwei Tagen komplett durch – und war tief bewegt. Auch wenn ich das Geschenk mehrmals verfluchte, bin ich sehr froh, das Buch gelesen zu haben. Den Film, der im Sommer anläuft, werde ich mir aber nicht anschauen. Auf gar keinen Fall.

Lieblingszitat: „Ohne Leid würden wir nicht wissen, was Freude ist.“

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11. März 2014

Melodien: “Sonic Avalanche”

Raus aus dem Studio, rauf auf die Bühne: „Sonic Avalanche“ sind zurück. Am kommenden Freitag, 14. März, präsentieren die vier Jungs im Jubez die Songs von ihrer gerade erschienenen EP „Emily, It’s Future“. Mit dabei sind an diesem Abend außerdem “The Ikarus Effect” und Mareike Berg.

„Es steckt viel Arbeit in der neuen CD“, erzählt “Sonic Avalanche”-Sänger und Gitarrist Daniel Thomas. Insgesamt drei Monate nahmen sich die Musiker Zeit, um in Weingarten die vier Lieder einzuspielen. Jedes Detail sollte passen. „Wir haben den Schaffensprozess im Studio mit einem Musikvideo dokumentiert“, sagt der 26-Jährige. “Science for Fiction” heißt es. Die Mühen haben sich gelohnt. Bei einem Auftritt im Substage vor wenigen Wochen war die Resonanz toll.

Ihren Stil beschreiben? „Schwierig“, meinen die Jungs. Rock, Progressive und Indie: Verschiedene Richtungen beeinflussen die Musik von „Sonic Avalanche“, einfache Genreschubladen funktionieren nicht. Jedoch: Wie ein roter Faden ziehen sich die kreativen und klugen Texte, kombiniert mit äußerst angenehmen Melodien, durch die Alben. „Incubus“ lässt grüßen.

2008 erschien die erste “Sonic Avalanche”-EP mit dem Titel “How to define Destiny”. Viel ist seither passiert. Die Band spielte unter anderem in Köln, Hamburg und Frankreich. „Höhepunkt war 2010 der Auftritt am Freitagabend bei ,Das Fest’, wo wir auf der gleichen Bühne wie später Jan Delay standen“, sagt Sänger Daniel. Außerdem wurde die Band mit dem Preis „Musik ist Kunst“ ausgezeichnet.

„Gerade sind wir dabei, neue Gigs zu organisieren“, verrät der Frontmann. Fix sind bereits die Auftritte am 27. März in der Bruchsaler PZ Lounge, am 8. Mai in der Heidelberger Halle 01 und am 8. August beim Kraichtaler Anti Fruschd. Nun steht aber erstmal der Auftritt im Jubez am Freitag an. Beginn ist um 20 Uhr.

“Sonic Avalanche” sind Daniel Thomas (Gesang und Gitarre), Daniel Mayer (Gitarre), Fabian Altermann (Bass) und David Büchner (Drums). Weitere Informationen unter www.sonicavalanche.de und https://www.facebook.com/sonicavalanche?fref=ts

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10. März 2014

Flimmerkasten: “Grand Budapest Hotel”

Hit für Hit: Die Filme von Wes Anderson

An Wes-Anderson-Filmen kann ich mich kaum sattsehen. Ich liebe die farbenfrohen Bilder sowie die unkonventionellen Charaktere, die trotz ihrer Schwere so viel Komik und Liebenswürdigkeit ausstahlen. Und ich bin begeistert von den verqueren Geschichten rund um dysfunktionale Familien, die spannend, lustig, aber auch tiefgründig sind. Selten wird Gesellschaftskritik so federleicht verpackt. Weiterlesen »

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8. März 2014

Melodien: “Ein Abend mit Arthur Gepting”

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Arthur Gepting: Musik voller Gefühl

Arthur Gepting sah ich im vergangenen Herbst zum ersten Mal beim Songslam im Kulturraum „Kohi“. Ganz in Schwarz gekleidet stand er mit seiner Akustikgitarre auf der Bühne, stimmte im Halbfinale sein Lied „Beaugency“ an. Vom ersten Takt an hatte er meine gesamte Aufmerksamkeit. Melancholisch, voller Gefühl. Sehnsucht. Arthur Gepting berührte mich mit diesem Lied. Er schaffte es ins Finale. Und blieb in meinem Kopf. Als ich vor wenigen Wochen eine Email von ihm in meinem Postfach entdeckte, beschloss ich, mich mit ihm zu treffen. Weiterlesen »

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2. März 2014

Schmöker: “Katzentisch” von Michael Ondaatje

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Es ist eine Reise voller Abenteuer: Der elfjährige Michael fährt mit dem Dampfer „Oronsay“ von Sri Lanka nach England – ganz alleine. Nur seine entfernte Cousine Emily ist zufällig mit an Bord. In London soll ihn am Hafen seine Mutter empfangen. Seit vielen Jahren hat der Junge sie nicht mehr gesehen. 21 Tage auf dem Ozean gilt es bis dahin zu überwinden. Drei Wochen voller interessanter Begegnungen und kuriosen Erlebnissen, die Michael für immer im Gedächtnis bleiben.

„Katzentisch“ von Michael Ondaatje wurde mir von einer ehemaligen Arbeitskollegin ans Herz gelegt. Wunderbar soll der Roman sein, meinte sie. Und in der Tat, auf den rund 300 Seiten sind so unglaubliche viele schöne Wörter und Sätze, dass ich aus dem Staunen ob der Fantasie und Hingabe von Ondaatje nicht mehr herauskam. Es ist eine Wohltat, jede einzelne Seite zu lesen und in die bunte Welt auf dem Dampfer einzutauchen.

Ein globales Dorf auf dem Wasser: Auf der „Oronsay“ sind 600 Reisende aus den verschiedensten Ländern und den unterschiedlichsten Schichten. Ein krimineller Baron ist darunter, ein an Ketten gefesselter Gefangener sowie ein todkranker Millionär. Michael sitzt ein wenig abseits von der Luxusklasse am sogenannten Katzentisch, beobachtet das Treiben auf dem Dampfer ganz genau. Gesellschaft leisten ihm die beiden Jungs Cassius und Ramadhin. Mit ihnen freundet er sich schnell an und schließt den Pakt, jeden Tag eine verbotene Tat zu begehen. Das führt zu spannenden und gefährlichen Erlebnissen.

Mit am Tisch sitzt Perinetta Lasqueti, die den „Zauberberg“ von Thomas Mann immer bei sich trägt, daraus aber nie liest, schlechte Kriminalromane über Bord wirft und Tauben in den Taschen ihres Jacketts spazieren führt. Sie ist verliebt in den Pianisten Mr. Mazappa. Er beeindruckt mit seinen Liedern und Geschichten nicht nur die Dame, sondern auch die drei Jungs nachhaltig. Und außerdem gibt es noch Larry Daniels, einen Botaniker, der in Michaels Cousine Emily verliebt ist und den Heranwachsenden exotische Alkoholika an der Bar des Schwimmbeckens kauft.

Der Roman ist wie ein kleines Puzzle. Michael Ondaatje stellt in kurzen Kapiteln einzelne Personen und Schiffsräume vor – stets aus der Sicht des elfjährigen Protagonisten. Es gibt außerdem Zeitsprünge in die Zukunft. Diese handeln davon, was sich viele Jahre nach der Schiffsreise in den Leben der einzelnen Personen ereignete. Nach und nach entwickelt sich dadurch ein Gesamtbild, das verdeutlicht, dass das Schicksal es nicht immer gut meint mit den Menschen meint.

„Katzentisch“ ist ein unglaublich beeindruckendes Buch und wird am Ende sogar spannend. Gleichwohl: Ich brauchte verhältnismäßig lange für die rund 300 Seiten. Woran es genau lag, das weiß ich selbst nicht genau. Das Gefühl, vorankommen zu wollen, stellte sich trotz der schönen Sprache und des ausgefeilten Plots nie ein. Selbst in meinem Urlaub kam es vor, dass ich statt des Buchs lieber mehrere Tage hintereinander nur Zeitungen und Magazine las. So musste ich aber immer wieder nachschlagen, wer denn nun wieder welche Person ist und was genau auf den vorangegangenen Seiten passierte – das nervte irgendwann sehr und nahm mir den Spaß an dem Roman. Das letzte Drittel las ich vergangene Woche dann konsequent an einem Abend durch, tauchte so wieder total in die Geschichte ein und war am Ende versöhnt.

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25. Februar 2014

Flimmerkasten: “Stromberg – der Film”

Wiedersehen im Kino: Stromberg, der Film!

„Lass das mal den Papa machen“ – auf ein Wiedersehen mit Bernd Stromberg auf der Kinoleinwand freute ich mich sehr. Alle fünf Staffeln der Serie stehen bei mir im Wohnzimmer, großes Vergnügen bereiten mir die Bürogeschichten rund um den tyrannischen Schaumschläger. Stromberg pöbelt einfach über alles, über Frauen, Ernie und Ausländer. Grenzen gibt es bei ihm keine – weder in moralischer noch ethischer Hinsicht. Gespannt war ich nun, wie Regisseur Arne Feldhusen das Büro-Ekel ins Kino bringt. Fazit: Ich amüsierte mich herrlich, auch wenn der Film gegen Ende ein wenig gestraffter sein könnte. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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