31. Oktober 2015

Heimat: “Auf einen Wein mit Sebastian Bingel in der ,Venus'”

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Hereinspaziert!

“Sorry, sorry, sorry.” Sebastian Bingel sprintet die letzten Meter, bevor er vor mir steht. Er ist ein wenig außer Atem und muss dann lachen. “Jetzt habe ich dich auch noch warten lassen – verdammt.” Oft haben wir dieses Treffen verschoben, es war ein ständiges Koordinieren via Facebook. Einen Termin mit dem “Venus”-Geschäftsführer zu finden: eine Herausforderung. Nun haben wir es aber endlich geschafft. Sebastian zieht aus seiner Hosentasche einen Schlüsselbund und öffnet die Tür der “Venus”: “Hereinspaziert”.

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30. Oktober 2015

Kurioses: “Das Geräusch”

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Unruhe im Schlafzimmer

Plötzlich war es da. In einer lauen Sommernacht erwachte ich und hörte dieses diffuse Geräusch. Es hörte sich an wie ein Schrei. Eindringlich und laut. Es war ein wenig wie in diesen schlechten Filmen. Erst ist es stockdunkel, dann erfolgt ein Schrei. Dann ist jemand tot. Als in meinen Schlafzimmerfenster dazu noch das Knattern einer Vespa ertönte, wusste ich: Es ist 4 Uhr.

Immer um diese Uhrzeit kommt nämlich mein Zeitungsausträger. Er fährt jede Nacht (bis auf Sonntag) durch die Straßen und wirft Zeitungen vor die Haustüren. Er stoppt dazu ganz kurz und fährt dann mit einigem Wumms weiter. Ich stelle ihn mir mit Kippe im Mundwinkel vor, leicht strähnigen Haaren und so Mitte 50. Die eine Hand immer an der Bremse, in der anderen ein Zeitungsbündel. Kaum ist er weg, kommt gegen 5 Uhr der große, weiße Lastwagen mit den Lebensmitteln für den türkischen Supermarkt – er lädt ziemlich lange direkt unter meinem Fenster aus. Wenn ich schlaflose Nächte habe, kann ich zusehen, wie Tomaten und Zitronen ins Lager rollen. Wer nachts Langeweile hat, kann sich gerne in meine Straße stellen, dort wird immer etwas geboten. Weiterlesen »

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24. Oktober 2015

Fernweh: “7 Tage Portugal – Porto II”

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Porto Tag 3

Es ist eine fast unlösbare Aufgabe, in Porto an einem Sonntagmorgen ein schönes Café zum Frühstücken zu finden. Nachdem wir schon am vorherigen Tag zwar billig, aber in eher steriler Atmosphäre aßen, wollen wir nun etwas Hübsches. Zweite Bedingung: Es soll nicht so weit weg sein. Kaffee schnell nach dem Aufstehen ist indiskutabel. Also blättern wir gezielt unseren Reiseführer durch – und stellen erstaunt fest: Alle Cafés, die in 20-Minuten-Fußweg-Umgebung liegen, haben sonntags nicht geöffnet. Schade. So landen wir in der Santa Catarina wieder in einem Laden, der zwar unfassbar billig ist, aber in dem wir ewig warten müssen – und dann auch noch andere Dinge als bestellt bekommen. Aber Hauptsache: endlich Kaffee, Toast und Sandwiches. Weiterlesen »

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22. Oktober 2015

Flimmerkasten: “The Walk”





“The Walk”: ein spannender Drahtseilakt

Die letzte halbe Stunde konnte ich mir das Treiben auf der Leinwand vor Spannung kaum mehr anschauen. Der französische Akrobat Philippe Petit balanciert seelenruhig auf einem Seil, das in über 400 Metern Höhe zwischen die Twin Towers in New York gespannt ist. Der junge Mann ist ohne jede Absicherung. Aufgebrachte Polizisten stehen auf beiden Seiten und wollen ihn verhaften. Philippe bleibt nichts anderes übrig, als den Drahtseilakt in schwindelerregender Höhe fortzuführen. Eine riesige Menschenansammlung beobachtet das Spektakel vom Boden aus. Die Melodie von “Für Elise” erklingt dazu. Wird er es schaffen?

Der beeindruckende 3D-Film “The Walk” basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1974. Das ist bestes Popcorn-Kino, das besonders durch die Dreidimensionalität und Architektur der Stadt New York unglaubliche Dynamik und Tiefe entwickelt. Ich hatte das Gefühl, ich stehe mit Philippe auf dem Seil. Ein Thriller ohne Bösewicht.  Weiterlesen »

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5. Oktober 2015

Heimat: “Ein Nachmittag bei Jette Weber”

Das ist  Jette

Jette Weber macht Schmuckstücke aus Stoff

Jette Weber hat es sich gemütlich gemacht. Mit einer dampfenden Tasse Kaffee sitzt sie an diesem tristen Herbstnachmittag an einem großen Holztisch in ihrem Esszimmer. Um sie herum liegen verschiedene Stoffe verteilt. Mit Linien, Rauten, Punkten, in grün, blau oder beige. Das Rattern der Nähmaschine durchdringt die Stille, fügt die Stoffteile zusammen – zu einem bunten Patchwork-Schal. Ihre kleinen Stoff-Schmuckstücke präsentiert Jette auf ihrer Webseite und verkauft sie dort sowie bei Dawanda.  Weiterlesen »

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26. September 2015

Schmöker: “Girl on the Train” von Paula Hawkins

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“Girl on the Train”: dynamisch, kurzweilig, spannend

Ein Krimi, der bereits vor seiner Veröffentlichung als Bestseller vermarktet wird: Als ich im Juni den “Spiegel”-Artikel über “Girl on the Train” las, wurde ich neugierig. Kann ein Buch, das unter solchen kommerziellen Bedingungen entsteht, und der großen Masse gefallen soll, gut sein? Ich habe es nun gelesen und bin positiv überrascht. Dynamisch, kurzweilig und ein überaus gut gestrickter Plot – das Buch von Paula Hawkins ist gelungen. Einzige Einschränkung: die Konzeption der weiblichen Charaktere. Weiterlesen »

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13. September 2015

Heimat: “Ein Nachmittag in der Notunterkunft ,Kriegsstraße 200′”

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Eine bereichernde Erfahrung

Wir werden herzlich empfangen. Kaum haben wir die Notunterkunft für Flüchtlinge in der Kriegsstraße 200 betreten, wirft sich ein kleines Mädchen mir in die Arme. Eine Schramme ziert ihre kleine Nase, ihre Augen leuchten. „Hallo, hallo”, sagt sie immer wieder zu meiner Freundin Jette und mir. Ihre Freude über unseren Besuch ist groß.

Anlass für unser Kommen ist die Kinderbetreuung am Sonntagnachmittag. In eine Doodle-Liste haben wir uns dafür im Vorfeld eingetragen. Unseren Personalausweis müssen wir zunächst am Eingang der Security zeigen, dann sind wir mittendrin.  Weiterlesen »

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2. September 2015

Kurioses: “Neues aus der Nachbarschaft”

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Seit geraumer Zeit gibt es einen sehr merkwürdigen Laden in meiner Nachbarschaft. Früher gab es dort Laufschuhe zu kaufen. Ständig joggten deshalb aktive Menschen vor dem Schaufenster auf und ab – sie legten kurze und schnelle Sprints hin und taten alles, um das bestmögliche Modell zu finden. Ich konnte dies  von meinem Wohnzimmerfenster aus sehr gut beobachten. Dynamische Ladies mit modischen Nikes, ältere Herren mit funktionalen Reeboks. Der Besitzer nahm auch immer meine Pakete entgegen; die kleinen mit den Kontaktlinsen, die großen mit den Kleidern. Diese Zeiten sind vorbei. Leider. Weiterlesen »

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23. August 2015

Schmöker: “Letztendlich sind wir dem Universum egal” von David Leviathan

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“Letztendlich sind wir dem Universum egal”: neuer Tag, neues Leben

Die Geschichte ist ein wenig kurios: A ist 16 Jahre alt, lebt in den USA und wacht jeden Morgen in einem anderen Körper auf. Mal ist er ein Junge, mal ein Mädchen. An guten Tagen lebt er in geordneten Verhältnissen, an den schlechten im Chaos. A hat sich mit den Jahren daran gewöhnt, kein festes Zuhause und keine eigene Familie zu haben. Doch dann lernt er Rhiannon kennen. Er verliebt sich in sie – und wünscht sich nichts sehnlicher, als bei ihr bleiben zu können. „Letztendlich sind wir dem Universum egal” ist ein philosophischer Roman für Jugendliche. Ich habe ihn in kürzester Zeit durchgelesen, er ist klug, unterhaltsam und hat eine schöne Message.  Weiterlesen »

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21. August 2015

Heimat: “Ein Abend mit zwei KA300-Volunteers”

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Das sind Julia und Marek

Von Berlin nach Karlsruhe

Marek Baaß fasste die Entscheidung blitzschnell. Als er im Internet las, dass für den Stadtgeburtstag noch Volunteers gesucht werden, klickte er sich durch die Seiten, bewarb sich, zack, dabei. „Ich wohne seit mehr als 15 Jahren hier, fühle mich wohl und möchte der Stadt nun auf diesem Weg etwas zurückgeben”, sagt er an diesem sonnigen Abend im Schlossgarten. Einen Ka300-Hut hat er auf, dazu ein blaues Volunteers-T-Shirt und ein laminiertes Namensschild baumelt an einem Band vor seiner Brust. Im Vergleich zu seiner Heimatstadt Berlin schätze er vor allem die überschaubare Größe Karlsruhes, die verlässliche Art der Badener und die vielen Grünflächen, sagt der 35-Jährige. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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