15. April 2021

Karlsruhe: Stehen die Nordbecken Ateliers vor dem Aus?

Nordbecken Karlsruhe

Die Nordbecken Ateliers in Karlsruhe: mehr als Arbeitsräume!

Es war an einem Samstag im Juni 2013, als ich das erste Mal die große Lagerhalle der Ateliergemeinschaft Nordbecken betrat. Mit dem Fahrrad hatte ich mich auf den rund 25 Minuten langen Weg von der Innenstadt zum Rheinhafen gemacht. Hatte die hektische Stadt verlassen und war eingetaucht in das gemächliche Treiben des Industriegebiets am Wochenende. Ich kam vorbei an großen Containern, Schutt und Frachtschiffen. Sah die Windräder auf dem Energieberg monoton ihre Runden drehen.

Als mir Nemanja Sarbajic und Tobias Talbot damals die Tür zu ihrem Atelier öffneten, war ich vom ersten Moment an fasziniert. Leinwände, Pinsel, Farben, Grünpflanzen und sogar eine Schaukel. Wäre Kreativität ein Ort, stünde das Nordbecken exemplarisch dafür.

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5. April 2021

Fernweh: Heiter bis wolkig – vier Tage in Leipzig

Alte Spinnerei Leipzig

Ein grauer Empfang in Leipzig

Leipzig empfängt uns stürmisch. Als wir an einem Samstagnachmittag im Oktober am Hauptbahnhof ankommen, prasseln die Regentropfen mit voller Wucht vom Himmel. Die Pfützen auf dem grauen Betonboden bilden kleine Seen, lassen sich mit den Rollkoffern nur schwer umrunden.

Ein dichter Grauschleier liegt über der Stadt. In der S-Bahn, die uns in den Stadtteil Plagwitz bringt, sind die Scheiben so milchig beschlagen, dass uns erst mal ein Blick nach draußen verwehrt bleibt. Leipzig ziert sich, gibt sich geheimnisvoll.

Vier Tage Leipzig, fünf Tage Füssen. Erst der Osten, dann der Süden Deutschlands – so ist der Plan für unseren Urlaub. Groß war der Wunsch gewesen, von Leipzig nach Lissabon zu fliegen, doch die Inzidenz-Werte in Portugal stiegen in die Höhe, wir blieben am Boden.

Nun also ein Zug-Trip – zuerst zu einer Freundin, die in Leipzig am Theater arbeitet, danach zu den hübschen Seen und Bergen Bayerns, von denen ich seit dem Wanderurlaub rund um den Walchensee so angetan bin.

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28. März 2021

Schmöker: „Das Nest“ von Cynthia D’Aprix Sweeney

„Das Nest“ von Cynthia D’Aprix Sweeney: Verdirbt erben den Charakter?

Es war solch eine beruhigende Aussicht: Mehrere Hunderttausend Dollar sollten die vier Geschwister Melody, Jack, Beatrice und Leo erben – an Melodys 40. Geburtstag. Es sind nur noch wenige Monate, bis endlich das Geld aus dem „Nest“ fließt. Doch Lebemann Leo macht ihnen allen einen Strich durch die Rechnung.

Auf einer Hochzeit bandelt er betrunken und zugekokst mit der 19-jährigen Bedienung Matilda an, schleppt sie in seinen Flitzer, baut einen Unfall – und muss daraufhin eine immense Summe Schmerzensgeld an Matilda bezahlen.

Da Leo soviel Geld selbst nicht hat, öffnet die Mutter heimlich das „Nest“ und gibt ihrem ältesten Sohn einen großen Teil davon. Der Aufschrei in der restlichen Familie ist groß, als es ans Licht kommt. Geplante Projekte stehen auf der Kippe, Lebensentwürfe geraten durcheinander, die vier Geschwister stehen vor ganz neuen Herausforderungen.

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25. März 2021

Schmöker: „Ministerium der Träume“ von Hengameh Yaghoobifarah

„Ministerium der Träume“: ein Roman, der Bilder erzeugt und Töne erklingen lässt

TRAUM(A)FABRIK. Es braucht nur einen einzigen Buchstaben, um einen Traum platzen zu lassen. Protagonistin Nasrin entdeckt das zusätzliche „a“ im Graffito auf dem Gebäude gegenüber ihres Balkons nur wenige Stunden nachdem ihre Schwester Nushin bei einem Autounfall starb. War es Schicksal, ein Selbstmord oder ein Mord? Es ist zunächst unklar.

Nushin war alleinerziehende Mutter. Ihr letzter Wille im Testament: Ihre Schwester Nasrin soll sich um die pubertierende Parvin kümmern, die Vormundschaft für sie übernehmen. Nasrin sagt ja, packt ihre Koffer und zieht in die Wohnung zu ihrer Nichte. Nach und nach entdeckt sie dort Hinweise, dass mit dem Unfall ihrer Schwester irgendetwas nicht stimmt. Nasrin begibt sich auf Spurensuche. Was ist mit Nushin passiert?

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14. März 2021

Fernweh: “Urlaub in Bayern – Kochelsee & Walchensee”

Walchensee

Kochelsee und Walchensee: Urlaub in der bayrischen Karibik

Eine Reise zu schimmernden Seen, majestätischen Bergen und dichtem Wald. Als eine Freundin und ich im Februar 2020 einen Roadtrip in die Slowakei planten, ahnten wir noch nicht, dass wir wenige Wochen später alles wieder stornieren müssen.

Unser damaliges Ziel: die Hochzeit einer gemeinsamen Freundin. Sie hatte uns am 06.06.2020 in die Nähe von Bratislava eingeladen. Die Vorfreude war riesig. Mit dem Auto wollten wir dorthin – mit mehrtägigen Stopps in Bayern, Südtirol und Slowenien.

Wir hatten traumhafte Unterkünfte am Walchensee, am Pragser Wildsee, in einem Nationalpark in Slowenien und in Bratislava gefunden. Die Trauer war groß, als klar war, dass die Hochzeit nicht stattfindet, wir dadurch weder unsere Freundin sehen, noch unseren Roadtrip starten werden.

Als Ende Mai 2020 aber die Inzidenz-Zahlen wieder deutlich sanken, beschlossen wir spontan, wenigstens zum ersten Stopp zu fahren: zum Kochelsee und Walchensee in Bayern.

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28. Februar 2021

Flimmerkasten: “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”

Amazon-Prime-Serie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“: ein teures Desaster!

Das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ fiel mir nur wenige Monate nach dem Heroin-Tod meiner 19-jährigen Nachbarin in die Hände. In den 1990er-Jahren war das.

Die Ereignisse um meine Nachbarin waren dramatisch und tieftraurig. Sie spielten sich dabei keineswegs in einer Grossstadt ab, sondern in meinem beschaulichen Heimatdorf im Süden Deutschlands.

Ihr Zimmerfenster war von unserem Balkon aus und dem Hof sichtbar. Ich sah sie oft aus dem Fenster gelehnt rauchen, laute Musik wummerte dazu. Dass sie Probleme hatte, davon hörte ich die Erwachsenen ständig reden. Zunächst war alles abstrakt, wurde aber konkreter, als meine Cousine und ich Spritzen beim Spielen fanden, wir danach Orte meiden mussten.

Irgendwann war sie nicht mehr da. Wir schnappten Gesprächsfetzen auf, in denen von Entziehungskuren die Rede war, Hilfe bei der Jobsuche, Hoffnung. Vergeblich. Meine Nachbarin starb an einer Überdosis.

Als ich kurze Zeit später „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ las, war ich noch relativ jung, gerade auf dem Gymnasium. Es prägte mich zutiefst. „Nie möchte ich Drogen nehmen“ – ein Vorsatz, der tatsächlich nie ins Wanken kam, egal wie sehr mein Umfeld durchdrehte. Nun wurde das Buch als Serie verfilmt. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist auf Amazon Prime zu sehen. Selten habe ich mich so sehr über eine Serie aufgeregt.

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20. Februar 2021

Krimskrams: “Ein Nachmittag im iaro”

iaro Karlsruhe
iaro Karlsruhe (Foto: Elias Siebert)

Qualität und Liebe zum Detail: Das iaro in Karlsruhe

Es ist ein Lichtblick inmitten der tristen Corona-Pandemiezeit: Nabila und Armin Zandieh sitzen am Valentinstag strahlend in ihrem Café iaro. Sie haben sich getraut und trotz der derzeit widrigen Umstände am 18. Dezember 2020 ihren Laden eröffnet – vorübergehend mit einer kleinen Karte und alles nur zum Mitnehmen.

Es duftet nach Kaffee und frisch gebackenem Bananenbrot, als wir uns im hinteren Teil des Cafés hinsetzen. Im Ofen sind gerade noch Croissants, die langsam aufgehen und golden schimmern.

Eine Plane trennt diesen hinteren Bereich von dem Verkaufsraum, der nach außen verglast ist. Die Schlange davor ist lang – am Tag meines Besuchs, aber auch ansonsten. „Wir sind überglücklich, dass die Nachfrage so schnell so groß ist“, sagt Nabila. „Es hätte nicht besser laufen können“, ergänzt Armin.

Nabila und Armin Zandieh I iaro Karlsruhe
Das sind Nabila und Armin (Foto: Dagmar Kominek)
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7. Februar 2021

Krimskrams: Ein Interview mit Vanessa von „Life is better with Buttercream“

Life is better with Buttercream I Vanessa Dettenberg
Das ist Vanessa. Alle Fotos sind von Katja Sievers.

„Life is better with Buttercream“: vegane Köstlichkeiten!

Ihre veganen Törtchen und Cupcakes sehen aus wie Kunstwerke. Sie funkeln, glitzern und sind mit Perlen, Salzbrezeln oder Schokolade verziert. Vegan-Cake-Artist Vanessa Dettenberg hat vor zwei Jahren das Unternehmen „Life is better with Buttercream“ ins Leben gerufen.

Das Besondere: Ihre Kreationen sind alle vegan. Es gibt sie inzwischen in verschiedenen Läden sowie Cafés in Karlsruhe zu kaufen – und auch darüber hinaus in anderen Städten.

Wie es dazu kam und was derzeit die größten Herausforderungen für Vanessa sind, habe ich sie im Interview gefragt. Hier kommen die Antworten.

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31. Januar 2021

Schmöker: „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger

"Der Wal und das Ende der Welt"

Eine große Enttäuschung: „Der Wal und das Ende der Welt“

In Großbritannien droht eine Epidemie. Eine besonders aggressive Form der Grippe ist im Anmarsch. Der Analytiker Joe Haak sieht die Gefahr durch ein Computerprogramm früh kommen. Was wird passieren? Werden sich die Menschen kooperativ oder egoistisch verhalten?

Joe Haak beschließt, kein Risiko einzugehen und das kleine Dorf St. Pieran rechtzeitig zu beschützen. Ein Wal hatte ihn dorthin getragen, nachdem er aus London geflohen war und sich in Cornwall ins Wasser stürzte. Die Arbeit für eine raffgierige Bank hatte ihn seelisch kaputt gemacht.

Mit einem Transporter fährt Joe Haak nun unzählige Male in den Supermarkt und macht Hamsterkäufe deluxe. Gelingt es ihm tatsächlich durch eine Abschottung des Dorfs, die Grippe fern zu halten und das Leben der Einwohner*innen zu retten? Das ist das Szenario, um das sich „Der Wal und das Ende der Welt“ dreht. Leider klingt das alles spannender, als es ist.

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24. Januar 2021

Karlsruhe: “Ein Nachmittag mit Betty Rieckmann”

Betty Rieckmann
Das ist Betty. Alle Fotos sind auch von ihr.

Betty Rieckmann: Mit ihrer Licht-Kunst bereichert sie die Welt

Es sind alte Autoscheinwerfer vom Schrottplatz, die Betty Rieckmann zum Licht führen. Während ihres Studiums der Malerei und Grafik an der Kunstakademie Karlsruhe experimentierte sie für eine Arbeit mit unterschiedlichen Materialien. Bunte Farben, Lacke, Schrott. All das kombinierte sie auf der Leinwand. Auch eine Autobatterie und Autoscheinwerfer befestigte sie darauf. „Als ich sie zündete, machte es plötzlich Bääm“, erzählt mir Betty rückblickend und lacht.

Es war solch ein starker, blendender Effekt, dass sie wusste: „Das ist es, ich möchte mit Licht arbeiten“. Auch ihre Professoren erkannten dieses Potenzial und unterstützten sie. „Es war meine Rettung in dem freien Studiengang, endlich wusste ich, welchen Weg ich gehen möchte“, sagt die 34-Jährige.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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