29. Juni 2018

Melodien: “Ein Abend mit Luis Ake und Luca Morte”

 

Ein Song zur WM!

Club Mate. Luca weiß genau, was Luis in diesen Tagen dringend braucht. Luis studiert Grafikdesign an der Hochschule für Gestaltung und ist im Vordiplom-Stress, zahlreiche schlaflose Nächte hat er vor und hinter sich. Trotzdem fand er nun Zeit, in die Fettschmelze zu kommen, um dort gemeinsam mit Luca über den Song zu reden, den sie zur Fussball-Weltmeisterschaft aufgenommen haben.

“Komm spiel den Laufpass zu mir”, heißt ihr Meisterwerk. Ein Song über Liebe, Leidenschaft und Brüderlichkeit, über die ganz großen Themen des Lebens also, eingebettet in treibende Beats. Luca stellt Luis das prickelnde Erfrischungsgetränk hin, dieser nickt dankend, ihr Verständnis untereinander braucht keine Worte. Okay. Das Interview mit mir kann nun losgehen.* Weiterlesen »

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25. Juni 2018

Melodien: “3 Tage auf dem Maifeld Derby”

Maifeld Derby: entspannte Stimmung und tolle Acts

Ihre Energie ist übermächtig. Als Tank and the Bangas die Bühne betreten, schwappt von der ersten Sekunde an unendlich viel Kraft durch das große Zirkuszelt. Besonders Sängerin Tarriona „Tank“ Bal ist eine Wucht. Hiphop, Soul, Jazz, Funk und kluge Texte. Die Musik der Gruppe aus New Orleans ist dynamisch, bunt und wild. Für mich ist ihr Auftritt definitiv ein Highlight des dreitägigen Festivals in Mannheim.

Blauer Himmel, Wimpelketten, keine Alkoholleichen und etwa 70 Konzerte verteilt auf vier Bühnen: Das Maifeld Derby ist auch in diesem Jahr wieder eine riesige Freude für mich. Das Besondere an dem mit insgesamt rund 15.000 Besucher relativ kleinen Festival: die große Bannbreite der außergewöhnlichen Acts. Elektro, Black Metal, Hiphop und Pop – von Musikern aus der ganzen Welt. Beim Maifeld Derby treffen 2018 Newcomer wie Tamino auf etablierte Größen wie die Eels. Weiterlesen »

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21. Juni 2018

Heimat: “Ein Abend mit Tim und Michi in der ,Bar Luka'”

Das sind Michi und Tim (von links).

Eine Bar für drei Monate

Eine feine Schicht aus weißem Babypuder bedeckt den dunklen Boden, als ich die “Bar Luka” zum ersten Mal betrete – eine hauchdünne Erinnerung an die einzige Veranstaltung, die die frühere Espresso- und Zigarren-Bar „Leonardo“ im Dezember 2016 nochmals kurz belebte.

Schon seit vier Jahren knattern in der Zähringerstraße 96 keine Kaffeemaschinen mehr, der feine Duft nach gerösteten Arabica-Bohnen und Tabak ist verschwunden. Stattdessen nutzte das Gartenbauamt den Keller, um dort seine Akten zu lagern. Außerdem fanden Sonnenschirme und Weihnachtsbäume vorübergehend ein Zuhause.

Nun kehrt endlich wieder Leben ein, für drei Monate eröffnen Tim Strüver und Michael Kröck die temporär existierende „Bar Luka“ – mit einem innovativen Konzept, außergewöhnlichen Drinks und DJs.

„Wir möchten die Karlsruher Ausgehkultur mit unserem Angebot bereichern“, sagt Tim. Ihre Maxime: Nicht nur lamentieren, dass etwas in der Fächerstadt fehlt und Langeweile herrscht, sondern aktiv den Ist-Zustand verändern. Ende Januar 2018 begannen die Gespräche mit der Fächer GmbH, im April stand der Vertrag. Die offizielle Eröffnung der “Bar Luka” ist nun am Freitag, 29. und Samstag, 30. Juni. Weiterlesen »

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14. Juni 2018

Heimat: “Ein Abend mit Anton, Elias und Georg von Pøbelbräu”

Craftbier-Labor auf dem Hedwigshof

Inmitten beschaulichster Idylle, zwischen Feldern, Wiesen, Eseln, Hühnern und Schweinen, liegt das Labor von Pøbelbräu – versteckt in einer Garage auf dem Hedwigshof in Ettlingen. “Hereinspaziert”, sagt Anton Hoffmann zu mir, als ich an diesem sommerlichen Sonntagabend im Herzen der neuen Craftbier-Marke vorbeischaue.

Anton drückt das weiße Rolltor mit Schwung komplett nach oben und eine vollständige Mini-Brauerei kommt zum Vorschein: Silbern funkelnde Kessel, längere und kürzere Schläuche, eine große Spüle und ein brauner Holzlagerschrank, in dem Säcke voller Hopfen und Tüten mit Malz verstaut sind. Außerdem stapeln sich dort Bierkästen, in denen die grünen Flaschen mit dem Pøbelbräu-Logo stecken.

Pøbelbräu: Das sind Anton, Georg Schwab und Elias Link. Die drei Ingenieure lernten sich in Karlsruhe bei der Arbeit für ein Solarunternehmen kennen. Im Mai diesen Jahres haben sie nun ihre erste Craftbier-Sorte auf den Markt gebracht: Ein Indian Pale Lager, das es in verschiedenen Karlsruher Kneipen und Restaurants zu trinken gibt. Die Nachfrage ist groß. Bereits in kürzester Zeit wechselten mehrere Hundert Liter die Tresenseite. “Wir sind super glücklich, wie alles angelaufen ist”, sagt Elias.

Das sind Georg, Anton und Elias (von links).

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12. Juni 2018

Heimat: “Fussball-Weltmeisterschaft”

Happiness zum Nulltarif

Als vor vier Jahren die Menschen nach dem Abpfiff des WM-Finales Freudentränen in den Augen hatten, sich Fremde überschwänglich in die Arme fielen und mit ihren Autos wild hupend die ganze Nacht durch die Straßen fuhren, da war Deutschland eine Einheit. Die Fußballnationalmannschaft hatte für kollektives Glück gesorgt – und auch ich saß mit meinen Freunden beim Public Viewing und fand es schön. Happiness zum Nulltarif, quasi.

Nun rückt die WM in Russland immer näher. Bäcker zaubern schwarz-rot-goldene Macarons in ihre Verkaufstheken, es gibt Zahnbürsten in den gleichen Farben und Duschgels in Sondereditions. Doch in diesem Jahr sind meine Gefühle sehr gespalten, meine Vorfreude auf das gemeinsame Schauen in der Öffentlichkeit ist getrübt. Viel ist in den vergangenen Jahren in unserer Gesellschaft passiert – zuviel. Weiterlesen »

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6. Mai 2018

Karl Ove Knausgård: “Lieben”

Der Zauber des Gewöhnlichen

40 Seiten über einen Kindergeburtstag – ohne dass irgendetwas Außergewöhnliches passiert. Kinder spielen miteinander, Erwachsene unterhalten sich am Tisch: über Immobilienpreise, Rentensysteme, die Arbeit. Es gibt Kichererbsen zu essen, Cola Light zu trinken und am Ende eine Süßigkeitentüte für die kleinen Gäste.

Karl Ove Knausgård treibt gleich zu Beginn von „Lieben“ seine Detailversessenheit ins Unendliche. Eine Dramaturgie? Gibt es nicht, vielmehr erzählt Knausgård vom gewöhnlichen Alltag, von seinen Beobachtungen, die er dabei macht und von seinen Gefühlen. Das macht er aber so gut, dass ich wieder komplett in seine Welt eintauchte – dieses Mal in eine leichtere als bei „Sterben“, dem ersten Band seiner sechsteiligen „Min Kamp“-Serie. Weiterlesen »

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28. April 2018

Kurioses: “Ü30”

Maifeld Derby 2015

Mit 30 gehts bergab

Es begann langsam und in Stufen. Als ich meinen 30. Geburtstag schon einige Monate hinter mir hatte, saß ich an einem Montag völlig verknittert bei der Arbeit und musste mir eingestehen: So wie früher, nein, so läuft das leider nicht mehr.

Früher, damit meine ich die Zeit, als ich nach dem Studium zunächst als Freelancerin arbeitete und es schaffte, bis morgens um 6 Uhr mit Freunden zu feiern, um 9 Uhr scheinbar fit bei Terminen erschien, drei Artikel an einem Tag schrieb – und am Abend wieder unterwegs war.

Das ist inzwischen unvorstellbar. Vielmehr wirkte sich dieser Alterungsprozess in den vergangenen Jahren langsam, aber schleichend immer drastischer auf meine Wochenendgestaltung aus:

  • Stufe 1: Der Kater war plötzlich dreifach schlimm – und das bei geringerer Menge Alkohol als früher. Seit geraumer Zeit ist es für mich schlichtweg unmöglich, freitags UND samstags bis in die frühen Morgenstunden in Clubs zu stehen.
    Bin ich an einem Abend aus, geht es mir am anderen Tag so schlecht, dass ich außer Pizza bestellen, gar nichts mehr auf die Reihe bekomme. Fällt dieser Kater-Tag auf einen Samstag, stehe ich regelmäßig am Sonntag in einer ungeputzten Wohnung vor einem nahezu leeren Kühlschrank.
  • Stufe 2: Es kamen zahlreiche Wochenenden dazu, an denen ich in gar keinem Club mehr bin, sondern Bars bevorzuge – solche, in denen DJs auflegen und es sich noch ein mini bisschen wie Feiern anfühlt.
  • Stufe: 3: Ich liege freitags nach einer Arbeitswoche platt um 22 Uhr im Bett, bin samstags um 8 Uhr von alleine wach und gehe auf den Markt. Abends bin ich auch mal in Bars anzutreffen, in denen die Musik leise ist und ich mich ernsthaft mit Freunden unterhalte – nüchtern und bei komplett klarem Verstand.

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24. April 2018

Heimat: “Radikale Akte” im Badischen Staatstheater Karlsruhe

Porzellanpuppen-Parade

Im Gleichschritt tippeln sie auf der Bühne hin und her, ihre gelben Ringellocken hüpfen gleichförmig dazu auf und ab, die rosafarbenen Röcke schwingen im Takt. Ihre Gesichter: kalkweiß, ihre Münder spucken im Chor dieselben Wörter aus. Der Gleichschritt, die Mädchen-Uniform: Die Porzellanpuppen wirken wie aufgezogene Spielzeuge, reduziert auf ihren weiblichen Körper. Assoziationen zu Paraden in Nordkorea tauchen in meinem Kopf auf. Widerspruch: nicht erwünscht, vielmehr gefährlich. Einzig die Anpassung, die Unterordnung ist erlaubt.

Von der Konformität zur Einzigartigkeit

Dann jedoch setzen treibende Weltmusik-Beats ein, die Puppen befreien sich von ihrer Verkleidung, werfen ihre Perücken mit Wucht zur Seite. Sie verwandeln sich zu Individuen, die eine ganz eigene Stimme haben, zu 18 Frauen aus Karlsruhe, die etwas zu sagen haben. Ihre Erzählungen und Erfahrungen stehen im Zentrum von „Radikale Akte“, der neuesten Produktion des Volkstheaters, der jüngsten Sparte des Badischen Staatstheaters Karlsruhe.

Anlässlich der offiziellen Eröffnung der Europäischen Kulturtage Karlsruhe hat das Stück von Regisseurin Mizgin Bilmen Premiere gefeiert. Es ist eine Aufführung, die knallt, die voller Kraft ist und die mich nochmals mit viel Dynamik wachrüttelt – denn sie fasst zusammen, wie viel Ungleichheit es in der Gesellschaft immer noch gibt und wie sehr Frauen für ihre Rechte kämpfen müssen. Weiterlesen »

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16. April 2018

Kurioses: “Flirt-Fieber”

Illustre Flirttypen

Wer Single ist und wieder knutschen will, muss aktiv werden. Das heißt: flirten. Der Weg zum Ziel kann aber ganz schön holprig sein – je nachdem auf welche Spezies Mann man trifft. Hier eine kleine Auswahl an illustren Flirttypen.

1. Der Narzisst

„Mein Haus, mein Auto, mein Pferd.“ Alternativ: „mein Kunstprojekt“. Der Narzisst packt bereits in den ersten 15 Minuten des Gesprächs alles auf den Tisch. Im Handball war er Jugendmeister, im Debattierclub der Beste. Außerdem: Schon im Kindergarten hat er die schönsten Bilder gemalt.

Der Narzisst ist eine Mogelpackung. Er blendet mit seinem Schein und tut zunächst alles, um zu gefallen – letztlich geht es aber immer nur um ihn. Seine charmante Art, seine fancy selbstgekochten Menüs, seine scheinbar zugewandte Art, alles Fassade. Der Narzisst lechzt nach Bewunderung. Was kannst du, wen kennst du? Wie kann ich von dir profitieren? Das sind Kriterien, die für ihn zählen.

Schwächen? Gibt der Narzisst nie zu. Lieber tut er so, als hätte er eine Frage einfach nie gehört. Wie war gleich der Name des italienischen Präsidenten?

Stille.

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Dass Gaudís Werke in Paris stehen und „Die Zeit“ zum Springer Verlag gehört, das behauptet er mit einer Selbstsicherheit, die ihresgleichen sucht. Widerspricht man zunächst leise, dann vehementer, glaubt er einem nicht. Er fehlbar? Nein, auf gar keinen Fall. Er muss das beweisen, zieht das Smartphone aus der Tasche, fragt Google und oh. Oh. OH.

Error.

Fail.

Romantik am Tiefpunkt.

Der Narzisst mag es bequem und unkompliziert. Kränkungen? Erträgt er nicht. Probleme?

Er ist dann mal weg…. Weiterlesen »

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25. März 2018

Kurioses: “Irrungen in Israel II”

Würze für den Alltag

Meine Lieblingsformel ist “Humor = Tragik + Zeit”. Besonders die Ereignisse, die kreuz und quer laufen, sind im Nachhinein oft diejenigen, auf die ich mit einem Lachen zurückblicken kann. Die als Erinnerung hängen bleiben und dem Alltag eine Würze geben.

…Fortsetzung.

In Tel Aviv hörte es nicht auf zu regnen. Es war bitterkalt und alles klamm in unserer Wohnung. Wir saßen in unserem kleinen Wohnzimmer in Florentin, auf einer Couch voller Hundehaare, hatten die kleine Elektro-Heizung auf Hochtouren laufen, sie bollerte laut vor sich hin, ließ den Stromkreislauf explodieren, plötzlich war alles dunkel, WLAN und Licht hatten uns verlassen. Was tun? Gehen, bleiben? Wir diskutierten.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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