28. März 2021

Schmöker: „Ministerium der Träume“ von Hengameh Yaghoobifarah

Ministerium der Träume“ von Hengameh Yaghoobifarah

„Ministerium der Träume“: ein Roman, der Bilder erzeugt und Töne erklingen lässt

TRAUM(A)FABRIK. Es braucht nur einen einzigen Buchstaben, um einen Traum platzen zu lassen. Protagonistin Nasrin entdeckt das zusätzliche „a“ im Graffito auf dem Gebäude gegenüber ihres Balkons nur wenige Stunden nachdem ihre Schwester Nushin bei einem Autounfall starb. War es Schicksal, ein Selbstmord oder ein Mord? Es ist zunächst unklar.

Nushin war alleinerziehende Mutter. Ihr letzter Wille im Testament: Ihre Schwester Nasrin soll sich um die pubertierende Parvin kümmern, die Vormundschaft für sie übernehmen. Nasrin sagt ja, packt ihre Koffer und zieht in die Wohnung zu ihrer Nichte. Nach und nach entdeckt sie dort Hinweise, dass mit dem Unfall ihrer Schwester irgendetwas nicht stimmt. Nasrin begibt sich auf Spurensuche. Was ist mit Nushin passiert?

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17. März 2021

Illustres Island – der Norden, Snæfellsnes & Reykjavik

Tungulending Guesthouse

Tungulending Guesthouse: mit Blick aufs Meer

Das Schöne ist oft nicht einfach zu finden. Versteckt im Niemandsland, abseits der Zivilisation und abgeschottet von der Ringstraße, liegt das „Tungulending Guesthouse“. Es ist die schönste Unterkunft während unserer gesamten Island-Reise. Um zu ihr zu kommen, müssen wir aber erneut eine Abenteuerfahrt auf einer Schotterpiste hinter uns bringen – zig Kilometer lang holpern wir in unserem kleinen Flitzer über die schwarzen Kieselsteine, die durch den Druck der Reifen aufwirbeln und wie wild gegen den Lack schlagen.

30 Kilometer pro Stunde ist das Limit. Ausgerenkte Körperteile finden durch das Schütteln und Rütteln wieder ihren Platz. Physiotherapie mal anders. In meinem Kopf tanzt nur ein Gedanke: ein Hoch auf unsere Gravel-Protection.

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28. Februar 2021

Flimmerkasten: “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”

Amazon-Prime-Serie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“: ein teures Desaster!

Das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ fiel mir nur wenige Monate nach dem Heroin-Tod meiner 19-jährigen Nachbarin in die Hände. In den 1990er-Jahren war das.

Die Ereignisse um meine Nachbarin waren dramatisch und tieftraurig. Sie spielten sich dabei keineswegs in einer Grossstadt ab, sondern in meinem beschaulichen Heimatdorf im Süden Deutschlands.

Ihr Zimmerfenster war von unserem Balkon aus und dem Hof sichtbar. Ich sah sie oft aus dem Fenster gelehnt rauchen, laute Musik wummerte dazu. Dass sie Probleme hatte, davon hörte ich die Erwachsenen ständig reden. Zunächst war alles abstrakt, wurde aber konkreter, als meine Cousine und ich Spritzen beim Spielen fanden, wir danach Orte meiden mussten.

Irgendwann war sie nicht mehr da. Wir schnappten Gesprächsfetzen auf, in denen von Entziehungskuren die Rede war, Hilfe bei der Jobsuche, Hoffnung. Vergeblich. Meine Nachbarin starb an einer Überdosis.

Als ich kurze Zeit später „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ las, war ich noch relativ jung, gerade auf dem Gymnasium. Es prägte mich zutiefst. „Nie möchte ich Drogen nehmen“ – ein Vorsatz, der tatsächlich nie ins Wanken kam, egal wie sehr mein Umfeld durchdrehte. Nun wurde das Buch als Serie verfilmt. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist auf Amazon Prime zu sehen. Selten habe ich mich so sehr über eine Serie aufgeregt.

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20. Februar 2021

Krimskrams: “Ein Nachmittag im iaro”

iaro Karlsruhe
iaro Karlsruhe (Foto: Elias Siebert)

Qualität und Liebe zum Detail: Das iaro in Karlsruhe

Es ist ein Lichtblick inmitten der tristen Corona-Pandemiezeit: Nabila und Armin Zandieh sitzen am Valentinstag strahlend in ihrem Café iaro. Sie haben sich getraut und trotz der derzeit widrigen Umstände am 18. Dezember 2020 ihren Laden eröffnet – vorübergehend mit einer kleinen Karte und alles nur zum Mitnehmen.

Es duftet nach Kaffee und frisch gebackenem Bananenbrot, als wir uns im hinteren Teil des Cafés hinsetzen. Im Ofen sind gerade noch Croissants, die langsam aufgehen und golden schimmern.

Eine Plane trennt diesen hinteren Bereich von dem Verkaufsraum, der nach außen verglast ist. Die Schlange davor ist lang – am Tag meines Besuchs, aber auch ansonsten. „Wir sind überglücklich, dass die Nachfrage so schnell so groß ist“, sagt Nabila. „Es hätte nicht besser laufen können“, ergänzt Armin.

Nabila und Armin Zandieh I iaro Karlsruhe
Das sind Nabila und Armin (Foto: Dagmar Kominek)
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18. Februar 2021

Schmöker: “Unorthodox” von Deborah Feldman

"Unorthodox" von Deborah Feldman

“Unorthodox: die Geschichte von Deborah Feldman – Buchkritik

Keine englischen Bücher, kein Fernseher, keine Jeans: Deborah Feldman wächst im New Yorker Stadtteil Williamsburg in einer chassidischen Satmarer-Gemeinde auf – einer der strengsten ultraorthodoxen jüdischen Gruppen überhaupt. Ihr Leben ist von religiösen Regeln durchzogen, Freiheiten gibt es keine. Das heißt: Frauen müssen sich strikt unterordnen, Bildung spielt keine Rolle, Ehen werden arrangiert. In „Unorthodox“ erzählt Deborah Feldman nun ihre persönliche Geschichte, von der Kindheit bis zu ihrer Flucht als Erwachsene aus der Gemeinde.

Ihre Autobiografie ist aber keineswegs eine wütende Abrechnung, sondern eine mitreißende Geschichte, die sehr präzise das Leben der chassidischen Menschen beschreibt. Deborah Feldman wertet nicht, vielmehr lässt sie die Fakten nüchtern für sich sprechen. Das genügt, um sich ein Bild zu machen, wie eng die Welt der Satmarer ist – und wie unfassbar mutig die Autorin war, ihre Koffer zu packen und auszubrechen.

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7. Februar 2021

Krimskrams: Ein Interview mit Vanessa von „Life is better with Buttercream“

Life is better with Buttercream I Vanessa Dettenberg
Das ist Vanessa. Alle Fotos sind von Katja Sievers.

„Life is better with Buttercream“: vegane Köstlichkeiten!

Ihre veganen Törtchen und Cupcakes sehen aus wie Kunstwerke. Sie funkeln, glitzern und sind mit Perlen, Salzbrezeln oder Schokolade verziert. Vegan-Cake-Artist Vanessa Dettenberg hat vor zwei Jahren das Unternehmen „Life is better with Buttercream“ ins Leben gerufen.

Das Besondere: Ihre Kreationen sind alle vegan. Es gibt sie inzwischen in verschiedenen Läden sowie Cafés in Karlsruhe zu kaufen – und auch darüber hinaus in anderen Städten.

Wie es dazu kam und was derzeit die größten Herausforderungen für Vanessa sind, habe ich sie im Interview gefragt. Hier kommen die Antworten.

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6. Februar 2021

Heimat: “Ein Morgen mit Craig Judkins im Electric Eel”

Electric Eel Karlsruhe
Das ist Craig. (Foto: Sebastian Heck)

Ein fester Anker am Werderplatz Karlsruhe: das Electric Eel

Sonntagmorgen. Die Kaffeemaschine läuft gerade auf Hochtouren, als ich im Electric Eel ankomme. Es klackt und brummt leise. Auf dem Plattenspieler dreht eine Vinylscheibe ihre Runden, entspannte Musik summt aus den Lautsprechern. Besitzer Craig Judkins steht gutgelaunt hinter der Theke, eine schwarze Wollmütze bändigt seine graumelierten Haare. „Alles gut bei dir?“, fragt er mich auf Englisch. Ich nicke und setze mich.

Vor etwa 2,5 Jahren eröffnete der gebürtige Amerikaner die Bar am Werderplatz. Wo einst bemalte Fliesen und Vintagemöbel dem Vorgänger Bento eine gemütliche, aber auch raue Atmosphäre gaben, zogen stilvolle Möbel ein – in warmen Braun- und Goldtönen. Die handgeschriebene Getränkeliste an der Wand verschwand, eine mehrseitige Karte mit außergewöhnlichen Drinks liegt nun auf dem Tisch. Darauf zu finden: hausgemachte Limonaden mit Rosmarin oder Blaubeeren, Espresso Tonic, Craft Beer und Cocktails mit Namen wie Roses are free. Die Veränderung war enorm, die Skepsis vor allem bei Bento-Stammgästen zunächst groß. Sie hat sich aber inzwischen gelegt. Das Electric Eel ist fest am Werderplatz etabliert.

Electric Eel Karlsruhe
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24. Januar 2021

Karlsruhe: “Ein Nachmittag mit Betty Rieckmann”

Betty Rieckmann
Das ist Betty. Alle Fotos sind auch von ihr.

Betty Rieckmann: Mit ihrer Licht-Kunst bereichert sie die Welt

Es sind alte Autoscheinwerfer vom Schrottplatz, die Betty Rieckmann zum Licht führen. Während ihres Studiums der Malerei und Grafik an der Kunstakademie Karlsruhe experimentierte sie für eine Arbeit mit unterschiedlichen Materialien. Bunte Farben, Lacke, Schrott. All das kombinierte sie auf der Leinwand. Auch eine Autobatterie und Autoscheinwerfer befestigte sie darauf. „Als ich sie zündete, machte es plötzlich Bääm“, erzählt mir Betty rückblickend und lacht.

Es war solch ein starker, blendender Effekt, dass sie wusste: „Das ist es, ich möchte mit Licht arbeiten“. Auch ihre Professoren erkannten dieses Potenzial und unterstützten sie. „Es war meine Rettung in dem freien Studiengang, endlich wusste ich, welchen Weg ich gehen möchte“, sagt die 34-Jährige.

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17. Januar 2021

Heimat: “Ausstellung von Hanna Heidt bei ,Die Anstoß'”

Hanna Heidt I Die Anstoß

„Ok, tschüss“: Hanna Heidt zeigt ihre Kunst bei „Die Anstoß“

Was macht sie da? Der Kopf der Frau steckt bereits in der Waschmaschine. Auch ihr rechtes Bein ist in dem Gerät verschwunden. Nur: Ihr Körpervolumen lässt Zweifel aufkommen, ob sie es tatsächlich schafft, sich vollständig reinzuquetschen.

Doch unabhängig davon, ob ihr Versuch gelingt oder scheitert: Was hat die Frau überhaupt dazu veranlasst, in die Waschmaschine zu klettern? Was wartet dort auf sie? Ist es eine Flucht aus dem Alltag?

Das ist Hanna.
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2. Januar 2021

Fernweh: “New York II – Brooklyn & mehr”

Bushwick-Collective
Bushwick Collective

Bagels & bunte Bilder in Brooklyn!

Graffiti, hippe Cafés und Secondhand-Shops: Die zweite Hälfte unseres New-York-Trips haben wir hauptsächlich in Brooklyn verbracht. Konkret: in Williamsburg, Bushwick und Coney Island. Außerdem besuchten wir noch drei Museen, die abwechslungsreicher kaum sein könnten.

Willkommen in Williamsburg (Brooklyn)

In Williamsburg blüht das bunte Leben. Es braucht deshalb keine Sehenswürdigkeiten, um dort eine gute Zeit zu haben. Durch die Straßen zu laufen und die Fassaden der Häuser anzuschauen, ist schon ein riesiges Vergnügen.

Je nachdem, in welche Richtung wir abbiegen, gibt es unauffällige lateinamerikanische Kirchen ohne Protz, Basketball-Plätze oder jüdische Menschen mit Kippa. Auch die Serie „Unorthodox“ ist in Williamsburg gedreht. Als ich sie vor wenigen Monaten auf Netflix anschaue, sehe ich genau die Orte wieder, an denen wir in diesem Spätsommer entlang gelaufen sind.

Williamsburg
Williamsburg
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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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