10. November 2020

Flimmerkasten: Liebe und Anarchie

Ein schwedisches Vergnügen: “Liebe und Anarchie”

Sie ist schön, ehrgeizig und erfolgreich: Sofie (Ida Engvoll) hat mit Mitte 30 alles erreicht, was in einem gutbürgerlichen Leben wichtig ist. Mit ihrem Mann und den zwei Kindern lebt sie in einer Designerwohnung mitten in Stockholm, als Beraterin verdient sie eine Menge Geld, ihre Freizeit verbringt sie auf hippen Partys. Es ist ein Leben wie im Bilderbuch.

Doch als sie wegen eines neuen Auftrags zu einem konservativen Verlag kommt, trifft sie dort auf den jungen IT-Techniker Max (Björn Mosten). Es knistert zwischen ihnen – nach und nach gerät Sofies geregeltes Leben immer mehr aus den Fugen. Ihre Welt steht Kopf.

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7. November 2020

Fernweh: New York – Manhattan & mehr

Coney Island

New York: Eine unvergessliche Reise!

Es ist ein traumhaft schöner Spätsommertag in Coney Island. Die Möwen fliegen kreischend über das Meer, das Wasser glitzert in der Sonne und als ein Straßenmusiker seinen mitgebrachten Retro-Ghettoblaster aufdreht, eine CD von Michael Jackson einlegt, sein Saxofon in die Hand nimmt und zu spielen beginnt, weiß ich: Das ist ein Moment, der in meinem Gedächtnis haften bleibt. „I remember the time“ hallt es um mich herum und in meinem Kopf.

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2. November 2020

Flimmerkasten: Call my agent

Eine wunderbare Serie: Call my agent!

Sie betreuen die berühmtesten Schauspieler Frankreichs: In der Serie „Call my agent“ dreht sich alles um eine fiktive Pariser Agentur, deren Mitarbeiter versuchen, Filmstars lukrative Angebote an Land zu ziehen. Zehn Prozent Provision bekommen die Agenten bei erfolgreich abgeschlossenen Verträgen. Deshalb heißt die Serie im Original auch „Dix pour cent“.

Dass von der Vertragsunterzeichnung bis zum letzten Drehtag aber alles klappt, ist bei den egozentrischen Schauspielern oft eine Herausforderung. Eitelkeiten, Sturheit, alte Feindschaften. Die Agenten benötigen Nerven aus Drahtseil. Das ist herrlich anzuschauen, unterhaltsam und oft auch spannend.

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31. Oktober 2020

Heimat: Ein Mittag mit Stephan Becker von ‘The Hunter'”

Das ist Stephan.

Ein neuer Besitzer für “The Hunter”

Umgeben von immergrünen Wäldern, mächtigen Bergen und tiefblauem Wasser stöberte sich Stephan Becker vor drei Jahren tagelang durch die Vintage-Läden Seattles. „Es war mein absolutes Paradies“, erzählt er mir. Mit seiner Freundin tourte Stephan damals insgesamt zwölf Monate lang durch die USA.

Die Stadt im Pazifischen Nordwesten begeisterte ihn besonders – wegen ihrer Musikgeschichte und ihrem Lifestyle. Schallplatten, Kleidung, Möbel. Alles versehen mit einem Flair vergangener Tage, voll mit Nostalgie, Melancholie. „Ich habe mich sehr wohl dort gefühlt“, erinnert er sich. Zum ersten Mal verspürte er den Wunsch, in seiner Heimatstadt Karlsruhe selbst einen Vintage-Laden zu eröffnen.

Im Janaur diesen Jahres erfüllt er sich seinen Wunsch. Er übernahm „The Hunter – Select Vintage Goods“, den Astrid Zu Castell und Sarah Bürklin seit 2014 in der Karlsruher Südstadt geführt hatten. Stephan verkauft dort nun weiterhin Möbel aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. Außerdem hat er das Sortiment erweitert: Bei „The Hunter“ gibt es nun auch Schallplatten sowie Kleidung hauptsächlich aus den 1980er- und 1990er-Jahren.  Weiterlesen »

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28. Oktober 2020

Heimat: “Japan”

Credit: JJ Ying

Japanischer Wind in meinem Leben!

Mein Mitbewohner kommt aus Japan. Bevor er mit seinen Koffern und Kisten vor der Wohnungstür stand, hatte ich mich nur wenig mit dem fernöstlichen Land beschäftigt. Sushi, Mila Superstar, Fukushima. Das waren bis zu unserer Begegnung die ersten drei Substantive, die mir zu Japan einfielen.

Mein Wissen ist in den vergangenen Monaten enorm gewachsen. Ich weiß, dass in Japan Umarmungen bei der Begrüßung unüblich sind, die Emanzipationsbewegung der Frauen deutlich hinter der in Deutschland ist und es Okinawa gibt, eine Insel, die so traumhaft aussieht, dass ich dort unbedingt hin möchte.

Credit: Vladimir Haltakov
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3. Oktober 2020

Heimat: “Ausstellung von Romy Rüegger im Badischen Kunstverein”

Wer hat ein Recht auf Wohnraum?

Ein Einzelbett, ein kleiner Tisch und ein Sofa verteilt auf 20 Quadratmetern: Was zunächst nach einer sehr spartanischen Einrichtung klingt, war in den 1920er-Jahren in der Schweiz noch keine Selbstverständlichkeit für alleinstehende und arbeitende Frauen. Bis 1927 konnten sie nur unter sehr erschwerten Bedingungen Wohnraum mieten – meist gerieten sie dadurch in den Verdacht, Sexarbeiterinnen zu sein.

Verschiedene Frauen gründeten deshalb die Baugenossenschaft berufstätiger Frauen, kauften Bauland und schufen den Wohnkomplex „Lettenhof“in Zürich. Die erste Frau mit eigenem Architekturbüro in der Schweiz, Lux Guyer, entwarf ihn.

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12. September 2020

Fernweh: “Sommerliches Sevilla”

Alcazar Sevilla
Patio de las Doncellas

48 Stunden in Sevilla

Überall Blumen und ein klimatisierter Empfangsbereich: Es ist eine kleine Oase, in die ich am späten Nachmittag in Sevilla stolpere. 37 Grad hat es draußen, die Sonne brennt vom Himmel und ich bin froh, mit meinem Koffer in der Pension Lisdos zu stehen. Sevilla ist der zweite Stopp meiner kleinen Spanientour. Nach den angenehmen Temperaturen in Cádiz ist die Hitze nun eine große Umstellung – das Meer und der Wind fehlen mir.

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29. August 2020

Heimat: “Ein Nachmittag mit Thomas M. Scheer von der Setzling-Tauschbörse”

Das ist Thomas M. Scheer

Eine Setzling-Tauschbörse für Karlsruhe

Die Mimose! Als Thomas M. Scheer darüber nachdenkt, welche Pflanze ihm besonders am Herzen liegt, muss er kurz überlegen. Sein Gesichtsausdruck wird zunächst ernst, seine Augenbrauen ziehen sich zusammen. Dann, nach wenigen Sekunden, entspannt sich seine Mimik wieder. Mit Blitzen in den Augen ruft er leise, aber bestimmt, den Namen der Pflanze mit den lilafarbenen Blüten. „Sie ist wie ein Pflegekind, das viel Zuwendung braucht“, erklärt er mir. Zart, sensibel und anfällig für Veränderungen. „Eine richtige Mimose eben“, sagt Thomas und lacht.

Vor zwei Jahren kam der Kreative von Saarbrücken in die Fächerstadt – und suchte einen Ort, von dem er seine Ideenagentur „Qnterbunt“ steuern kann. In dem kreativen Umfeld des Co-Workingspaces “Rudolf 5” in der Karlsruher Oststadt wurde er fündig. Mit Laptop und weiterem Equipment zog er in eines der Ateliers. Mit dabei: einige Pflanzen.

Sie fanden ihren Platz schnell auch außerhalb seines Büros – im Hinterhof beispielsweise. Es war der Beginn eines Projekts, das er nun öffentlich gemacht hat: eine frei zugängliche Setzling-Tauschbörse in Karlsruhe. Durch sie kann jeder, der möchte, eigene kleine Pflanzen bringen und andere mitnehmen – kostenlos.

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22. August 2020

Kurioses: “Macho-Hölle”

Universum
Credit: Jeremy Thomas

Eine ganz schlechte Version von “Mad Men”

Vor geraumer Zeit hatte ich das Gefühl, ich sei in einem Paralleluniversum gefangen. In einem, in dem es fast genauso aussieht wie in meinem alltäglichen Leben – aber alles absurder, grotesker, skurriler ist. Die Menschen verhalten sich dort wie in einer düsteren Version von „Mad Men“ – adaptiert in die heutige Zeit. Für alle, die diese Fernseh-Serie nicht kennen: Sie spielt in den 1950er-Jahren. Dort machen die smarten Männer Karriere, trinken, rauchen und betrügen ihre Frauen, die ahnungslos daheim sitzen und die Kinder erziehen. Wer keinen Mann hat, muss oft als Sekretärin arbeiten – und ist Freiwild.

In diesem Paralleluniversum landete ich völlig überraschend. So als hätte ich meinen Laptop aufgeklappt, um ein bisschen herumzusurfen, dabei versehentlich die falsche Taste getippt – und schwups, schon war ich im Darknet. Konkret: in der Macho-Hölle. Wer denkt, diese Spezies Mensch ist inzwischen nahezu ausgestorben, irrt gewaltig. Sie spinnt noch immer gewaltig ihre Fäden.

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17. August 2020

Schmöker: “Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war” von Joachim Meyerhoff

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war" von Joachim Meyerhoff

Teil 2 von „Alle Toten fliegen hoch“

Das erste Mal sieht Joachim Meyerhoff einen toten Menschen, als er mit sieben Jahren auf dem Weg zur Schule einen kleinen Umweg durch eine Schrebergartensiedlung nimmt. Ein vornehm gekleideter Mann liegt dort im Gras, sein hellbrauner sommerlicher Schuh ist ihm vom Socken gerutscht, sein Hemd steckt noch akkurat in der Hose.

Als Joachim zunächst in der Schule und später seiner Familie aufgebracht von der Entdeckung erzählt, will ihm keiner glauben. Egal wie er sich dreht und wendet. Alle sind skeptisch. Joachim beginnt deshalb, die Geschichte wild auszuschmücken, zu verfeinern, dichtet dabei unbeabsichtigt ein wahres Detail dazu. Als er das feststellt, läuft ihm eine heiße Schauer über den Rücken, er erkennt für sich: Erfinden heißt Erinnern.

Es ist deshalb mehr als fraglich, wieviele von den Anekdoten, die Joachim Meyerhoff in seinem Buch „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ erzählt, tatsächlich so geschehen sind. Das macht aber nix, denn unterhaltsam sind sie auf jeden Fall.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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