12. April 2018

Heimat: “Ein Nachmittag mit Lilo und Marc von ,Mit Herz & Sahne'”

Das sind Lilo und Marc.

Zwei Gegensätze vereint in einem Podcast

Lilo hat eine kurze Nacht hinter sich. Mit Sonnenbrille, Zigaretten und großem Eistee sitzt sie beim Katerfrühstück in der Fettschmelze. Marc kommt mit seinem Rollkoffer direkt von einem ausgiebigen Brunch dazu. Nach dem Termin geht es für ihn gleich wieder zurück nach Hamburg, das Business ruft.

Eine Situation, die typisch ist. Ihre Gegensätze sind die Grundlage für den gemeinsamen Podcast “Mit Herz & Sahne”. “Wir ergänzen uns perfekt”, sagt Marc. Während Lilo gerne über Penisse redete, erkläre er die Welt. “Herz und Sahne eben”, fügt er hinzu und lacht. Weiterlesen »

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31. März 2018

Schmöker: “Die Geschichte der Bienen” von Maja Lunde

Nix für mich

„Die Geschichte der Bienen“ kam zur Weihnachtszeit in meinen Briefkasten geflattert – ein sehr nett gemeintes Geschenk. Selbst hätte ich mir den norwegischen Bestseller von Maja Lunde wohl aber nicht gekauft, weder das Cover noch die Inhaltsangabe hatten mich beim Stöbern in Buchhandlungen überzeugt. „Drei Familien, getrennt durch Jahrhunderte, unauflöslich verbunden mit der Geschichte der Bienen“. Klang nach typischer Unterhaltungsliteratur, die nicht zu sehr am Fundament kratzt. Die beste Drehbuch-Grundlage für einen Blockbuster im Popcorn-Kino.

Doch als ich meinen Koffer für Israel packte, zu dem Bündel meiner bislang ungelesenen „Zeit“-Dossiers noch ein unkompliziertes Buch suchte, fiel mir „Die Geschichte der Bienen“ wieder ins Blickfeld. Ach, warum, nicht?! Vielleicht tue ich dem Roman auch Unrecht. Schließlich fielen die Kritiken fast durchgehend äußerst positiv aus. Eingepackt.

302 der 508 Seiten habe ich mir nun angetan, dann habe ich das Buch weggelegt.  Weiterlesen »

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25. März 2018

Kurioses: “Irrungen in Israel II”

Würze für den Alltag

Meine Lieblingsformel ist “Humor = Tragik + Zeit”. Besonders die Ereignisse, die kreuz und quer laufen, sind im Nachhinein oft diejenigen, auf die ich mit einem Lachen zurückblicken kann. Die als Erinnerung hängen bleiben und dem Alltag eine Würze geben.

…Fortsetzung.

In Tel Aviv hörte es nicht auf zu regnen. Es war bitterkalt und alles klamm in unserer Wohnung. Wir saßen in unserem kleinen Wohnzimmer in Florentin, auf einer Couch voller Hundehaare, hatten die kleine Elektro-Heizung auf Hochtouren laufen, sie bollerte laut vor sich hin, ließ den Stromkreislauf explodieren, plötzlich war alles dunkel, WLAN und Licht hatten uns verlassen. Was tun? Gehen, bleiben? Wir diskutierten.

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17. März 2018

Heimat: Ein Nachmittag mit Tim Kaun vom “An Eye On”-Magazin

Ein Design-Magazin über Island

Ein gelber Leuchtturm, dessen Spitze scheinbar in die weißen Wolken sticht. Ein blaues Haus eingerahmt von blühenden Pflanzen, Wasser und Bergen. Motive, die mich sofort in das Magazin hineinziehen, alles andere vergessen lassen.

Als ich zum ersten Mal das „An Eye On“-Magazin durchblätterte, war ich sofort begeistert. Die unfassbar schönen Fotografien der isländischen Natur kombiniert mit interessanten Interviews, dargestellt mit Typografie, die gradlinig, klar, aber dennoch spannend ist – ich wollte wissen, wer dahinter steckt, so viel Herz und Leidenschaft in dieses Printprodukt gesteckt hat.

Das sind Robert (links) und Tim. Von ihnen stammen auch alle Fotos und Videos.

Nur wenige Wochen später sitze ich mit Tim Kaun in einem Café in der Karlsruher Weststadt. Der Grafikdesigner hat seine Wurzeln in der Region, studierte an der Hochschule in Offenburg, wo er Robert Gutmann kennenlernte, mit dem er das „An Eye On“-Magazin auf die Beine stellte. Zwischen Milchkaffee, Apfelschorle und trubeligen Gesprächen an Nebentischen blättern wir gemeinsam durch die Seiten. Weiterlesen »

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8. März 2018

Melodien: Ein Abend mit Flavian Graber von ‘We invented Paris'”

Foto: Nico Schnepf

Auf Tour mit der „Catastrophe-Disco-Bar-Box“

Plötzlich war alles anders. Ende 2017 entschieden sich die Künstler von “We invented Paris” getrennte Wege zu gehen. “Wir hatten zwar keinen Streit, waren aber auch keine Einheit mehr”, erzählt mir Flavian Graber, der Kopf des Schweizer Kollektivs, bei unserem Treffen im Tollhaus in Karlsruhe.

Was nun? Termine für die “Tour de Catastrophe” waren bereits fix, Locations gebucht. “Ich wollte nicht alles canceln – zu sehr hatte ich mich auf die Konzerte gefreut”, sagt Flavian. Er überlegte. Auf die Schnelle eine neue Band zusammen trommeln? Nein. Es sollte anders sein. Weiterlesen »

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4. März 2018

Kurioses: “Plötzlich Affäre”

Vergangenheit: reloaded

Die Welt ist schlecht, sehr schlecht. Das war mein erster Gedanke, als ich an diesem einen Morgen auf mein Handy blickte. Dort war um kurz nach 8 Uhr die Vorschau einer Facebook-Nachricht auf meinem Display erschienen. „Hallo Miriam“, stand da. „Wir kennen uns nicht – aber wir müssen dringend über Herrn XY sprechen. Ich war bis vor wenigen Tagen mit ihm zusammen. Vielleicht kann ich nun auch für dich einige Rätsel lösen.“

Noch verschlafen blinzelte ich einmal, nochmals, dann öffnete ich schnell die Facebook-App, las die Nachricht der Dame in einem Zug, stoppte am Ende kurz, begann von vorne – langsam Satz für Satz. Und noch während ich am Lesen war, gab es in meinem Kopf einen leichten Knall und die vergangenen 18 Monate setzten sich neu zusammen – plötzlich ergab alles einen Sinn. Als ob nur noch dieses eine Puzzleteil gefehlt hatte. Vergangenheit: reloaded. Mein Kopf ratterte, mein Herz hämmerte: Ich hatte, ohne es zu wissen, eine romantische Liason mit einem vergebenen Herren gehabt – bereits zum vierten Mal. Weiterlesen »

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2. März 2018

Heimat: “Ein Abend in der Kinemathek Karlsruhe”

Das sind Michael, Jens und Christine (von links)

Ausgewählte Filme im glamourösen Saal

Es ist eine prächtige Kulisse: Edle blaue Samtsessel und ein goldener Vorhang zieren das Studio 3 der Kinemathek Karlsruhe. Vor acht Jahren wurde der Kinosaal aus den 1950er-Jahren grundlegend saniert. Das Raum- und Farbkonzept blieb jedoch erhalten – der Saal funkelt nun an vielen Stellen.

An diesem Abend haben sich Christine Reeh-Peters, Jens Geiger und Michael Endepols zum Ende unseres Gesprächs ein Platz vor der Leinwand ausgesucht. Bevor gleich ein Kurzfilm aus Kenia zu sehen sein wird, soll im noch leeren Saal ein gemeinsames Foto mit den drei Verantwortlichen der Kinemathek Karlsruhe entstehen. Alles läuft reibungslos, innerhalb weniger Minuten habe ich verschiedene Motive auf meiner Speicherkarte. Es ist das erfolgreiche Ende einer netten Begegnung. Weiterlesen »

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25. Februar 2018

Heimat: “Ein Abend mit Arthur Metz im Family Tree Shop”

Design trifft zeitgenössische Kunst

Ein Sommerabend an der Alb, die Sonne geht langsam unter, junge Menschen stehen lose zusammen, haben einen guten Abend. Es ist eine Szene von Claudia Kappenbergers Geburtstagsfeier, die Arthur Metz auf seinem Aquarell festgehalten hat. Die Besitzerin des Family Tree Shops und der Künstler aus Frankreich sind seit zwei Jahren befreundet. Nun haben sie sich beruflich zusammengetan. Bis zum 10. März ist eine Auswahl von Arthur Metzs Aquarellen in dem Einrichungs- und Accessoireladen in der Rüppurrer Straße 25 zu sehen – zwischen exklusiven Hockern, Keramikgeschirr und Leuchten. Zeitgenössische Kunst trifft so auf Produkte von jungen Designern.

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21. Februar 2018

Heimat: Ein Nachmittag mit Constanze Zacharias im Franz-Rohde-Haus”

Ein Kunstabend im leerstehenden Altenheim

Das Licht im Flur flackert unaufhörlich, der Fahrstuhl setzt sich von alleine in Bewegung und fährt unaufgefordert seine Touren nach oben und unten. Als ich am Wochenende zum ersten Mal das Franz-Rohde-Haus in der Dragonerstraße 4-6 betrete, fühle ich mich wie in einer skurrilen Filmkulisse: Ein Piano steht einsam mitten in einem Zimmer. Sonnenschein fällt an diesem Nachmittag durch die Fenster, erhellt die Räume, schmückt die Leere mit Licht. Chorale Klänge erfüllen außerdem das Erdgeschoss.

Am 2. März findet im Franz-Rohde-Haus eine Vernissage mit Jazz und elektronischer Musik statt. “Reanimation” lautet der Titel des Abends, für den die Karlsruher Künstlerin Constanze Zacharias gerade alles vorbereitet und organisiert. Beginn ist um 19.30 Uhr. Weiterlesen »

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18. Februar 2018

Schmöker: “Unorthodox” von Deborah Feldman

 

Flucht aus einer streng religiösen Gemeinschaft

Keine englischen Bücher, kein Fernseher, keine Jeans: Deborah Feldman wächst im New Yorker Stadtteil Williamsburg in einer chassidischen Satmarer-Gemeinde auf – einer der strengsten ultraorthodoxen jüdischen Gruppen überhaupt. Ihr Leben ist von religiösen Regeln durchzogen, Freiheiten gibt es keine. Das heißt: Frauen müssen sich strikt unterordnen, Bildung spielt keine Rolle, Ehen werden arrangiert. In „Unorthodox“ erzählt Deborah Feldman nun ihre persönliche Geschichte, von der Kindheit bis zu ihrer Flucht als Erwachsene aus der Gemeinde.

Ihre Autobiografie ist aber keineswegs eine wütende Abrechnung, sondern eine mitreißende Geschichte, die sehr präzise das Leben der chassidischen Menschen beschreibt. Deborah Feldman wertet nicht, vielmehr lässt sie die Fakten nüchtern für sich sprechen. Das genügt, um sich ein Bild zu machen, wie eng die Welt der Satmarer ist – und wie unfassbar mutig die Autorin war, ihre Koffer zu packen und auszubrechen. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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