10. August 2019

Heimat: “Tanzen”

Mein Leben ist ein zeitgenössischer Tanz

Wenn es an manchen Tagen um mich herum wütet, tobt und schreit, stelle ich mir immer vor, dass das Leben ein Tanz ist. Also nicht so ein Salsa-, Rock ‘n’ Roll- oder Swing-Rumgehüpfe. Nein, vielmehr denke ich an einen zeitgenössischen Tanz mit Dramatik, mit wilden Gestiken, Emotionen, Körpern, die sich ausdrucksstark über den Boden rollen, sich winden, drehen, wieder aufstehen, weitermachen.

Ein Lebensentwurf nach Plan – nicht für mich!

Die Tür zur Tanzschule öffnete sich vor zehn Jahren für mich. Noch im Studium war ich mir sicher: Alles ist planbar, zu kontrollieren, es ist möglich, eine geregelte Kursabfolge einzuhalten, einen Schritt nach dem anderen zu erlernen. Anfänger – Fortgeschrittene – Meister.

Scheitern? Stand nicht auf meinem Plan. Alles ist möglich, wenn ich mich nur anstrenge, diszipliniert bin. Schließlich hatte ich die besten Voraussetzungen für ein solides Leben: Einen festen Freund, eine gemeinsame Wohnung, ein Auto. Es war ein Spiegelbild dessen, wie die meisten Menschen um mich herum ihren Alltag planen. Haus, Heirat, Kinder. Auch der feste Job direkt nach dem Studium war greifbar.

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31. Juli 2019

Kurioses: “Mittagspause”

Zwischen Haifischbecken und Bällebad

Mittagspausen sind ein Mysterium für mich. Sozusagen eine Mischung aus Haifischbecken und Bällebad. Monologe von Selbstdarstellern, Lästereien über Kollegen oder amüsante Smalltalks – in den vergangenen Jahren habe ich bereits Einiges erlebt.

Büro ist Krieg

Die Erkenntnis, welche Fallstricke Mittagspausen mit sich bringen können, überrollte mich rasant. Völlig unvorhergesehen, völlig überraschend. Eine kollektive Nahrungsaufnahme mit Kollegen – es schien mir zunächst ein Klacks. Mein früheres Ich war beim Berufsstart voller Optimismus.

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21. Juli 2019

Schmöker: “Die Geschichte der Baltimores” von Joël Dicker

Die Geschichte der Baltimores: Ein spannender Roman über eine Familie

Es gibt Autoren, denen vertraue ich blind. Von ihnen kaufe ich Romane, ohne eine geringste Ahnung davon zu haben, um was es geht. Jonathan Franzen, Siri Hustvedt, Hanya Yanghiara oder Benedict Wells gehören dazu – und Joël Dicker. Von ihm las ich vor einigen Jahren „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“. Ein Buchhändler hatte mir den spannenden Wälzer empfohlen. In Rekordtempo verfolgte ich den Fall um die vermisste Nola, erzählt aus der Perspektive des Protagonisten Marcus Goldmann. Ich versank komplett in diese gut konstruierte Geschichte.

Marcus Goldmann ist nun auch im Nachfolgewerk „Die Geschichte der Baltimores“ Dreh- und Angelpunkt. Wieder spielt das Geschehen in den USA. Dieses Mal an verschiedenen Schauplätzen: in Baltimore (Maryland), in Montclair (New Jersey) und in der Stadt Boca Raton, die im sonnigen Florida liegt.

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14. Juli 2019

Heimat: “Ein Morgen mit Alexander Suvorov-Franz und Nathalie Franz in der Fürstengruft”

“Fürstengruft”: Eine Ausstellung in der Stadtkirche Karlsruhe

Am Ende des Gangs befindet sich die Gruft. Noch liegt sie im Dunkeln. Als der Künstler Alexander Suvorov-Franz aber auf einen Lichtschalter drückt, ist der schummrige Raum plötzlich erleuchtet. Mein Blick fällt sofort auf den Sarg, der darin steht, umrahmt von Blumen, die schon ein wenig verstaubt aussehen. „Die sterblichen Überreste von Friedrich Weinbrenner sind darin“, erzählt mir Alexander, der mich an diesem Samstag in die Krypta der Stadtkirche Karlsruhe eingeladen hat.

Der Anlass: Alexander Suvorov-Franz koordiniert im Gewölbe der Stadtkirche Karlsruhe mit seiner Frau Nathalie Franz den Aufbau der Ausstellung „Fürstengruft“, die am kommenden Mittwoch, 17. Juli, offiziell eröffnet. Insgesamt 23 junge Künstler, von denen viele an der Kunstakademie Karlsruhe studieren oder dort Meisterschüler waren, werden bis Freitag, 26. Juli, auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern ihre Arbeiten zeigen. „Fürstengruft“ ist ein Kooperationsprojekt der Citypastorale der evangelischen Stadtkirche Karlsruhe und einer Studierenden-Initiative der Kunstakademie Karlsruhe.

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1. Juli 2019

Heimat: Ein Nachmittag mit Lisa Bergmann und Judith Milz”

Kirche St. Franziskus Dammerstock

“Der gefaltete Raum”: eine Ausstellungsreihe im Stadtkloster St. Franziskus

Ein knallgelber Sonnenschirm ragt aus dem Fenster hoch oben am Turm der St. Franziskus Kirche in Dammerstock. Nur wenige Meter von ihm entfernt flattern Kleidungsstücke im Wind – an einer Wäscheleine, die Künstlerin Judith Milz für ihre Ausstellung „esercizi di allentamento“ aufgehängt hat. Um sie zu befestigen, bohrte sie extra Löcher in den Turm. So hängen ihre profanen Kleidungsstücke nun neben der Leine, an der die Putzfrau die heilige Wäsche aufhängt.

Der Sonnenschirm und die neue Wäscheleine: Es sind nur zwei von mehreren Irritationspunkten, die von der Straße beziehungsweise vom gegenüberliegenden Spielplatz in Dammerstock schnell ins Auge fallen. Im Klostergarten stehen außerdem an den verschiedensten Orten Stühle, nebeneinander, aufeinander. Rund um die Kirche hängen weitere farbige Stoffteile aus den Fenstern, ziehen Blicke auf sich, strahlen bis hin zur vielbefahrenen Autobahnbrücke. „Immer wieder kommen Menschen vorbei und fragen mich, was es damit auf sich hat“, erzählt mir Judith. Das Interesse freue sie sehr.

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24. Juni 2019

Heimat: Ein Nachmittag mit Ondine Dietz und Hannes Jung in der Fledermaus”

Ein Kunstfestival in Karlsruhe: “10 Tage – 10 Räume”

Vorbei an der Dorfschänke und dem SPD-Parteibüro, ganz nahe an der Brunnenstraße liegt „Die neue Fledermaus“. Nicht nur die Fassade der alternativen Kleinkunstbühne ist bunt. Auch als ich ihr Innerstes betrete, gelange ich in eine farbenfrohe Welt. Ein Vintage-Sofa steht dort auf Teppichen, die aus einem anderen Jahrhundert stammen, ein Kronleuchter baumelt an der Decke und eine antike Schirmlampe lehnt ein wenig schief an einem Regal.

„Schön, dass du da bist“, empfängt mich Ondine Dietz herzlich. Sie hat mich eingeladen, um mir mehr über das Kunstfestival „10 Tage – 10 Räume“ zu erzählen. Die Veranstaltung findet ab Donnerstag, 27. Juni, in Karlsruhe statt. Nicht zentral an einem Ort, sondern verteilt über das gesamte Stadtgebiet.

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16. Juni 2019

Heimat: Autofrei

Abschied vom Auto

Es war zwei Tage vor meinem Geburtstag, als ich im vergangenen Jahr beschloss, Abschied von meinem Auto zu nehmen. Das letzte Mal sah ich den kleinen, grauen Flitzer auf dem Parkplatz eines Supermarkts. Es war ein Samstag, ein Samstagmittag.

Mit einer Einkaufsliste in der Hand, war ich kurz davor zielstrebig durch die Gänge des Konsumtempels marschiert, hatte alle Utensilien, die für eine Geburtstagsparty wichtig sind, galant in meinen Einkaufswagen geworfen. Sekt, Chips und Gummibärchen. Eilig war ich damit Richtung Kasse gekurvt.

Ich stand ein wenig unter Zeitdruck. Nur eine Stunde später musste ich am Hauptbahnhof sein – bereits vor Wochen hatte ich einer ehemaligen Kollegin versprochen, sie in Mannheim zu besuchen, die Spar-Tickets über die App waren bereits gebucht. Man könnte sagen, mein Zeitmanagement war an diesem Tag ein wenig risikofreudig. Abweichungen: nicht vorgesehen.

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5. Juni 2019

Heimat: “Ein Nachmittag mit Daniel Bollinger”

Das ist Daniel. Von ihm kommen auch alle Bilder.

Karlsruhe: Ein Wohnzimmerkonzert bei Daniel Bollinger

Versteckt in einem Hinterhof in der Karlsruher Südstadt, abseits des Trubels am Werderplatz, hat es sich Daniel Bollinger schön gemacht. In seiner mehrstöckigen Wohnung versammeln sich Dinge, die sein Leben ausmachen, ihn prägen, ihn widerspiegeln. Bücher, Bilder, Blumen. Eine Leiter aus dunklem Holz lehnt im großen Wohnraum im Erdgeschoss an einer Ecke, ein großer Stern hängt an der Decke, auf einem kleinen Schränkchen steht ein Plattenspieler. In diese Kulisse lädt er am Donnerstag, 13. Juni, zu einem Wohnzimmerkonzert ein. Zu Gast: Das Duo Loulou, das besteht aus der Sopranistin Lisa Ströckens und dem Jazz-Kontrabassisten Stephan Goldbach.

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1. Juni 2019

Heimat: Ein Nachmittag mit Lena Angenleuf von “LA frisør & co”

Das ist Lena.
Das ist Lena.

Lenas Laden: LA frisør & co. in Karlsruhe

Hübsche Holzmöbel, eine dunkelgrüne Kommode, ausgefallene Lampen und ein Waschbecken, vor dem ein kleiner orientalischer Teppich liegt: Als Lena Angenleuf vor knapp zwei Jahren begann, ihren eigenen Laden in der Werderstraße 23 einzurichten, ging ein Traum für sie in Erfüllung. Welche Farben harmonieren, welche Stoffe passen zusammen? Die Karlsruherin tobte sich bei der Inneneinrichtung aus, ließ sich von unzähligen Pins auf Pinterest inspirieren und verband zwei ihrer Leidenschaften miteinander: die Liebe zu schönen Dingen und zu Frisuren. Das Ergebnis: „LA frisør & co.“, eine kleine Oase am trubeligen Werderplatz.

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14. Mai 2019

Schmöker: “Der größere Teil der Welt” von Jennifer Egan

Eine wilde Reise durch Zeit & Raum

Als ich „Der größere Teil der Welt“ zu lesen begann, ahnte ich nicht, auf welch wilde Reise mich Autorin Jennifer Egan mitnehmen wird. Innerhalb weniger Tage schwirrte ich von den 1970er-Jahren in die Zukunft, von San Francisco nach Neapel und dann ging es auch noch in die Wüste. Meine Reiseführer: Bernie Salazar, ein Musikproduzent sowie Ex-Punk und Sasha, seine adrette Assistentin mit kleptomanischen Zwängen.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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