15. Juni 2017

Kurioses: “Homie”

 

Lieber C.,

du bist seit sechs Monaten mein liebster Homie. Bevor du auf die Welt kamst, haben deine Mama und ich ganz schön viel Schabernack getrieben – und einige schräge Vögel kennengelernt. Damit meine ich nicht diese Tiere, die durch die Luft flattern, nein, ich meine komische Männer, die nicht wissen, wie man sich Damen gegenüber verhält.

Da wir uns beide ja sehr regelmäßig sehen, ist es mir ein Anliegen, dass du mal nicht zu diesen Chaoten gehörst – sondern zu den Guten. Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie ich dich dabei unterstützen kann:

1) Die Welt braucht nicht nur Checker!

Du musst keine überdrehten Sprüche reißen und cool sein, um einer Dame zu imponieren. Es gibt ganz schön viele Frauen, die mögen auch leise Männer. Ihnen kannst du von Büchern erzählen, von Musikbands oder von Dingen, die du im Leben beobachtet hast. Interessiert sie das alles nicht, bist du keineswegs falsch, sondern es passt einfach nicht zwischen euch. Mach dir dann keinen Kopf, es kommt bestimmt bald die Nächste.

Wenn du aber keineswegs schüchtern bist, sondern gerne laut und mit viel Freude Witze und Geschichten erzählst, ist das natürlich auch okay. Dann hau raus. Es ist immer nur wichtig, du selbst zu sein, Eine aufmerksame Lady merkt es nämlich, wenn du ihr wochenlang etwas vorspielst. Und außerdem: Das ist ganz schön anstrengend. Weiterlesen »

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11. Juni 2017

Fernweh: “Traumhaftes Tel Aviv – ein Tag in Jaffa”

Kontraste in Jaffa

Es ist wie eine Reise in eine andere Welt: Als wir an unserem dritten Tag einen Spaziergang nach Jaffa starten, fallen uns schnell die Unterschiede an der Standpromenade auf. Je weiter wir vom Norden in den Süden Tel Avivs kommen, desto mehr Frauen tragen Kopftücher und liegen in langen Gewändern auf dem feinen Sand – während spärlich bekleidete Herren daneben auf dem Skateboard ihre Tricks üben. Ein Multi-Kulti-Strand sozusagen.

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4. Juni 2017

Schmöker: Ein Abend mit Philipp Winkler und ‘Hool’ im Kohi”

Foto: Kat Kaufmann

„Hauptsache es gibt Backenfutter“

Es geht Schlag auf Schlag, die Spannung ist sofort da. Adrenalin, Dynamik und Spannung. „Hool“ beginnt furios und verliert auf den folgenden 300 Seiten keineswegs Kraft. Der Debütroman von Philipp Winkler hat mich umgehauen, an mehreren Stellen saß ich beim Lesen einfach nur auf meinem Bett und war erschüttert – von Heiko, seinem Leben und seiner Wahl-Familie, den Hooligans aus Hannover. „Hool“ ist ein tieftrauriges Buch, das mich berührt, gefesselt und vor allem sprachlich sehr beeindruckt hat.

Wie viel in „Hool“ ist wahr, was Fiktion? Sechs Monate hat Philipp Winkler für seinen Debütroman in der Hooligan-Szene recherchiert. Er tauchte darin ab und sammelte Material. Als er vor einigen Wochen im Kohi in Karlsruhe eine Lesung gibt, wirkt er zurückhaltend, in sich gekehrt. „Insgesamt vier Jahre habe ich an ,Hool’ geschrieben“, erzählt der Autor, der unter anderem Literarisches Schreiben in Hildesheim studiert hat. Die Arbeit hat sich ausbezahlt, er landete mit seinem Debüt auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und bekam den Aspekte-Preis. Weiterlesen »

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28. Mai 2017

Heimat: “Ein Nachmittag im Lebowski”

Trauer über das Carambo-Aus

Als ich hörte, dass das Carambo schließt, stand meine Welt kurz still. Erinnerungsfetzen blitzten wild in meinem Kopf auf – von all den durchtanzten Nächten zwischen Vintagesofas, abstrakten Kunstwerken und Billardtischen. Von den Knutschereien mit mehr oder weniger bekannten Gesichtern und den Nacht-Flohmärkten. Das Carambo war meine erste Anlaufstelle, als ich vor neun Jahren nach Karlsruhe zog – nur fünf Minuten von meiner ersten WG entfernt, war es schnell wie ein Wohnzimmer, in dem das Wochenende schon mittwochs begann.

Die Nachricht, dass es nun für immer seine Türen schließen wird, machte mich traurig, melancholisch, wehmütig. Auch wenn ich bereits seit drei Jahren kaum mehr dort gewesen war, hatte diese endgültige Nachricht doch etwas Schweres, Endgültiges, zack, aus, vorbei.

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20. Mai 2017

Kurioses: “WG – Liebe”

Love- and Sex-Vermittlerin

In meiner Zeit in WGs hätte ich als Partner- oder One-Night-Stand-Vermittlerin reich werden können. So oft wie mich in dieser Zeit Freundinnen besuchten – das war rekordverdächtig. Der Grund für ihre Besuche: meine durchaus adretten Mitbewohner.

Es begann bereits wenige Tage, nachdem ich in die nette Vierer-WG neben der KSC-Kneipe eingezogen war. Es war August und eine Freundin aus einer anderen Stadt, die gerade Single war und Semesterferien hatte, hing gerne bei mir ab.

Wir schliefen lange, saßen tagsüber auf dem Balkon und gingen feiern. Auch einer meiner Mitbewohner leistete uns gerne Gesellschaft. Er trank Wein mit uns, war mit uns in den Clubs, groovte über die Tanzfläche und sorgte für gebrochene Herzen. “Ich mag ihn”, gestand mir dann meine Freundin. Nur, was wolle er? Knutschen, ja oder nein? Ich wusste es auch nicht. Ratlosigkeit herrschte. Weiterlesen »

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15. Mai 2017

Fernweh: “Traumhaftes Tel Aviv”

Sehnsuchtsort: Israel

Der Abschied von Israel fällt mir schwer. Eine große Melancholie überkommt mich, als wir am Abend vor unserem Rückflug mit dem Taxi durch die Straßen Tel Avivs sausen. Kurz vor 20 Uhr ist wegen des Gedenktags für die Soldaten, dem Yom HaZikaron, bereits alles geschlossen – auch die Supermärkte, Kneipen und Restaurants. Die Rollläden sind unten, alles wirkt gespenstisch, vereinsamt, leer. Es ist ein unglaublicher Kontrast zu der sonst so geselligen Stimmung, zu den fröhlichen Menschen in und vor den Restaurants, zu dem munteren Treiben auf den Straßen und der Party am Strand. Stille. Nur die Sirenen ertönen später. „So kann ich nicht Abschied nehmen von dieser wunderbaren Stadt, ich muss ganz schnell wiederkommen“, dieser Gedanke ploppt in meinem Kopf auf, bleibt, bis heute.

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6. Mai 2017

Heimat: “Ein Abend bei Susanne in der ‘Offenen Küche'”

Alle Fotos sind von Sebastian Heck.

Gemeinsames Essen mit Unbekannten

Eine grüne Quiche mit Spargel, Lauch und Erbsen steht neben einem Quinoa-Kichererbsen-Salat auf dem rustikalen Holztisch. Geröstete Karotten liegen mit Cashews auf einer länglichen Schale. Auf dem Herd wartet ein großer Topf, in dem der Inhalt munter vor sich hin köchelt. „Darin ist ein afrikanischer Eintopf mit Süßkartoffeln, Linsen und Spinat“, erzählt Susanne, als wir alle in ihrem Esszimmer Platz genommen haben und mit Begeisterung auf die Leckereien blicken, die sie für uns gezaubert hat. Es sieht fantastisch aus.

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17. April 2017

Heimat: “Wehmut”

So viele Erinnerungen

Meine Mutter feierte vor kurzem einen runden Geburtstag. Mein Vater hatte ihr deshalb eine zehnminütige Bildershow zusammengestellt, bei der Fotos aus zahlreichen Jahrzehnten auf einem Bildschirm aufblitzten. Erinnerungen aus ihrer Kindheit, von meinem Bruder und mir als wir klein waren und aktuelle Aufnahmen. Es kam völlig unerwartet, aber eine riesige Wehmut überfiel mich, packte mich, ließ mich nicht mehr los. Die Zeit rast. Es wurde mir wieder so klar, dass alles im ständigen Wandel und vergänglich ist – und ich die Zeit, in denen es uns allen in der Familie gut geht, so sehr schätzen muss. Weiterlesen »

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16. April 2017

Melodien: “Ein Abend mit Magnus Sauer von ,The Tremolettes'”

Das ist Magnus. Foto: David Becker

Ein Konzert bei „Die Anstoß“

Stuttgart, Konstanz, Basel, Karlsruhe. Sieben Tage, vier Konzerte mit „The Tremolettes“ – es ist eine spannende Woche für Magnus Sauer. „Zum ersten Mal spielen wir live unsere neuen Songs“, erzählt mir der 26-Jährige, als wir uns am Werderplatz treffen und ein Feierabend-Getränk zusammen trinken. Erst vor wenigen Wochen waren die vier Musiker in einem Stuttgarter Studio und haben die Lieder für ihr erstes Album eingespielt. „Nun sind wir gespannt, wie sie beim Publikum ankommen“, sagt Magnus, der in der Band auf die Tasten der elektronischen Orgel haut.

Soul meets Darkness

Bei „The Tremolettes“ zieht sich ein düsterer Grundton durch die soulige Musik. „In unseren Songs tauchen immer wieder psychedelische Elemente auf“, beschreibt Magnus. Das klingt aber schwerer als es ist. Denn es groovt ganz schön, wenn die vier Jungs an ihren Instrumenten loslegen. In Karlsruhe sind sie am kommenden Donnerstag, 20. April, ab 19 Uhr im Projektraum von „Die Anstoß“ in der Fritz-Erler-Straße 7 zu hören. Der Eintritt ist frei, Spenden möglich. Weiterlesen »

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9. April 2017

Heimat: “Ein Abend bei Hasan und David von ,The Black Dog'”

Das sind David, Hasan und Juan (von links). Alle Bilder sind von Sebastian Heck.

Verrückte Hotdogs!

Mit eindringlichem Blick steht er vor der Eingangstür, schaut jeden Besucher still an, wacht genau über sein Zuhause, den kleinen Hotdog-Laden „The Black Dog“ im Passagehof nahe der Kaiserpassage. Stolz sieht er aus, eine silberne Kette baumelt um seinen steinernen Hals und Oberkörper, verbindet ihn mit der Tür. „Das ist unser Maskottchen, Karabasch heißt es, benannt nach dem türkischen Hirtenhund, der seine Herde beschützt“, erklärt mir David von „The Black Dog“, als ich dort vor einigen Tagen vorbeischaue. Es ist Karabasch, der Zweite. „Sein Vorgänger wurde uns kurz nach der Eröffnung direkt vor dem Laden gestohlen – wir konnten es gar nicht fassen, dass uns jemand quasi vor den Augen unser Maskottchen klaut“, sagt David und schaut verständnislos.

Das ist Karabasch.

Ansonsten läuft es bei „The Black Dog“ aber reibungslos. Seit sechs Monaten gibt es in dem Passagehof nun schon Hotdogs in den verrücktesten Varianten – mit Auberginen, Kartoffeln, Möhren oder geriebenem Schafskäse. Mit klassischem Würstchen, vegetarisch oder vegan. Hinter dem Laden steht Hasan, ein Koch aus Berlin, der schon in Kreuzberg Hotdogs verkaufte. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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