30. März 2020

Schmöker: “Der Club” von Takis Würger

Spannend & zart zugleich: “Der Club” von Takis Würger

Spannend wie ein Krimi, aber gleichzeitig so zart geschrieben, dass jeder Satz eine Wohltat ist: Den Roman „Der Club“ von Takis Würger habe ich innerhalb nur weniger Tage gelesen. Es ist ein Buch, das mich sanft, aber mit unglaublicher Kraft mitten rein ins Geschehen zog und gedanklich weit von meiner Couch fortschleifte: zu den kriminellen Machenschaften eines elitären Clubs an der Universität in Cambridge.

Weiterlesen »
keine Kommentare
21. März 2020

Heimat: Ein Interview mit Caroline Götz vom Projekt “Sharing is caring”

“Sharing is caring”: Ein Hilfsprojekt aus Karlsruhe während der Coronakrise

Der Kühlschrank ist leer, der Geldbeutel leider auch? Hunger, aber Angst, das Haus zu verlassen, weil man selbst zur Risikogruppe gehört?

Für all die Menschen, die derzeit selbst nicht in den Supermarkt gehen können, hat Caroline Götz nun ein soziales Projekt gestartet: “Sharing is caring”. Die Doktorandin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Dozentin am “House of Competence” möchte auf der Plattform Menschen zusammenbringen, die Hilfe geben und benötigen – in Karlsruhe, aber auch bundesweit. Ich habe mit ihr über “Sharing is caring” geschrieben.

Weiterlesen »
keine Kommentare
19. März 2020

Melodien: Ein Gespräch mit Florian Vitez von “Reposit Entertainment”

Das sind Flo (links) und Dominik von Reposit Entertainment (Credit: Christian Metzler)

Coronavirus: Was bedeutet das für die Musikszene?

Sie vereinen Management-Dienstleistungen, Publishing und Veranstaltungsorganisation unter einem Dach: Florian Vitez und Dominik Willisch stehen hinter „Reposit Entertaiment“. Während Florian von Karlsruhe aus die Musikprojekte regelt, lebt Dominik in Berlin und arbeitet von dort aus. Ich habe Florian gefragt, wie sich das Coronavirus auf ihren beruflichen Alltag auswirkt und wo er die größten Herausforderungen derzeit sieht.

Weiterlesen »
keine Kommentare
17. März 2020

Schmöker: “Fabian” oder “Der Gang vor die Hunde” von Erich Kästner

“Der Gang vor die Hunde”: ein starkes Buch!

Arbeitslose Männer auf der Suche nach Sinn, eine pulsierende Berliner Unterwelt und ein erstarkender Rechtsextremismus: Erich Kästner hatte ein unfassbar gutes Gespür für die gesellschaftlichen Verhältnisse, als er Ende der 1920er-Jahre „Der Gang vor die Hunde“ schrieb.

Er zog dabei alle Register und brachte die „anatomische Verschiedenheit der Geschlechter“ so genau auf den Punkt, dass der Verlag den Roman zunächst nur zensiert veröffentlichte – und auch den Titel änderte: Aus „Der Gang vor die Hunde“ wurde „Fabian“. Erich Kästner kommentierte sein Werk mit diesen Worten: „Dieses Buch ist nicht für Konfirmanden, egal wie alt sie sind.“

Weiterlesen »
keine Kommentare
12. März 2020

Schmöker: “Der weiße Tiger” von Aravind Adiga

Ein Roman mit Herz: “Der weiße Tiger” von Aravind Adiga

Vom Sohn eines armen Rikschafahrers zum Denker und erfolgreichen Unternehmer: Der Inder Balram Halwai erzählt in sieben Nächten seine Lebensgeschichte – mittels Briefen an den chinesischen Ministerpräsidenten. Er berichtet, wie er als junger Mann den Sprung aus einem kleinen Dorf nach Delhi schaffte, dort reiche Männer im Honda durch die Großstadt fährt und dabei zum Mörder wird. Weiterlesen »

keine Kommentare
2. März 2020

Heimat: Ein Nachmittag mit Vicky von “Mari Moosplaneten”

Das sind die Moosplaneten. Credit: Mari Moosplaneten

“Mari Moosplaneten” öffnet in Karlsruhe

Er hat wenige Ansprüche und ist pflegeleicht: Fat Fred ist ein umgänglicher Zimmergenosse. Nur gelegentlich benötigt er etwas zu trinken und ein wenig Licht. Auch das Alleinsein macht ihm nichts aus. Bis zu drei Wochen lange speichert er Wasser in seinen Blättern – und das, obwohl er am liebsten in der Sonne chillt. „Fred war unsere allererste Kreation“, erzählt mir Vicky von Mari Moosplaneten, als ich sie am Wochenende in ihrem Laden in der Karlsruher Südweststadt besuche.

Das ist Fred. Credit: Mari Moosplaneten
Weiterlesen »
keine Kommentare
22. Februar 2020

Schmöker: “Oh, Simone!” von Julia Korbik

„Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“

An diesen Satz von Simone de Beauvoir musste ich vor wenigen Tagen denken, als ich auf einen Stapel Kindermagazine für Mädchen blickte. Überall blitzte und blinkte es in Rosa. Kleine Glitzer-Accessoires waren dabei und ein Zauberstab von Bibi Blockberg – natürlich auch in Pink. Die Ausgaben für Jungs waren dagegen fast schon düster. Die Cover: verstärkt in Braun- und Dunkelgrüntönen gehalten. Als Gimmicks gab es Lego- und Playmobilfiguren oder eine Detektiv-Lupe.

Als ich meinen Blick darüber schweifen ließ, spürte ich, wie mein Unverständnis wuchs. „Das gibt es doch einfach nicht“, hämmerte es in meinem Kopf. Wie plakativ können selbst heute noch Unterschiede für Mädchen und Jungen sein. Warum gibt es solche geschlechtsspezifischen Magazine überhaupt noch? Spielen nicht auch kleine Damen gerne mit Lego oder erkunden mit Lupen die Welt? Und was ist mit den Jungs, die auf Rosa stehen? Sind sie dann Außenseiter?

Weiterlesen »
2 Kommentare
15. Februar 2020

Flimmerkasten: “Little Women”

“Little Women”: Greta Gerwigs neuester Film

„Machen Sie es kurz und pikant. Und wenn die Hauptfigur eine Frau ist, sollte sie am Ende verheiratet sein.“ Als Nachwuchsschriftstellerin Jo March (Saoirse Ronan) dem Verleger in seinem Büro gegenübersitzt, ihm ihre Geschichte anbietet, macht er ihr klar, was die Menschen im 19. Jahrhundert lesen wollen: Eine romantische Liebesgeschichte, die ihre Erfüllung in der Ehe findet. Ende gut, alles gut. Oder?!

Nicht ganz. Für die widerspenstige Jo ist das völlig unverständlich. Sie selbst strebt nach einem freien Leben – ohne Abhängigkeit von einem Mann.

Jo steht im Mittelpunkt von „Little Women“, dem neuesten Film von Greta Gerwig. Von ihr bin ich seit „Frances Ha großer Fan. Neben Lena Dunham ist sie für mich eine Lichtgestalt in der künstlichen Hollywood-Blase – starke Frauen mit kritischen Gedanken und interessanten Projekten.

Weiterlesen »
keine Kommentare
9. Februar 2020

Schmöker: “Der Distelfink” von Donna Tartt

Distelfink

“Der Distelfink” von Donna Tartt: Wohltat für Herz und Verstand

Eine Wohltat für Herz und Verstand: Donna Tartt hat mich mit ihrem Roman “Der Distelfink” zutiefst begeistert. Entwicklungsroman, Kunst-Krimi, Milieu-Studie: Sie verbindet in ihrer berührenden Geschichte verschiedene Genres. Durch diese Vielseitigkeit sind selbst die mehr als 1.000 Seiten keine Herausforderung für mich gewesen. Einzig das Ende fällt ein wenig ab. Im Gesamten ist das Buch aber großartig! 

Ein Terroranschlag verändert Theos Leben

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Theodore. Als er als kleiner Junge mit seiner Mutter in einem Museum ist, ereignet sich dort ein Terroranschlag. Seine Mutter stirbt. Damit nicht genug: Der Junge nimmt verbotenerweise ein bedeutendes Gemälde mit aus dem Museum und versteckt es. Es ist ein Wendepunkt in seinem Leben. Mit jedem Jahr, das folgt, kommt er mehr vom geraden Weg ab.

Eine Entwicklungsgeschichte!

13 Jahre alt ist Theo zu Beginn der Handlung, gegen Ende wird er ein junger Erwachsener sein. Diese Entwicklung beschreibt Donna Tartt genau. Als Leserin konnte ich Theo beim Erwachsenwerden zusehen – ein oft schmerzlicher Prozess.  Da die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt ist, entwickelte ich schon von der ersten Seite an ein unglaublich enges Verhältnis zu ihm. Aber nicht nur zu ihm: Donna Tartt beschreibt auch die Menschen, denen er begegnet, bis ins kleinste Detail. Sowie die Landschaften, Häuser und Räume in New York und Las Vegas, wo die erste Hälfte des Romans spielt. Ein Kopfkino entwickelt sich von ganze alleine – in den buntesten Farben.

Pulitzer-Preis für den “Distelfink”!

“Der Distelfink” ist außerdem ein Kunstkrimi. Durch den Diebstahl des Bildes rutscht Theo im Laufe der Zeit in schräge Geschäfte und verlässt das seriöse Leben. Das Besondere an diesem Buch ist aber kein überladener Plot. Vielmehr schafft Donna Tartt allein mit ihren ganz alltäglichen Beschreibungen eine unglaubliche Dynamik. Dadurch entsteht eine interessante Milieustudie der modernen amerikanischen Gesellschaft.

Es ist die Kombination all dieser Elemente, die den Roman so interessant und facettenreich machen. Donna Tartt schreibt außerdem so wunderbar einfach, dass ich den “Distelfink” ohne Mühe und Anstrengung lesen konnte – trotzdem aber soviel Interessantes und Kluges erfuhr. 

Die Amerikanerin hat für diesen Roman den Pulitzer-Preis erhalten. Völlig zurecht.

2 Kommentare
8. Februar 2020

Fernweh: “Limoncello in Limone am Gardasee”

Ein Ausflug nach Limone

Das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, kam mir nachts um 4 Uhr. Es war ein kalter Februartag, dick eingepackt lag ich in meinem Bett, nur das matte Laternenlicht von der Straße fiel in mein dunkles Zimmer. Wo ist dieser Bahnhof in Limone? In meinem Kopf ratterte es. Ich tastete nach meinem Handy auf dem Nachttisch, deaktivierte den Schlafmodus, setzte meine Brille auf und schrieb meiner Freundin eine Nachricht: „Wir müssen unsere Zugverbindung nochmals checken, ich habe ein ganz komisches Gefühl – wirklich, ein ganz komisches.“

Pool, Pizza und Pasta

Die Schnapsidee, eine Woche lang als Profi-Touris am Gardasee zu chillen, war uns zu später Stunde beim Abendessen in einem italienischen Restaurant gekommen. „Lass uns irgendwo hinfahren, wo es gemütlich ist“, hatte ich zu meiner Freundin gesagt. “Cose della vita”. Eros Ramazzotti trällerte im Hintergrund seine Schnulzen, ließ unser Kopfkino anspringen. Gemeinsam überlegten wir: Wie wäre ein entspannter Urlaub in Norditalien. Ohne Partys. Einfach nur Pool, Pizza und Pasta?

Weiterlesen »
keine Kommentare

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Newsletter abonnieren
Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@miriam_steinbach