26. November 2016

Flimmerkasten: “Paterson”

Eine Wohltat, dieser Film!

Busfahrer Paterson (Adam Driver) dichtet am liebsten am Wasserfall. Dort setzt er sich auf eine Bank, packt ein kleines Notizbuch aus seiner klobigen Tasche, zückt einen Stift und schreibt seine poetischen Gedanken nieder. Er denkt dabei an Laura (Golshifteh Farahani), seine Ehefrau und Muse. Mit ihr führt er ein beschauliches Leben in einer amerikanischen Kleinstadt, die ebenfalls Paterson heißt. Sieben Tage lang zeigt Regisseur Jim Jarmusch in seinem neuesten Film „Paterson“ das Leben des poetischen Busfahrers. Vom frühen Aufwachen kurz nach sechs Uhr bis hin zum Gute-Nacht-Bier in der Kneipe. Das ist an Handlungsarmut kaum zu überbieten, eine Dramaturgie ist nur rudimentär vorhanden. Das macht aber gar nichts: „Paterson“ ist ein wunderschöner Film, der trotz der fehlenden Dynamik keineswegs langatmig ist. Im Gegenteil: Es ist eine große Wohltat, dieses entschleunigte und so liebevoll gestaltete Werk von Jim Jarmusch zu schauen. Weiterlesen »

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18. November 2016

Heimat: “Ein Abend mit Paul Gärtner und dem Karlsruhe Kalender”

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Ein Kalender aus und für Karlsruhe!

Pink mischt sich mit Gold, erleuchtet die Nacht, dreht sich. Es war bereits zu später Stunde, als Fotograf Paul Gärtner das Riesenrad auf dem Messplatz in Karlsruhe entdeckte, seine Kamera zückte, abdrückte. “Dieses Foto ist nun eines von zwölf Motiven, die ich für meinen Karlsruhe Kalender ausgewählt habe”, erzählt mir der 26-Jährige. Ein Jahr ist es nun her, dass er seinen Job in einer Agentur kündigte, alles auf eine Karte setzte und sich mit seiner Fotografie selbstständig machte. “Der Kalender ist nun mein bislang größtes und wichtigtes Projekt”, sagt Paul. Gespannt ist er, wie es angenommen wird.

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Das ist Paul. Von ihm sind auch alle Bilder.

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13. November 2016

Heimat: “Ein Nachmittag bei Fabian Krüger von ,Get Lazy’

Das ist Fabian.

Bequeme Kleidung made in Germany

Fabian Krüger hat es sich gemütlich gemacht – Palmen stehen in seinem kleinen Container im Perfekt Futur, Baststühle dahinter und ein Wolkenhimmel blitzt mir bei meinem Besuch auf Bannern entgegen. Vor knapp einem Jahr ist der 29-Jährige im Kreativzentrum am Schlachthof eingezogen und steuert von dort aus die Produktion seines Labels „Get Lazy“. „Wir entwerfen bequeme Kleidung zum Abschalten“, erklärt er. Das heißt: Zum derzeitigen Sortiment gehören eine Bio-Jogginghose und ein Hoodie, dessen Kapuze von jedem Kunden individuell gestaltet werden kann. „Die Pullis sind made in Germany“, betont Fabian. Schneiderin Elke Burmeister kümmert sich in Passau mit Ahmet, einem Flüchtling aus Aleppo, um die Ausführung der Entwürfe. Weiterlesen »

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7. November 2016

Heimat: “Ein Nachmittag in der ,Kurbel'”

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Das sind Fabian und Sophie.

Preis-Regen für „ Die Kurbel“

Popcorn ploppt vor sich hin, vom Regen durchnässte Gäste huschen durch die Glastüren ins Foyer und Kinder bestaunen aufgeregt bunte Filmplakate. Samstagnachmittags herrscht in der „Kurbel“ in der Kaiserpassage munteres Treiben. Auch die beiden Geschäftsführer Sophie Burger und Fabian Eck sind von ihrem Kurztrip zu einer Preisverleihung nach Freiburg gerade zurück und schauen, dass im Kino alles nach Plan läuft.

„Unser Ausflug hat sich gelohnt“, sagt Sophie und strahlt. Der Grund für ihre Freude: Die Medien- und Filmgesellschaft (MFG) Baden-Württemberg hat den beiden jungen Geschäftsführern für ihr innovatives Kinoprogramm einen Sonderpreis verliehen. Es ist bereits der zweite Preis innerhalb weniger Wochen. Mitte Oktober bekamen sie von Monika Grütters, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), einen Preis für ihr „herausragendes Jahresfilmprogramm 2015“.

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27. Oktober 2016

Fernweh: “Beautiful Brügge”

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Prunk, Pralinen und Pommes

Eine Reise ins märchenhafte Mittelalter: Brügge steht schon lange weit oben auf meiner Liste. Eine Freundin hatte mir von der belgischen Stadt erzählt – von der tollen Architektur, den Waffeln, Pommes und Pralinen. Ich hatte mich daraufhin durchs Netz geklickt, Bilder angeschaut und dachte mir: “Oh, das sieht hübsch aus. Da will ich auch hin.”

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20. Oktober 2016

Kurioses: “Brügge/Westf”

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Vorerst nix mit Waffeln

Manchmal bin ich einfach zu schnell. Vor allem beim Klicken im Internet und beim Benutzen meines Handys. Das kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Ich verschickte beispielsweise in den vergangenen Jahren schon einige Nachrichten an die falschen Menschen. Dadurch verkürzte ich romantische Beziehungen oder schrieb männlichen Vorgesetzten versehentlich Dinge, die sie erröten ließen. Das Wiedersehen im Büro war dann, nun ja, sagen wir mal so: unter Spannung. Weiterlesen »

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13. Oktober 2016

Heimat: “Karlsruhe”

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Karlsruhe?!

Waffel essen in den Kauf dich glücklich-Cafes, Shoppen in Friedrichshain oder über den Flohmarkt im Mauerpark schlendern: Eine Freundin aus Berlin fragte mich vor kurzem: Magst du nicht auch in die Hauptstadt ziehen?! Ich hielt kurz inne und überlegte. Was hält mich eigentlich in Karlsruhe?

Es dauerte kurz, bis sich die Gedankenflut sortierte, dann war mir klar: Karlsruhe ist inzwischen meine Heimat. Und damit meine ich nicht diesen antiquierten Begriff von Heimat, nicht dieses verstaubte Bild mit Trachten, Kuckucksuhren oder volkstümlichen Klängen. Nein, hier leben die Menschen, an denen mein Herz hängt. Mit denen ich samstags am Gutenbergplatz zum Markt gehen, durch den Schlossgarten spazieren oder am Schlachthof Pastrami-Sandwiches essen kann. Die mir Verlässlichkeit bieten, mich glücklich machen.

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8. Oktober 2016

Kurioses: “Tinder”

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Wisch und weg

Immer wenn mir langweilig ist, melde ich mich bei Tinder an. Das passiert meist dann, wenn ich krank im Bett liege oder mir Freunde kurzfristig am Wochenende absagen. Dann sitze ich nämlich plötzlich in meinem Wohnzimmer und denke: Was nun?! Also es ist nicht so, dass ich mich mit Lesen, Schreiben und Serienschauen nicht stundenlang alleine beschäftigen kann. Aber diese vielen Bildchen von paarungswilligen Männern sind doch auch immer ein Erlebnis. Weiterlesen »

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7. Oktober 2016

Heimat: “Ein Nachmittag mit Robby und Sam von ‘Agios'”

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Das sind Robby (links) und Sam.

Handgemacht und hochwertig

Leise knattert die Nähmaschine vor sich hin, paart sich mit den treibenden Musikbeats, die wild aus den Lautsprechern springen. Es ist Samstagnachmittag, Arbeitszeit für Robby Cordes und Sam Hanna in ihrem Atelier in der Gerwigstraße. Vor zwei Jahren riefen die beiden Männer das Modelabel „Agios“ ins Leben. „Wir lieben Kleidung – handgemacht und hochwertig“, erklärt Robby.

Ihre Inspiration schöpfen sie aus der Produktionsweise der Schneider aus den 1950er-Jahren. „Weg vom Massenkonsum, wieder hin zum Unikat und der Liebe zum Detail“, erklärt Sam Hanna, während er mit einem dunklen Stift über ein weißes Blatt flitzt, Striche verbindet, eine Figur entstehen lässt – sie mit blauen und orangenen Farben verziert.

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3. Oktober 2016

Schmöker: “Unterwerfung” von Michel Houellebecq

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Spannend, radikal, bereichernd.

Eine autoritäre muslimische Partei regiert im Jahr 2022 Frankreich. Der Trubel war groß, als „Unterwerfung“ von Michel Houellebecq im Januar 2015 erschien. Besonders da die Veröffentlichung mit dem Attentat auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ zusammenfiel. Auch ich stand dem Werk lange sehr skeptisch gegenüber – zahlreiche Medien und Personen des öffentlichen Lebens warfen dem derzeit bedeutendsten französischen Autor islamfeindliche Tendenzen vor. Mich nervte es zunächst auch sehr, dass er in der eh schon aufgehitzten Lage ein für mich völlig utopisches Szenarium konzipiert: Eine muslimische Partei krempelt ein westliches Land um. Houellebecq schürt Ängste, das waren meine ersten Gedanken, als ich die Rezensionen über „Unterwerfung“ las.

Nun, nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich gestehen: Ich habe mich geirrt. Michel Houellebecqs Gedankenspiel ist keineswegs absurd, sondern sehr klug konstruiert. Seine Herleitungen klingen so logisch, dass es sehr spannend ist, ihnen zu folgen. Mit unglaublicher Genauigkeit beschreibt er die französische Gesellschaft, zieht immer wieder sehr interessante geschichtliche Vergleiche und zeigt auf, wie sich die Nation durch ihren Hedonismus, Kapitalimus und den ständigen Drang zur Individualisierung selbst zerstört. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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