15. Februar 2017

Kurioses: „Beziehungen“

 

Ein Hoch auf Männer in der Küche

Ich habe ein Herz für kochenende und backende Männer. Ernsthaft. Ich finde es wirklich schön, wenn ich nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause komme und jemand etwas Leckeres auf meinen Teller zaubert – ohne dass ich selbst am Herd stehen muss.

Ich habe bereits zahlreiche männliche Exemplare kennengelernt, die das gerne für mich taten. Es gab Herren, die buken mir Zucchini-Kuchen, andere zauberten Erdbeer-Risotto, andere kochten experimentell. Ich konnte mich dann beim Entstehungsprozess weitgehend raushalten – stattdessen erzählte ich lustige Anekdoten aus meinem Leben und räumte danach auf. Ich fand solch eine Arbeitsteilung toll – und das waren auch keine Weicheier-Männer, sondern wirklich tolle Typen.

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12. Februar 2017

Heimat: Ein Mittag mit Astrid und Sarah von ‚The Hunter'“

Das sind Sarah und Astrid.

The Hunter: Schönheiten unter sich

Es sind große und kleine Schätze, die sich in dem Lagerraum im Hinterhof in der Winterstraße 44a auf 240 Quadratmetern verteilen: Eine edle Vitrine aus Nussbaumholz und Retrotapete steht dort neben Sesseln mit salbeifarbenen Polstern, eine Deckenleuchte aus Messing baumelt von der Decke. Besonders ein Klappsofa mit einem Überzug in Petrolblau zieht all meine Aufmerksamkeit auf sich. „Hier bewahren wir die Möbel auf, die wir aufkaufen, bearbeiten und dann wieder weiterverkaufen“, erzählt mir Astrid Ochsenreither bei einem Rundgang. Die Karlsruherin steht mit Sarah Bürklin hinter „The Hunter“. Gemeinsam bieten sie seit mehr als 2,5 Jahren hochwertige und ausgewählte Vintage-Möbel an – in dem Lagerraum in der Südstadt und online.

„Es läuft“, sagt Astrid Ochsenreither, sie lächelt, ein wenig Erleichterung ist ihr dabei anzusehen. „Sich selbstständig zu machen, ist immer ein Risiko, aber wir sind froh, dass wir es gewagt haben“, resümiert sie. Kunden aus der ganzen Welt bestellen inzwischen bei den Karlsruherinnen die hübschen Einzelstücke – aus Shanghai, den USA oder Frankreich. Weiterlesen »

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7. Februar 2017

Schmöker: „Schilf“ von Juli Zeh

Lebt Kennedy noch in einem Paralleluniversum?

„Alles was möglich sei, könne auch gesehen.“ Bis ich den Krimiroman „Schilf“ von Juli Zeh in den Händen hielt, hatte ich mir noch nie Gedanken über die Vielewelten-Theorie gemacht. Ich hatte ehrlicherweise nicht einmal davon gehört. Als ich dann aber durch die beiden „Schilf“-Protagonisten Oskar und Sebastian, zwei Physiker, damit konfrontiert wurde, kam Neugier auf. Was verbirgt sich hinter der Annahme, dass es eine unendliche Anzahl an Universen gibt, in denen unter anderem unsere Doppelgänger leben – und beispielsweise Kennedy nicht erschossen wurde?

Verrückte Fantasie oder reale Theorie aus der Physik? Ich war verwirrt – und begann im Netz zu stöbern. Dabei stieß ich auf einen Artikel aus der „Welt“, der das ganze theoretische Gerüst zu Juli Zehs Werk erklärt. https://www.welt.de/kultur/article152337968/Sind-wir-von-unsichtbaren-Parallelwelten-umgeben.html Weiterlesen »

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3. Februar 2017

Kurioses: „Die Ampel“

Vorsicht, holprig!

Das mit dem Autofahren und mir ist eine turbulente Geschichte. Es gibt Menschen, die vermeiden es konsequent, neben mir auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen. Sie müssten ihre Nerven schonen, sagen sie. Und sie wollten noch ein bisschen länger leben. Ich verstehe das. Ich habe wenig zu meiner Verteidigung zu sagen.

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23. Januar 2017

Flimmerkasten: „La La Land“

Kein Fan von Musicals

Nach etwa 30 Minuten „La La Land“ hatte ich wenig Hoffnung, dass ich diesen Film bis zum Ende sehen kann. Dieser überdrehte und knallbunte Bilder- und Soundmix machte mich in der ersten Hälfte fix und fertig.

Aber: Als Jazzpianist Seb (Ryan Gosling) Mia (Emma Stone) dann mit in eine Bar nimmt, ihr seine Lieblingsmusik näher bringt und ihr von seinem Traum erzählt, selbst einen Jazz-Club eröffnen zu wollen, fängt sich die Hollywood-Romanze einigermaßen. Auch dank John Legend, der auftaucht. So blieb ich sitzen. Nur: Musicals sind einfach nicht meins, daran ändert nun auch „La La Land“ nichts – trotz zahlreicher positiver Kritiken und einer großen Preisflut. Weiterlesen »

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18. Januar 2017

Heimat: „6 x Heimat“

Was ist Heimat?

Kuckucksuhren, Bollenhüte oder schnulzige Filme, die eine heile Welt vorgaukeln: Noch vor wenigen Jahren kamen mir beim Begriff „Heimat“ zuerst solche Assoziationen in den Kopf. Seit ich aber einige Male Umzugskisten packte, bekam ich ein neues Bewusstsein dafür, was es heißt, irgendwo daheim zu sein. Darüber habe ich im vergangenen Jahr bereits geschrieben: http://dieschreibmaschine.net/2016/10/13/heimat-karlsruhe/

Dieses Jahr sind nun auch die Heimattage in Karlsruhe. Deshalb habe ich andere Menschen aus Karlsruhe mal gefragt, was für sie Heimat eigentlich ist. Hier sind sechs Antworten:

Mira Sturm

Das ist Mira. Sie steht hinter dem Blog minglemangle und ist unter diesem Namen auch bei Instagram zu finden.

Home is where the heart is / Home is wherever I’m with you / Home is where the bra comes off …
…das sind alles kitschige Sprüche, die man gerne auf bildlastigen Social Channels findet. Aber wenn ich ehrlich bin, ist ja irgendwie doch was dran. Mit meinen fast 31 Jahren durfte ich schon viel von der Welt sehen – und zugegeben, mich ZUHAUSE zu fühlen, ist mir noch nicht mal am entlegensten Ort wirklich schwer gefallen. Weiterlesen »

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15. Januar 2017

Heimat: „Ein Abend bei ‚Wie der Soldat das Grammofon repariert'“

Flucht und Ankommen

Apathisch sitzt Aynur in einem kargen, grauen Kellerraum, lässt Murmeln über den Rand einer weißen Emaille-Schüssel fahren, dann schaut sie auf, ihr Blick wandert zunächst umher, bleibt dann aber bei mir hängen, verharrt dauerhaft, aus Sekunden wird eine Ewigkeit. Grenzen verschwimmen, Aynur ist mir plötzlich ganz nah, ihr trauriger Blick, ihre Standhaftigkeit, es ist kaum auszuhalten.

Aynur ist eine von sechs Karlsruhern unterschiedlichster kultureller Herkunft, die derzeit in „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ am Badischen Staatstheater mitwirken. Basis der inszenierten Rauminstallation ist das Buch des bosnischen Autors Saša Stanišić, der in den 1990er-Jahren aus seiner Heimat nach Deutschland floh und seine Geschichte in einem teils autobiografischen Roman verarbeitete.

Alaa Hudaifa und Aynur Mammadova. Fotocredit: Felix Grünschloß

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8. Januar 2017

Schmöker: „The Girls“ von Emma Cline

Mehr als ein Psychothriller

Suzanne trägt ein schmutziges und äußert kurzes Kittelkleid, als Evi sie zum ersten Mal im Park sieht. Die Faszination ist sofort da. Als sich ihre Blicke treffen, die schwarzhaarige Suzanne lächelt, beginnt Evis Herz zu hüpfen, die Luft schichtet sich um. Es ist der Beginn einer Verbindung, die Evis eintöniges Leben in einen Strudel reißt – voller Sex, Drogen und Gewalt.

„The Girls“ spielt in Kalifornien im Jahr 1969. Im Mittelpunkt steht die 14-jährige Evi, die durch die wilde Suzanne schließlich in eine Hippie-Kommune gerät, deren Anführer Russell an Charles Manson erinnert. Er setzt minderjährige Mädchen unter Drogen, verleitet sie dazu, Morde zu begehen.

Allein diese Beschreibung hätte mich nicht dazu bewegt, „The Girls“ von Emma Cline zu lesen. Aber der Debütroman der Amerikanerin ist keineswegs ein stupider Psychothriller. Er ist vielmehr ein Psychogramm, das zeigt, was einen scheinbar gewöhnlichen Teenager dazu bringt, freiwillig die Nähe zu solch einer Sekte zu suchen – und dort auch bleibt. Außerdem ist „The Girls“ sprachlich eindrucksvoll. Weiterlesen »

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29. Dezember 2016

Kurioses: „Silvester“

Ach, Silvester!

Raclette, Raketen, Radau: Zu Silvester habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis. Wenn mich Menschen schon im November fragen: „Was machst du am 31. Dezember?“, beginne ich innerlich zu schreien. Äußerlich wahre ich meist noch die Fassung, lächele freundlich und äußere mich unentschlossen. „Mal schauen“, „entscheide ich spontan“ oder „keine Ahnung“ – das sind meine drei Standard-Antworten.

Ich finde, Silvester wird einfach maßlos überschätzt und überbewertet. Und es passiert überproportional viel Mist an diesem Tag. Also ich will damit sagen: Dass mich Silvester nervt, kommt nicht von ungefähr. Beispiele? Hier. Weiterlesen »

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28. Dezember 2016

Fernweh: „Abenteuerliches Athen“


Ein Besuch in Exarchia

Streetart, verriegelte Häuser, viele Künstler und Studenten: Es war im Zuge der Flüchtlingskrise, als ich das erste Mal von Athens Stadtteil Exarchia hörte. Dort hatten Aktivsten aus der linken Szene Häuser besetzt und sie als Unterkünfte an geflüchtete Menschen übergeben. Was verbirgt sich hinter diesem Stadtteil, aus dem sich die Polizei weitgehend zurückgezogen hat, in dem sich Menschen aber gegenseitig helfen, eine eigene Gesundheitsversorgung aufgebaut haben und sich in Cafés zum Austausch treffen? In dem die Kultur boomt, viele Akademiker wohnen, aber auch Mülltonnen brennen und der Drogenhandel auf öffentlichen Plätzen stattfindet.

Ich wollte mir selbst ein Bild davon machen, fragte eine Freundin, ob sie mitkommen möchte – und sie sagte ja. Über Airbnb suchten wir uns dann Anfang November eine Unterkunft in Exarchia. Es war das Angebot von Romanos, das uns beiden sofort zusagte. Bunte Möbel, zentral und mit tollen Bewertungen. https://www.airbnb.de/rooms/905315

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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